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Halbjahreszahlen: Swiss Re, Galenica und Co. mit starkem Wachstum

Halbjahreszahlen: Zurich, Swiss Re, Swisscom, Galenica und Co. mit starkem Wachstum

Zahlreiche Unternehmen präsentieren derzeit ihre Halbjahresergebnisse. Sie zeigen: Den Grossen im Lande geht es sehr gut.
06.08.2026, 09:0306.08.2026, 09:03

Zurich treibt die Ergebnisse weiter in die Höhe

ARCHIVBILD ZUM ERGEBNIS DER ZURICH VERSICHERUNG IM JAHR 2020, AM DONNERSTAG, 11. FEBRUAR 2021 - The building of the company Zurich Versicherung, taken on Thursday, February 8 2018, in Zurich Oerlikon. ...
Bild: keystone

Das Finanzdienstleistungs- und Versicherungsunternehmen hat in der ersten Jahreshälfte 2026 mehr Geld verdient und die Ergebnisse deutlich gesteigert. Dabei gelang es dem Konzern, in der Unfall- und Schadensversicherung (P&C) weiter profitabel zu wachsen. Aber auch im Lebengeschäft kann die Zurich punkten.

Der Betriebsgewinn (Business Operating Profit – BOP) der Zurich kletterte in den Monaten Januar bis Juni um 13 Prozent auf 4,77 Milliarden US-Dollar, wie der Versicherungskonzern am Donnerstag mitteilte. Damit wurde die im Vorjahr gesetzte Rekordmarke geknackt.

Unter dem Strich stieg der Reingewinn um 14 Prozent auf 3,49 Milliarden Dollar. Damit übertraf die Zurich die Vorgaben der Analysten klar, die im Vorfeld im Durchschnitt (AWP-Konsens) 3,43 Milliarden erwartet hatten. Zum BOP lagen die Schätzungen bei 4,61 Milliarden.

Lukratives P&C-Geschäft

Seit Jahren Erfolgsgarant ist die Sparte P&C (Unfall- und Schadensversicherung). Da legten die Prämieneinnahmen weiter zu, und zwar um 10 Prozent auf 29,9 Milliarden Dollar. Der Schaden-Kosten-Satz als Mass für die operative Profitabilität hat sich gegenüber dem guten Vorjahreswert nur leicht um 0,3 Punkte auf 92,7 Prozent verschlechtert. Grössere Katastrophenereignisse blieben aus.

Der Betriebsgewinn BOP nahm im P&C-Geschäft um 16 Prozent auf 2,81 Milliarden Dollar zu. Vor allem aber auch in der Lebensversicherung (+23 Prozent auf 1,27 Milliarden) und im Geschäft mit dem US-Partner Farmers (+2 Prozent auf 1,18 Milliarden) rückte der BOP vor.

Weiterhin auf Zielkurs

Die Zurich sieht sich weiterhin auf gutem Weg, die in dem bis 2027 laufenden Dreijahresprogramm gesetzten Ziele zu übertreffen. Mit einer Eigenkapitalrendite von 25,1 Prozent im ersten Halbjahr 2026 liegt der Konzern bereits über der Vorgabe von «mindestens 23 Prozent». Für das Lebengeschäft wurde die BOP-Prognose mit einem Wachstum von 10 Prozent leicht angehoben.

Den nächsten Wachstumsschritt vollzieht die Zurich in der Spezialversicherung, wo für knapp 11 Milliarden Dollar der britische Anbieter Beazley zugekauft wurde. Die Übernahme soll noch in diesem Jahr vollzogen werden.

Swisscom mit mehr Gewinn im ersten Halbjahr

Swisscom Shop von aussen, fotografiert am Freitag, 19. Januar 2018, in Zuerich Oerlikon. Die Swisscom kaempft seit Tagen mit technischen Problemen. Betroffen sind Festnetz- sowie Mobilkunden. (KEYSTON ...
Weniger Umsatz, aber deutlich mehr Gewinn bei der Swisscom.Bild: KEYSTONE

Die Swisscom hat im ersten Halbjahr den Konkurrenzdruck im Telekomgeschäft gespürt. Der Umsatz schrumpfte spürbar, was auch auf die Euro-Schwäche zurückzuführen war. Dennoch konnte der Branchenprimus deutlich mehr Gewinn einfahren.

Von Januar bis Ende Juni erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 7,22 Milliarden Franken, wie die Swisscom am Donnerstag in einem Communiqué bekannt gab. Das ist ein Minus von 3,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Dabei drückte die Euro-Schwäche die Einnahmen aus dem Italien-Geschäft in den Swisscom-Büchern. Zu konstanten Wechselkursen wäre der Umsatz lediglich um 2,0 Prozent gesunken.

Mehr Betriebsgewinn

Dagegen hat die Swisscom die Profitabilität gesteigert: Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen nach Abzug der Leasingkosten (EBITDAaL) wuchs auf 2,56 Milliarden Franken. Das ist ein Plus von 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ohne die Euro-Schwäche wäre der Betriebsgewinn gar um 3,7 Prozent geklettert.

Unter dem Strich konnte der Konzern den Reingewinn um 6,9 Prozent auf 668 Millionen Franken steigern. Der Anstieg sei unter anderem Kosteneinsparungen in der Schweiz und den Synergien aus der Zusammenlegung der Mailänder Gesellschaften Fastweb und Vodafone Italia zu verdanken, hiess es. Damit hat die Swisscom die Erwartungen der Finanzgemeinde leicht übertroffen. Analysten hatten mit weniger Umsatz, Betriebs- und Reingewinn gerechnet.

Die Integration der für 8 Milliarden Euro gekauften Vodafone Italia verlaufe weiterhin nach Plan, erklärte die Swisscom weiter. Im ersten Halbjahr beliefen sich die Synergien auf 166 Millionen Euro. Fastweb + Vodafone ist somit auf Kurs, das Synergieziel von über 300 Millionen Euro im Gesamtjahr 2026 zu erreichen.

Jahresziele bestätigt

An den Zielen für das laufende Geschäftsjahr 2026 hält die Swisscom fest: Der «blaue Riese» peilt einen Umsatz von 14,7 bis 14,9 Milliarden Franken an. Beim operativen Gewinn will die Swisscom 5,0 bis 5,1 Milliarden Franken erreichen. Geplant sind ausserdem Investitionen von 3,0 bis 3,1 Milliarden Franken. Wenn diese Ziele erreicht werden, soll die Dividende um 1 Franken auf 27 Franken pro Aktie erhöht werden.

Galenica erfüllt eigene Wachstumsziele im ersten Semester

Der Apothekenkonzern und Medikamentengrosshändler Galenica lässt mit einer höheren Dividende auch die Aktionäre am gestiegenen Gewinn teilhaben. Im Bild: Eine Mitarbeiterin füllt im Distributionszentr ...
Galenica schaut auf ein dynamisches erstes Semester zurück. Dabei hat der Apothekenkonzern, Medikamentengrossist und Gesundheitsdienstleister sowohl Umsatz als auch den Gewinn gesteigert. Für das Gesamtjahr bestätigt das Unternehmen seine bisherigen Ziele.Bild: KEYSTONE

In den ersten sechs Monaten wuchs der Umsatz der Gruppe um 7,1 Prozent auf 2,14 Milliarden Franken, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag hiess. Damit hat der Konzern die Wachstumsdynamik der ersten vier Monate in etwa aufrechterhalten, als die Einnahmen um 7,3 Prozent gestiegen waren.

Haupttreiber waren das starke Wachstum im Apothekengeschäft und im Grosshandel, hielt Galenica fest. Aber auch die Geschäftsfelder Home Care und Diagnostics hätten sich als wichtige Wachstumstreiber etabliert.

Dynamisches Apothekengeschäft

Das Segment Products & Care verbuchte mit plus 11,5 Prozent auf 967 Millionen Franken das dynamischere Wachstum. Dabei erwies sich die anhaltend hohe Nachfrage nach GLP-1-basierten Abnehmpräparaten erneut als Wachstumstreiber im Bereich der verschreibungspflichtigen Medikamente.

Galenica hat mit dem Zukauf des Schweizer Diagnostikdienstleisters Labor Team das Geschäftsfeld Diagnostics aufgebaut. Es habe sich ebenfalls als ein wichtiger Wachstumstreiber entwickelt.

Das zweite Segment Logistics & IT setzte 1,68 Milliarden Franken um, das sind plus 4,2 Prozent. Hier entfiel der Löwenanteil (1,65 Mrd) auf den Grosshandel. Während sich das Ärztesegment aufgrund einer Angebotsanpassung leicht unter Marktniveau entwickelte, gewann Galenica im volumenstarken Apothekenbereich weitere Marktanteile.

Ähnlich stark wie den Umsatz steigerte Galenica den Gewinn. Der adjustierte EBIT stieg um 7,1 Prozent auf knapp 118 Millionen Franken. Der Reingewinn lag mit knapp 92 Millionen um 1,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Mit den vorgelegten Zahlen hat der Gesundheitskonzern weitestgehend im Rahmen der Analysten-Erwartungen abgeschnitten (AWP-Konsens). Allerdings fällt der Reingewinn deutlich tiefer als erwartet aus.

Adecco Group mit starkem Umsatzplus – KI-Ziel erhöht

Logo at the facade of the headquarters of staffing firm Adecco Group in Zurich, Switzerland, on September 15, 2017. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Logo an der Aussenfassade am Hauptsitz des Personaldienstle ...
Die Adecco Group hat im zweiten Quartal den Umsatz klar gesteigert und auch bei der Profitabilität zumindest teilweise Fortschritte gemacht. Die positive Dynamik habe sich im gesamten ersten Halbjahr fortgesetzt.Bild: KEYSTONE

Von April bis Juni 2026 stieg der Umsatz bei der Adecco Group um 4,0 Prozent auf 6,0 Milliarden Euro, wie der Personaldienstleister am Donnerstag mitteilte. Um Währungseffekte und die unterschiedlichen Anzahl Arbeitstage bereinigt kletterten die Einnahmen organisch um 5,6 Prozent. In den beiden Quartalen davor lag die Wachstumsrate noch bei 5,3 bzw. 3,9 Prozent.

Die Bruttomarge nahm derweil weiter gegenüber der Vorjahresperiode nochmals leicht ab und sank um 0,3 Prozentpunkte auf 18,6 Prozent. Der bereinigte operative Gewinn stieg hingegen um 16 Prozent auf 165 Millionen Euro. Organisch lag das Plus bei 21 Prozent.

Die dazugehörige Marge erholte sich leicht auf 2,8 Prozent von 2,5 Prozent vor Jahresfrist. Unter dem Strich erzielte Adecco einen um 19 (org. -11%) Prozent tieferen Reingewinn von 47 Millionen Euro.

Mit den Zahlen hat die Gruppe die Erwartungen der Analysten insbesondere beim Umsatz und organischem Wachstum klar übertroffen. Die übrigen Kennziffern lagen etwa im Rahmen der Schätzungen.

Die Gruppe habe im zweiten Quartal in einem gemischten Umfeld weitere Marktanteile dazugewonnen, wird Adecco-Chef Denis Machuel in der Mitteilung zitiert. So kletterte der Marktanteil der gesamten Gruppe um 160 Basispunkte, bei der Marke Adecco um 60 BP. Auch Akkodis sei wieder auf Wachstumskurs. Alle Regionen hätten eine starke Leistung gezeigt, heisst es.

Zudem wurde das Jahresziel, wonach 50 Prozent des Umsatzes durch den Einsatz von KI-Agenten erzielt werden sollen, bereits erreicht. Adecco erhöht es daher auf nun auf 70 Prozent bis Ende 2026.

Swiss Re erhöht Halbjahresgewinn deutlich

Andreas Berger, Group CEO of the reinsurance company Swiss Re, speaks during the press conference of the full-year results 2025, in Zurich, Switzerland, Friday, Feb. 27, 2026. (Andreas Becker/Keystone ...
Der Rückversicherer Swiss Re hat im ersten Halbjahr 2026 von einer geringen Belastung durch Grossschäden profitiert und den Gewinn gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert. Damit ist der Finanzkonzern gut auf Kurs, sein Gewinnziel für das Gesamtjahr zu erreichen. Im Bild: CEO Andreas Berger. Bild: keystone

Der Konzerngewinn bei Swiss Re erhöhte sich in den ersten sechs Monaten des Jahres um 9 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar, wie Swiss Re am Donnerstag mitteilte. Dazu trug auch ein weiterhin «solides» Anlageergebnis in einem volatilen Marktumfeld bei, wie es heisst. Der Versicherungsumsatz der Gruppe ging dagegen auf 20,3 Milliarden Dollar zurück nach 20,9 Milliarden im Vorjahr.

Die Resultate unterstrichen die Stärke der diversifizierten Gruppe, erklärte CEO Andreas Berger in der Mitteilung. Gleichzeitig erhöht der Rückversicherer sein Sparziel: Neu strebt er bis 2028 eine Senkung der Betriebskosten von 500 Millionen Dollar an nach bisher 300 Millionen Dollar bis 2027.

In der wichtigsten Sparte, der Sach- und Haftpflichtrückversicherung (P&C Re), verbesserte sich der Schaden-Kosten-Satz im Halbjahr deutlich auf 76,7 Prozent von 81,1 Prozent im Vorjahreszeitraum. Im Lebengeschäft (L&H Re) erzielte der Rückversicherer derweil in den ersten sechs Monaten 2026 einen Gewinn von 1,05 Milliarde Dollar (VJ 839 Millionen).

Der Konzern hat mit seinem Resultat die Prognosen der Analysten übertroffen. Diese hatten den Konzerngewinn im Halbjahr im Schnitt (AWP-Konsens) bei 2,72 Milliarden Dollar gesehen.

Oerlikon hebt nach starkem Semester Prognose für das Gesamtjahr an

Logo am Sitz der OC Oerlikon in Pfaeffikon, Kanton Schwyz, aufgenommen am 4. Februar 2011. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
Der Industriekonzern Oerlikon hat nach einem starken ersten Halbjahr seine Jahresprognose angehoben. Der Auftragseingang legte weiter zu. Zudem verbesserte das Unternehmen die Profitabilität deutlich.Bild: KEYSTONE

Der Auftragseingang beim Industriekonzern stieg im ersten Halbjahr um 11,4 Prozent auf 920 Millionen Franken, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Bereinigt um Wechselkurseffekte war es sogar ein Plus von 19,0 Prozent. Nachdem Oerlikon bereits im ersten Quartal mit einem überraschend starken Auftragseingang die Erwartungen übertroffen hatte, setzte sich die Entwicklung im zweiten Quartal mit einem Plus von 15,0 Prozent auf 465 Millionen Franken fort.

Laut Oerlikon war dafür vor allem das Materialgeschäft verantwortlich. Kunden hätten sich angesichts der Handelsspannungen und der höheren Rohstoffpreise weiterhin die Versorgung mit kritischen Mineralien gesichert.

Der Umsatz erhöhte sich ebenfalls, wenn auch weniger stark, weil sich Aufträge erst später widerspiegeln. Er stieg im ersten Halbjahr um 0,5 Prozent auf 790 Millionen Franken. Vor allem die Bereiche Luftfahrt, Energieerzeugung und allgemeine Industrie trugen laut Oerlikon zum Wachstum bei, während das Automobilgeschäft belastete.

Kostenprogramm wirkt

Auch bei der Profitabilität legte Oerlikon deutlich zu. Der operative EBITDA stieg um 18,6 Prozent auf 156 Millionen Franken, die operative EBITDA-Marge verbesserte sich auf 19,7 Prozent von 16,7 Prozent im Vorjahr. Positiv wirkten sich laut Unternehmen die 2025 eingeleiteten Kostensenkungsmassnahmen, ein günstigerer Produktmix sowie die Neubewertung von Lagerbeständen infolge höherer Rohstoffpreise aus. Unter dem Strich blieb aus dem fortgeführten Geschäft ein Gewinn von 40 Millionen Franken übrig. Im Vorjahr war noch ein Verlust von 46 Millionen angefallen.

Für das Gesamtjahr hob Oerlikon den Ausblick an. Neu erwartet der Konzern bei konstanten Wechselkursen ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich statt wie bisher im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Die operative EBITDA-Marge soll 18,5 bis 19,5 Prozent erreichen statt wie bisher rund 17,5 Prozent. Grundlage für die höhere Prognose seien das starke erste Halbjahr und die verbesserte Visibilität für die zweite Jahreshälfte.

(lak/awp/sda)

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