Wirtschaft
Schweiz

5,5 Millionen Gewinn, zu viele Mandate: Stiftung kritisiert Amaudruz

Celine Amaudruz, la vice-presidente de l'UDC Suisse et conseillere nationale, s'exprime lors d'une conference de presse pour annoncer sa candidature a la succession de Guy Parmelin au C ...
Celine Amaudruz, Vizepräsidentin der SVP Schweiz und Nationalrätin.Bild: keystone

Millionengewinn und zu viele Mandate: Stiftung empfahl mehrfach Rücktritt von Amaudruz

Die Anlagestiftung Ethos kritisiert seit Jahren die Führung der Groupe Minoteries, deren Verwaltungsrat die Genfer SVP-Nationalrätin präsidiert. Im Zentrum stehen fehlende Unabhängigkeit und zu viele Mandate.
25.10.2026, 11:1725.10.2026, 11:40

150 Millionen Franken Umsatz, 5,5 Millionen Franken Gewinn. Diese Zahlen erzielte die Groupe Minoteries im vergangenen Jahr. Ein börsenkotiertes Schweizer Lebensmittelunternehmen, bei dem Bundesrats-Anwärterin Céline Amaudruz im Verwaltungsrat sitzt. Die Genfer SVP-Nationalrätin präsidiert das Gremium, ihre Familie ist Grossaktionärin.

Genau diese Rolle sorgt nun für Kritik. Die Stiftung Ethos, die im Auftrag von Pensionskassen und institutionellen Anlegern Unternehmen prüft, hat Amaudruz' Abwahl wiederholt empfohlen, zuletzt auch in diesem Jahr.

In einem Interview mit dem Tages-Anzeiger bemängelt Ethos-Direktor Vincent Kaufmann ausserdem die Zusammensetzung des Verwaltungsrats. Es sitze – obwohl Amaudruz sagt, sie setze sich für Frauen ein – nur eine Frau darin, ein Nominationsausschuss fehle, und zwei Mitglieder seien seit über 20 Jahren im Amt. Wegen der Familienbeteiligung gelte Amaudruz zudem nicht als unabhängig.

Als besonders problematisch bezeichnet Kaufmann das sogenannte Overboarding. Neben dem Präsidium bei Minoteries sitzt Amaudruz in den Verwaltungsräten des Genfer Flughafens und von Infracore. Ausserdem gehört sie der Geschäftsleitung von Vision Asset Management an, und sie ist Nationalrätin. Ethos bezweifelt, dass sie all diesen Aufgaben genügend Zeit widmen kann.

Kritik hatte Amaudruz bereits für ihre Forderung nach einem 20-Millionen-Förderprogramm für Schweizer Hülsenfrüchte erhalten, von dem auch ihre Mühlengruppe profitieren könnte. Fragen werfen auch ihre sechs Vorstösse zur Schwächung der Finanzmarktaufsicht (FINMA) auf. Die FINMA hatte zuvor ihren damaligen Arbeitgeber, die Genfer Privatbank Reyl, mehrfach gerügt.

Amaudruz bestreitet einen Interessenkonflikt. Ethos sieht zwar keine Hinweise, dass sie an den beanstandeten Geschäften der Bank beteiligt war. Kaufmann hält aber fest, die Vorstösse könnten auf den ersten Blick berechtigte Fragen aufwerfen. Zu der jüngsten Kritik äusserte sich die Genferin bislang nicht. (val)

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quelle: keystone / martial trezzini
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