Wegen weniger Sekunden gebüsst – so reagieren die SBB auf die Kritik
Wer in den ÖV einsteigt und sein Ticket nur wenige Sekunden zu spät löst, muss mit einer saftigen Busse rechnen.
«Immer wieder melden sich Konsumenten bei uns wegen fehlender Kulanz bei SBB-Billettkontrollen», schreibt der Konsumentenschutz auf Instagram. Besonders häufig gehe es um die sogenannten Sekundenbussen.
Muss man einen Sprint hinlegen, um den Zug kurz vor Abfahrt noch zu erwischen, kann es einem schnell mal passieren, dass das Ticket wenige Sekunden nach Abfahrt gelöst wird. Selbst wenn die Kontrolle dann wesentlich später erfolgt und damit ein versuchter Betrug auszuschliessen ist, gibt es gemäss den Kontrollgeräten der Reisebegleiterinnen und Reisebegleiter nur eine Betrachtungsweise: pünktlich gelöst oder zu spät gelöst.
Der Konsumentenschutz fordert deshalb mehr Kulanz bei solchen Situationen und ruft dazu auf, Erfahrungen zu teilen. Eine Reisende schreibt: «Bin im Zug extra zur Kontrolleurin und habe sie gesucht. Wollte ihr mitteilen, dass ich kein Ticket habe und ich gerade eines lösen will, aber mein Internet spinnt. [...] Hab natürlich ne Busse bekommen. Klar, ich war ohne Ticket. Aber ja …» Zu anderen Bahnlinien wie der Rhätischen Bahn (RhB) und der BLS erhält der Konsumentenschutz kaum Meldungen.
SBB prüfen jeden Fall einzeln
«Das Thema Kulanz beschäftigt und ist uns wichtig», schreiben die SBB unter dem Beitrag. Mit einem Satz lasse sich das Thema nicht abhandeln. Zentral sei: Wenn sich jemand ungerecht behandelt fühle, solle er sich direkt melden. Die SBB schauen jeden Fall einzeln an. (cst/jul)
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