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US-Politik, Krieg und KI: Schweizer KMU schauen besorgt in die Zukunft

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Kleine und mittlere Schweizer Unternehmen blicken mit immer grösseren Sorgen in die Zukunft.Bild: iStockphoto

Krieg und KI: Schweizer KMU sehen zunehmend schwarz

US-Zollpolitik, Krieg und KI: Der diesjährige KMU-Barometer der NZZ zeigt, wo die Sorgen der Schweizer Unternehmen liegen. In einigen Bereichen ist die Stimmung der KMU auf einen neuen Tiefpunkt gefallen.
03.06.2026, 17:3003.06.2026, 18:11

Die Erwartungen der Schweizer Unternehmen ans kommende Jahr sind so schlecht wie noch nie. Geopolitische Unsicherheiten und technologischer Fortschritt beunruhigen die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Das zeigt der NZZ-KMU-Barometer im Vorfeld des Swiss Economic Forum (SEF).

Geopolitik und Technologie bereiten Kummer

Mit einem Wert von -7,3 sinkt der Gesamtindex des Barometers wieder. Internationale Spannungen, die von den USA ausgehen, bewaffnete Konflikte und das unklare Verhältnis zur EU bereiten den KMU am meisten Sorgen. Bei Erhebungsbeginn im Jahr 2021 lag der Wert noch bei +6,9. Im vergangenen Jahr sank er bereits auf -6,3.

Die «Neue Zürcher Zeitung» und die Kalaidos Fachhochschule befragten im April für den Barometer 495 Führungspersonen nach den drei wichtigsten Sorgen ihres Schweizer KMU.

Die KMU gaben zudem ihre Erwartungen für die nächsten zwölf Monate preis. Die Werte in den 13 Kategorien reichen von -100 (deutliche Verschlechterung erwartet) bis +100 (deutliche Verbesserung erwartet).

Die Zuversicht sinkt in fast allen Bereichen

Besonders pessimistisch sind die Schweizer Unternehmen bezüglich gesetzlicher Regulierungen, der Währungssituation und der Zuverlässigkeit der Lieferketten.

Positiv gestimmt sind die KMU bei der eigenen Stärke: also der Wettbewerbsfähigkeit, der wirtschaftlichen Situation und den Marktchancen. Doch auch die positiven Kategorien zeigen im Trend nach unten.

Einzig bei der Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal und bei der Chancengleichheit von Mitarbeitenden zeigt der Trend nach oben.

Die diesjährige Befragung fokussierte sich auf Krisenfestigkeit: Über die Hälfte der KMU hält sich für eher bis sehr resilient. Auch im Unternehmensalltag glaubt die Mehrheit, in Krisen handlungsfähig bleiben zu können.

Strategische Schwächen trotz hohen Vertrauens

Dennoch trauen sich nur 27 Prozent zu, das Geschäftsmodell innerhalb von sechs Monaten grundlegend zu ändern. 18 Prozent der Befragten gaben an, ein unerwarteter Umsatzrückgang sei sehr schwierig oder gar existenzbedrohend.

Eine Ambivalenz zeigt sich auch bei der Technologie, die die Unternehmen als Hoffnungsträger und Bedrohung sehen. 49 Prozent der Befragten nannten KI als wichtigstes Zukunftsthema – fast doppelt so viele wie im Vorjahr (25 Prozent). Dabei bezeichnen 16 Prozent den technologischen Wandel als ihre grösste Sorge, während 80 Prozent sagen, ihre Situation habe sich durch moderne Technologie verbessert.

Mittelfristig bleibt die Situation für KMU gemäss der Studie unsicher. Sie ist weiterhin abhängig von internationalen Beziehungen – insbesondere zu den USA. Positiv stimmt das Selbstbewusstsein der Schweizer Unternehmen. Die Frage bleibt, ob sie dieses Selbstbild auch mit strategischen Fähigkeiten stützen können.

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