Wirtschaft
Schweiz

Deswegen senken Migros, Coop und Lidl die Preise für Schweinefleisch

Schweine in einer Intensivtierhaltung.
In der Schweiz ist der Markt für Schweinefleisch aktuell übersättigt.Bild: Adobe Stock

Mehr Tiere, tiefere Nachfrage: Schweizer Schweinefleisch landet vermehrt in Deutschland

Der Markt für Schweinefleisch ist überlastet und die Supermärkte senken die Preise. Viele Schweinezuchtbetriebe kämpfen ums Überleben.
07.07.2026, 11:0709.07.2026, 09:44

Schnäppchenjägerinnen und -jäger könnten aktuell auf ihre Kosten kommen, denn die Detailhändler in der Schweiz senken zurzeit die Preise für Schweinefleisch. Beim Discounter Lidl gibt's beispielsweise Bauernbratwürste für 3.99 Franken, vorher waren diese 20 Rappen teurer, schreibt «Blick». Ein Kilo Schweinemedaillons mit Speck ist sogar drei Franken billiger.

Von der Preissenkung soll einerseits die Kundschaft profitieren, andererseits soll der Schweinemarkt belebt werden. Derzeit besteht ein massives Überangebot: Die Züchter produzieren mehr Schweinefleisch, als konsumiert wird.

Schweinezüchter in der Krise

Pro Woche kommen aktuell 4000 Schweine zu viel auf die Schlachtbank. Auch die Schweinezüchterinnen und -züchter stehen hinter den Rabatten. «Wir brauchen günstigere Preise, um den Markt wieder ins Lot zu bringen», meint Schweinezüchter Turi Röösli gegenüber «Blick». Aufgrund des Überangebots verliert er jeden Monat massiv Geld. Er klagt: «Pro Monat verliere ich bis zu 25'000 Franken.»

ARCHIV - 15.11.2019, Sachsen, Leipzig: Fleisch liegt in einer Verkaufstheke. (zu dpa:
Der Schlachtpreis für ein Kilo Schweinefleisch liegt bei 2.50 Franken. Bild: keystone

Ein weiteres Problem sei der sogenannte Zuchtfortschritt: Schweine werden schwerer und bringen mehr Ferkel zur Welt. Obwohl der Schweinefleischkonsum zurückgeht, nimmt der Bestand deshalb nicht ab. Zudem haben nicht alle Zuchtbetriebe ihre Produktion entsprechend angepasst.

Um den Markt zu entlasten, hat der Schweizer Züchterverband Suisseporcs nun deshalb den Export nach Deutschland erweitert. «Für diese Ferkel gibt es in der Schweiz keinen grösseren Absatzmarkt, in Süddeutschland hingegen schon. Und damit stellen wir sicher, dass dieses Fleisch in der Lebensmittelkette verbleibt», sagt Suisseporcs-Chef Stefan Müller gegenüber der Zeitung.

Pro Kilogramm Schweinefleisch bezahlen die Schlachtbetriebe zurzeit historische 2.50 Franken. Ende vergangenen Jahres lag der Preis noch bei 4.50 Franken pro Kilo. Mit Preisanpassungen und veränderten Produktionsmengen soll dies zukünftig wieder erreicht werden.

Das passiert im Detailhandel

Neben Lidl hat auch Coop starke Preissenkungen vorgenommen. Das Schweinsfilet der Marke Prix Garantie kostet nun 28.90 pro Kilo. Dies stellt eine Reduktion von einem Franken dar. Bei der Migros zahlen Kundinnen und Kunden für Schweinsplätzli neu 2.85 für 100 Gramm. Das sind 70 Rappen weniger.

Von Denner heisst es auf Anfrage der Zeitung: «Wir haben die Aktionen auf Schweinefleisch ausgebaut, um mitzuhelfen, dem aktuellen Überangebot entgegenzuwirken.» 150 Gramm Vorderschinken kosten zehn Rappen weniger. Und auch bei Aldi sanken die Preise bis zu 16 Prozent.

(kek)

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