Wirtschaft
Schweiz

Schweizer KMU sehen Künstliche Intelligenz nicht als Jobkiller

Schweizer KMU sehen künstliche Intelligenz nicht als Jobkiller

15.09.2026, 09:4015.09.2026, 10:55

Künstliche Intelligenz ist bei Schweizer KMU mittlerweile weit verbreitet, sorgt aber bislang kaum für grundlegende Veränderungen. Drei Viertel der Unternehmen nutzen KI bereits oder erproben sie. Dennoch erwarten zwei Drittel keine fundamentale Veränderung der Arbeitswelt, wie aus der am Dienstag veröffentlichten KMU-Arbeitsmarktstudie der AXA hervorgeht.

35 Prozent der befragten KMU integrieren KI demnach bereits bewusst in ihre Unternehmensprozesse, weitere 39 Prozent erproben die Technologie. Damit hat sich die Verbreitung nach dem deutlichen Anstieg im Vorjahr stabilisiert. Zwischen 2024 und 2025 war der Anteil der Firmen, die KI nutzten oder ausprobierten, von 55 auf 71 Prozent gestiegen.

Auch bei den Einsatzgebieten geht die Entwicklung weiter. Besonders häufig wird KI in Unternehmen für Übersetzungen (47 Prozent), Korrespondenz (42 Prozent) und Werbetexte (35 Prozent) eingesetzt. Zugenommen hat vor allem die Nutzung zur Optimierung von Arbeitsschritten: Der Anteil stieg seit 2024 von 23 auf 35 Prozent. Bei Datenanalysen erhöhte er sich von 22 auf 34 Prozent. Kundenbetreuung und Support stagnieren dagegen bei 17 Prozent.

Bei den Auswirkungen auf die Beschäftigung bleiben die Unternehmen zurückhaltend. 47 Prozent der KMU mit KI-Erfahrung erwarten zwar Zeiteinsparungen, aber keine Veränderung bei der Zahl der Stellen. Nur 12 Prozent rechnen damit, künftig auf Personal verzichten zu können. Auch beim Geschäftsmodell sehen die meisten keinen Anpassungsbedarf: 31 Prozent bejahen einen solchen, während knapp zwei Drittel keinen oder eher keinen Handlungsbedarf sehen.

KI wird damit von den meisten KMU eher als Werkzeug zur Effizienzsteigerung denn als disruptive Kraft wahrgenommen. 41 Prozent sehen in der Technologie eine Chance für ihr Geschäft, 15 Prozent eine Bedrohung. Bei grossen KMU ist die Bereitschaft zur Anpassung allerdings deutlich höher: 42 Prozent sehen Handlungsbedarf beim Geschäftsmodell, gegenüber 23 Prozent bei kleinen Unternehmen.

(hkl/sda/awp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2
«Extreme Vorsicht»: Anthropic-Mitarbeiter kündigt und warnt vor dem Terminator-Szenario
Ein Forscher der KI-Firma Anthropic ist mit einer drastischen Warnung zurückgetreten: Die grossen Entwickler Künstlicher Intelligenz handelten unverantwortlich «und spielen mit unseren Leben».
Bald werde es Computersysteme geben, deren Fähigkeiten die von Menschen überträfen, betonte Jacob Coxon auf der Online-Plattform X.
Zur Story