Wirtschaft
Schweiz

Konsumenten ärgern sich am meisten über unerwünschte Werbeanrufe

Konsumenten ärgern sich am meisten über unerwünschte Werbeanrufe

05.12.2016, 12:4205.12.2016, 13:11

Fast 4400 Personen haben sich seit Januar bei der Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen beschwert, weil sie trotz Sterneintrag im Telefonbuch von Call-Centers kontaktiert wurden. Damit bleiben die unerwünschten Werbeanrufe das grösste Konsumenten-Ärgernis.

Wie die Allianz am Montag mitteilte, sind das rund 21 Prozent der über 20'660 Personen, die bei den Mitgliedsorganisationen der Allianz eine Beschwerde oder eine Beratungsanfrage eingereicht haben.

Um dem Problem Herr zu werden, hat die Swisscom nach einem Runden Tisch eine technische Lösung eingeführt: Seit dem 28. November können Swisscom-Kunden unerwünschte Werbeanrufe auf dem Festnetz blockieren lassen. Sunrise und UPC (cablecom) wollen im nächsten Jahr ebenfalls eine Lösung zur Bekämpfung solcher Anrufe vorstellen. Gemäss der Allianz hat sich der Anbieter Salt nicht dazu geäussert.

Den Konsumentinnen und Konsumenten drückt der Schuh zudem bei Garantieleistungen. 3656 Personen meldeten sich zwischen Januar und November bei den Konsumberatern, weil beispielsweise die Reparatur eines Handys trotz laufender Garantie nicht übernommen wurde.

Der Fall eines Ehepaars steht für ein Beispiel des unlauteren Wettbewerbs, der am dritthäufigsten zu Beratungsanfragen oder Beschwerden führte. Dieses hatte sich mithilfe des Internets auf die Ferien vorbereitet. Nach den Ferien forderte ein ausländischer «Routenplaner» das Ehepaar zur Bezahlung eines Betrags auf, ohne dass das Ehepaar je einem Vertrag zugestimmt hätte.

Unerlaubte Inkasso-Forderungen, der «Beschiss» mit den VW-Dieselmotoren, hohe und nicht gerechtfertigte Roaming-Gebühren oder die Erhöhung der Krankenkassenprämien waren weitere Gründe, weswegen die Konsumentinnen und Konsumenten bei der Allianz Rat suchten.

Zur Allianz gehören die Stiftung für Konstumentenschutz (SKS), die Fédération Romande des Consommateurs (FRC) und die Associazione Consumatrici e Consumatore della Svizzera Italiana (ACSI). Sie haben das Barometer über die grössten Ärgernisse der Konsumentinnen und Konsumenten gemeinsam erstellt. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
GLP-Moser warnt vor Nein zu neuen EU-Verträgen: «Es wäre ein Brexit auf Raten»
Tiana Moser, Ständerätin der GLP, gibt zu, dass die neuen Verträge mit der EU auch Nachteile haben. Aber die Vorteile überwiegen klar, sagt sie. Gerade auch mit Blick auf das Mitspracherecht.
Frau Moser, Ihre Ständeratskollegin Heidi Z'graggen von der Mitte hat in unserem Interview erklärt, dass sie die neuen EU-Verträge als Ganzes ablehnt. Der Widerstand geht weit über die SVP hinaus und erreicht Mitte und FDP. Haben die Bilateralen III noch eine Chance?
Tiana Moser: Auf jeden Fall. Mit diesem Paket setzen wir den pragmatischen Weg fort, der bisher immer mehrheitsfähig war. Dass wir in Wohlstand und Sicherheit leben, ist alles andere als selbstverständlich. Die Bilateralen sind eine Grundlage dafür. Die Menschen in diesem Land wissen das.
Zur Story