Nespresso nimmt kompostierbare Papierkapseln vom Markt
Nespresso verabschiedet sich von seinen kompostierbaren Kaffeekapseln aus Papier. Die Nestlé-Tochter stellt das erst vor wenigen Jahren eingeführte Sortiment wieder ein, wie eine Nestlé-Sprecherin der Nachrichtenagentur AWP am Montag erklärte. Sie bestätigte damit entsprechende Medienberichte.
Die Papierkapseln seien als Pilotprojekt eingeführt worden, um den Kunden eine zusätzliche Wahl zu bieten. Rückmeldungen hätten jedoch Probleme bei der begrenzten Haltbarkeit und beim allgemeinen «Produkterlebnis» gezeigt, so die Sprecherin. Nespresso sei daher heute mehr denn je überzeugt, dass Aluminium die beste Wahl sei, um Geschmack und Aroma des Kaffees zu schützen.
Ganz verschwunden sind die Papierkapseln in der Schweiz allerdings noch nicht. In einzelnen Nespresso-Boutiquen dürften sie je nach Abverkauf noch etwa einen Monat erhältlich sein. Getestet hatte Nespresso die Kapseln in 14 europäischen Märkten.
Umweltbilanz laut Nestlé vergleichbar
Die heimkompostierbaren Kapseln waren 2023 nach drei Jahren Entwicklungsarbeit lanciert worden und bestanden zu 82 Prozent aus Papier. Nach dem Öffnen der Verpackung empfahl Nespresso, sie innerhalb von vier Wochen zu verbrauchen. Aluminiumkapseln schützen den Kaffee laut dem Unternehmen dagegen bis zu einem Jahr vor Licht, Luft und Feuchtigkeit.
Einen Rückschritt bei der Nachhaltigkeit sieht Nespresso darin nicht. Laut einer vom Unternehmen in Auftrag gegebenen Lebenszyklusanalyse ist der CO2-Fussabdruck praktisch gleich. Für eine Tasse Espresso werden bei der Papierkapsel 79 Gramm CO2-Äquivalente veranschlagt, bei der Aluminiumkapsel 81 Gramm.
Fokus auf Recycling
Statt auf Papier will das Unternehmen nun stärker auf das Recycling von Aluminium setzen. Dabei sollen die Kapseln zunehmend über die normalen Sammelsysteme entsorgt werden können.
In Frankreich könnten mittlerweile 80 Prozent der Bevölkerung Nespresso-Kapseln über die reguläre Wertstoffsammlung recyceln, erklärte die Sprecherin. In der Schweiz liege die Recyclingquote der Kapseln für den Heimgebrauch bei 73 Prozent. Das Unternehmen will sich nun darauf konzentrieren, diese Quote weiter zu erhöhen. (hkl/sda/awp)
