Schweiz
ÖV

SBB-Sekundenbussen: Konsumentenschutz fordert mehr Kulanz

SBB Kundenbegleiterin kontrolliert Fahrkarten der Reisenden auf der Strecke Olten-Biel, aufgenommen am Dienstag, 27. Januar 2026 in Olten. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
Sekundenbussen sorgen immer wieder für Ärger.Bild: KEYSTONE

Wegen weniger Sekunden gebüsst – so reagieren die SBB auf die Kritik

18.07.2026, 11:3818.07.2026, 11:58

Wer in den ÖV einsteigt und sein Ticket nur wenige Sekunden zu spät löst, muss mit einer saftigen Busse rechnen.

«Immer wieder melden sich Konsumenten bei uns wegen fehlender Kulanz bei SBB-Billettkontrollen», schreibt der Konsumentenschutz auf Instagram. Besonders häufig gehe es um die sogenannten Sekundenbussen.

Muss man einen Sprint hinlegen, um den Zug kurz vor Abfahrt noch zu erwischen, kann es einem schnell mal passieren, dass das Ticket wenige Sekunden nach Abfahrt gelöst wird. Selbst wenn die Kontrolle dann wesentlich später erfolgt und damit ein versuchter Betrug auszuschliessen ist, gibt es gemäss den Kontrollgeräten der Reisebegleiterinnen und Reisebegleiter nur eine Betrachtungsweise: pünktlich gelöst oder zu spät gelöst.

Der Konsumentenschutz fordert deshalb mehr Kulanz bei solchen Situationen und ruft dazu auf, Erfahrungen zu teilen. Eine Reisende schreibt: «Bin im Zug extra zur Kontrolleurin und habe sie gesucht. Wollte ihr mitteilen, dass ich kein Ticket habe und ich gerade eines lösen will, aber mein Internet spinnt. [...] Hab natürlich ne Busse bekommen. Klar, ich war ohne Ticket. Aber ja …» Zu anderen Bahnlinien wie der Rhätischen Bahn (RhB) und der BLS erhält der Konsumentenschutz kaum Meldungen.

SBB prüfen jeden Fall einzeln

«Das Thema Kulanz beschäftigt und ist uns wichtig», schreiben die SBB unter dem Beitrag. Mit einem Satz lasse sich das Thema nicht abhandeln. Zentral sei: Wenn sich jemand ungerecht behandelt fühle, solle er sich direkt melden. Die SBB schauen jeden Fall einzeln an. (cst/jul)

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Chris B.
18.07.2026 12:18registriert April 2020
Ich wünschte die SBB hätte diesen Enthusiasmus, wenn es um die ganzen Leute geht, welche ihre Handys ohne Kopfhörer benutzen oder die Füsse gemütlich auf den Sitzen platzieren. Aber ja, man bestraft lieber die Kunden, welche sonst anständig sind und in den überwiegenden Fällen einfach durch den Stress einen Fehler gemacht haben.
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Vorname_Name
18.07.2026 12:30registriert Februar 2026
Ich musste mal von Zürich nach Luzern und habe unerwarterter Weise noch einen früeheren Zug erwischt (also z.B. 12:10 statt 12:35). Meine Hände waren aber voll und die ersten 5 Wagons waren von der 1. Klasse - ich musste dann mit besagt vollen Händen alles nach vorne zue 2. Klasse springen - was der Kontrolleur gesehen hat. Den Zug habe ich erwischt, das Ticket aber 23 Sekunden nach Abfahrt gelöst. Kontrolliert wurde ich zirka 20 Minuten später - eine Busse gabs trotzdem. Sowas kann ich dann einfach nicht nachvollziehen, nachdem ich 20 Jahre lang das GA hatte und immer treue Kundin war.
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