Lösegeld bei Ruag-Erpressung: Spielten US-Interessen eine Rolle? – die Sonntagsnews
CO2-Gelder an Bund statt Bevölkerung: Rösti will Systemwechsel
Bundesrat Albert Rösti plant laut «NZZ am Sonntag» einen radikalen Umbau der Klimaabgaben. Demnach will er die CO2-Abgaben auf fossile Brennstoffe nicht mehr der Bevölkerung und der Wirtschaft zurückgeben, sondern das Geld soll vollumfänglich in die Bundeskasse gehen. Der Umweltminister wolle ab 2030 auf ein Emissionshandelssystem setzen. Mit dem Wegfall der CO2-Abgabe entfalle auch die heutige Rückverteilung, zitiert das Blatt Röstis Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek). Der Bund wolle mit den so generierten zusätzlichen Einnahmen von mutmasslich mehreren hundert Millionen Franken pro Jahr neue klimapolitische Massnahmen finanzieren. Die Menschen in der Schweiz erhielten das Geld bisher als Rabatt auf ihre Prämien für die obligatorische Krankenversicherung gutgeschrieben. Kritik komme auch aus Röstis eigener Partei, der SVP. «Wir sehen das sehr kritisch», zitierte die Zeitung den Solothurner Nationalrat Christian Imark.
Wegen Sprachschwäche bei SBB-Lokführern: Fast-Kollision von Zügen
Eine Sust-Untersuchung hat laut «SonntagsZeitung» sprachliche Hürden bei SBB-Lokführern als Ursache einer gefährlichen Zugannäherung in Neuenburg-Vauseyon identifiziert. Technische Defekte an Zügen oder Sicherungsanlagen hätten ausgeschlossen werden können. Ein Regionalzug sei am 12. August 2025 nach einer Fehlleitung beim Rangieren auf das Gleis eines Güterzugs geraten, der 50 Meter vor der Kollision zum Stillstand gekommen sei. Missverständnisse zwischen deutschsprachigen Lokführern und französischsprachigen Fahrdienstleitern hätten die Bewältigung der Situation erschwert. Die betroffenen Lokführer hätten die internen SBB-Vorgaben mit Sprachniveau A1 erfüllt, seien laut Sust aber nicht in der Lage gewesen, die Lage auf Französisch sicher abzuwickeln. Die Sust halte deshalb fest, die Sprachanforderungen der SBB erfüllten die gesetzlichen Vorgaben nicht ausreichend. Die SBB bezeichneten den Vorfall als Einzelfall, man nehme ihn jedoch «sehr ernst».
SBB senken Maximalgeschwindigkeit bei gewissen Rangierfahrten
Die SBB senken laut dem «SonntagsBlick» die Höchstgeschwindigkeit bei Rangierfahrten von Personenzügen von 30 auf 15 Kilometer pro Stunde. Grund seien mehrere Vorfälle bei Rangierfahrten in jüngerer Zeit, darunter Kollisionen in Basel und Bern. Ab dem 15. Juni gelte die tiefere Höchstgeschwindigkeit im Personenverkehr zunächst während eines viermonatigen Pilotversuchs. Nur in Ausnahmefällen mit einem Spezialsignal gelte weiterhin Maximaltempo 30. Die neue Regelung gelte nicht für den Güterverkehr. Dort würden längere Strecken rangiert, und eine generelle Temporeduktion würde die Sicherheit laut SBB nicht verbessern. Teile des Lok- und Rangierpersonals stünden laut «SonntagsBlick» dem Versuch skeptisch gegenüber. Die langsameren Fahrten führten zu längeren Fahrzeiten und erhöhten den Zeitdruck. Zudem kritisierten Lokführer die Rangierausbildung, die aus ihrer Sicht nicht ausreiche, um die notwendige Praxisreife zu erlangen.
Lösegeld bei Ruag-Erpressung: Spielten die USA eine Rolle?
Der Chef der gehackten Ruag-Tochter in den USA verfügt laut «NZZ am Sonntag» als ehemaliger Offizier der amerikanischen Nationalgarde über eine der höchsten Sicherheitsfreigaben des Landes. Dies nähre Spekulationen über den Hintergrund der Lösegeldzahlung nach dem Cyberangriff auf die Tochterfirma. Laut Insidern könnten die Hacker der Gruppe Akira vertrauliche militärische Informationen und Verträge erbeutet haben. Dadurch stelle sich die Frage, ob sich darunter auch heikle Daten zum Kampfjet F-35 befunden hätten. Die Ruag-Tochter LLC sei nach eigenen Angaben für die Betreuung komplexer Geschäfte zwischen der Schweiz und der US-Verteidigungsindustrie zuständig. Der IT-Sicherheitsexperte Nicolas Mayencourt gehe laut «NZZ am Sonntag» davon aus, dass amerikanische Interessen beim Entscheid zur Lösegeldzahlung eine Rolle gespielt haben könnten. Die Ruag und das Verteidigungsdepartement hätten sich nicht zum Fall äussern wollen.
Crans-Montana-Opfer müssen weiter auf Hilfsgelder warten
Die Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana warten laut «Le Matin Dimanche» weiterhin auf die zugesagten öffentlichen Hilfsgelder. Die vom Kanton Wallis geschaffene Stiftung Beloved verfüge über 24 Millionen Franken, habe bisher jedoch noch keine Zahlungen geleistet. Ein Zeitpunkt für erste Auszahlungen könne derzeit nicht genannt werden, habe der kantonale Koordinator Pierre-Yves Délèze der Zeitung erklärt. Das Bundesamt für Justiz, das eine einmalige Solidaritätshilfe von 50'000 Franken für Schwerverletzte sowie Angehörige der Todesopfer zugesagt habe, rechne mit einer Auszahlung über den Kanton Wallis «so bald wie möglich». Die Betroffenen hätten jedoch bereits die kantonale Soforthilfe von 10'000 Franken erhalten. Zudem seien die kostenlosen Angebote der Opferhilfe für akute Hospitalisierungen über Ende März hinaus verlängert worden.
Eklats bei Moretti-Einvernahme und belastende Chats
Die zehnstündige Einvernahme des Ehepaars Moretti ist laut der «SonntagsZeitung» wegen Tränen, Zwischenrufen und Interventionen mehrerer Anwälte zeitweise aus dem Ruder gelaufen. Laut dem der Zeitung vorliegenden Einvernahmeprotokoll habe die stellvertretende Generalstaatsanwältin Catherine Seppey die Verhandlung zeitweise unterbrechen und die Ordnung wiederherstellen müssen. Jessica Moretti habe während der Befragung geweint, nachdem die Rede auf eine beim Brand verstorbene Kellnerin gekommen sei. Der Opferanwalt Romain Jordan habe daraufhin weniger Pathos und mehr Wahrheit gefordert. Jacques Moretti habe den Anwälten vorgeworfen, ihn und seine Frau zu verteufeln. Mehrere Anwälte hätten wiederholt interveniert, worauf Seppey mit dem Ausschluss aus dem Saal gedroht habe. Ein Opferanwalt habe die Anhörung später als unzureichend effizient bezeichnet und auf Schwierigkeiten bei der Protokollierung verwiesen. Die Morettis stehen im Zusammenhang mit dem Brand ihrer Bar mit 41 Todesopfern unter strafrechtlichen Ermittlungen.
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Bieler Ex-Feuerwehrchef erhebt Mobbingvorwürfe
Der abgetretene Bieler Feuerwehrkommandant Didier Wicht sieht sich laut «SonntagsBlick» als Mobbingopfer. Die Stadt Biel hatte sich diese Woche mit Wicht auf dessen Rücktritt als Kommandant der Berufsfeuerwehr geeinigt. Dies, obwohl er in einer administrativen Untersuchung von den Vorwürfen des Machtmissbrauchs, der Führungsschwäche und von Interessenkonflikten entlastet worden sei. Wicht sagte zum «SonntagsBlick», er sei in den eigenen Reihen «stark gemobbt» worden. Wegen übler Nachrede habe er Strafanzeige eingereicht. Die Autoren der administrativen Untersuchung seien zum Schluss gekommen, dass die Vorwürfe aus der Belegschaft auch darauf abgezielt hätten, eine Rückkehr Wichts zu verhindern. Rechtlich liege jedoch kein Mobbing vor. Die Stadt Biel vertrete dagegen die Auffassung, dass mit der Weitergabe von Anschuldigungen an die Medien die Grenze zum Mobbing überschritten worden sei. Sie habe ebenfalls Strafanzeige eingereicht – wegen Amtsgeheimnisverletzung.
Palantir-CEO Karp baut Riesenvilla in Liechtenstein
Der umstrittene Palantir-Chef Alex Karp hat sich laut der «SonntagsZeitung» in Liechtenstein niedergelassen und lässt ein Anwesen bauen. Wie aus Angaben des Grundbuchamts hervorgehe, sei Karp Eigentümer eines rund 6000 Quadratmeter grossen Grundstücks in einem Villenviertel von Schaan. Zudem sei er bereits in der Gemeinde Gamprin-Bendern gemeldet. Schon länger sei dem Blatt zufolge über Karps Niederlassung spekuliert worden, offiziell bestätigt habe dies in Liechtenstein bislang aber niemand. Der Chef des US-Softwarekonzerns Palantir habe ursprünglich eine Residenz im Kanton Schwyz geplant, sei dort aber mutmasslich an den Vorgaben der Lex Koller gescheitert. Im Fürstentum sorge seine Ansiedlung teilweise für Kritik. Die Landtagsabgeordnete Sandra Fausch stelle Fragen zu möglichen steuerlichen Vorteilen und zu allfälligen geschäftlichen Interessen Karps in Liechtenstein. Die Regierung habe erklärt, Liechtenstein sei kein Kunde von Palantir. Palantir und Karp hätten auf eine Anfrage der Zeitung nicht reagiert.
Fast 400 Millionen: CO2-Vorgaben für Autos lösen massive Strafzahlungen aus
Die CO2-Vorgaben für Neuwagen haben laut einer vom «SonntagsBlick» zitierten Studie von Auto-Schweiz seit 2012 Strafzahlungen von 376 Millionen Franken ausgelöst. Allein 2025 seien weitere 125 Millionen Franken an Sanktionen angefallen. Zusätzlich beziffere der Branchenverband indirekte Kosten durch Preisanpassungen, Sonderaktionen oder Verluste im Occasionsmarkt auf 247 Millionen Franken. Die Untersuchung komme zum Schluss, dass die Regulierung die Erneuerung des Fahrzeugbestands verzögere und damit einen Teil der erwarteten Klimawirkung wieder schmälern könnte. Für 2025 beziffere die Studie diese Auswirkungen auf mindestens 370 Millionen Franken. Zusammen mit den direkten Strafzahlungen ergebe sich eine Belastung von rund einer halben Milliarde Franken. Das Bundesamt für Umwelt verweise laut «SonntagsBlick» auf die Vorgaben von Bundesrat und Parlament, an die es sich halte.
AHV-2030-Projekt des Bundesrats könnte Rente verdoppeln
Das AHV-2030-Projekt des Bundesrats könnte die AHV-Rente laut «Le Matin Dimanche» mehr als verdoppeln. Derzeit betrage die lebenslange AHV-Rente bei einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 90'720 Franken 2520 Franken pro Monat. Wird der Rentenbezug um ein Jahr aufgeschoben, erhöhe sich die Rente um 5,2 Prozent. Bei einem Aufschub von zwei Jahren steige sie um 10,8 Prozent, bei fünf Jahren – dem heutigen Maximum – um 31,5 Prozent. Der Vorschlag des Bundesrats sehe vor, die Altersgrenze für den Rentenaufschub von 70 auf 80 Jahre anzuheben. Ein Aufschub um 15 Jahre würde damit zu einer Erhöhung von 145 Prozent führen. Die lebenslange AHV-Rente könnte so auf 6169 Franken pro Monat steigen und mit der 13. AHV-Rente im Dezember sogar 10'796 Franken erreichen. (sda/con)
