Wirtschaft
Schweiz

«Wucher-Preis!» – Kunden wüten über teures Nintendo-Angebot auf Daydeal

Überall ausverkauft, ausser bei Daydeal: Hier kostet der Nintendo Classic Mini dafür 50 Franken mehr.
Überall ausverkauft, ausser bei Daydeal: Hier kostet der Nintendo Classic Mini dafür 50 Franken mehr.Screenshot daydeal.ch

«Wucherpreis!» – Daydeal verkauft Retro-Nintendo während Lieferengpass 50 Franken teurer

Das Schnäppchenportal Daydeal verkauft den vergriffenen «Nintendo Classic Mini» weit über dem Normalpreis. Die Kunden sprechen von schamloser Ausnutzung der Lieferengpässe. Daydeal verteidigt sich: «Unsere Marge bleibt gleich.»
02.02.2017, 14:0702.02.2017, 19:58
Severin Miszkiewicz
Severin Miszkiewicz

«Coole Angebote zum Schnäppchenpreis» – mit diesem Spruch wirbt der Online-Shop Daydeal mit seinen täglich wechselnden Spezialangeboten. Das heutige Angebot ist allerdings auf den ersten Blick nicht so «cool»: Daydeal bietet die begehrte Nintendo Konsole «Nintendo Classic Mini» zu einem Preis weit über der unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) an. Die Konsole gibt's für 129 Franken statt des UVP von 79 Franken. Die Kunden reagieren auf die Preiserhörung mit wütenden Kommentaren und sprechen von «reiner Abzocke».

Wütende Kunden bei Daydeal

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Wütende Kunden bei Daydeal.ch
quelle: screenshot
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«Das ist nicht euer ernst!», «Mir wird übel», «Ihr habt heute einige Kunden verloren», heisst es in den Kommentaren des heutigen Angebots. Viele Kunden sind stinksauer über den Preisaufschlag und finden, dass der Online-Shop an Glaubwürdigkeit verloren hat. Einige Kunden vermuten, dass Daydeal die Lieferengpässe der Konsole ausnutzten und mit dem Preisaufschlag «soviel Geld wie möglich scheffeln» will. In der Schweiz ist die Konsole restlos ausverkauft und auch im Rest der Welt kann man den Nintendo nur schwer bekommen. Nutzt der Online-Shop also seine Kunden aus?

«Nicht besser als Ticketverkäufer auf dem Schwarzmarkt»

Adrian Huber von Daydeal winkt ab: «Vor drei Wochen haben wir einen Broker im Ausland gefunden, der die Konsole zu einem höheren Preis anbot. Wir haben kurz überlegt und dann zugeschlagen.» Der Preisaufschlag sei also ein Resultat von Angebot und Nachfrage und weil der Lieferant einen höheren Preis forderte, sei auch der Preis bei Daydeal gestiegen. 

Auf die Frage, ob Daydeal einen höheren Gewinn mit dem Angebot einsackt, verneint Huber wieder. «Unsere Gewinnmarge bleibt gleich wie bei der Preisempfehlung von 79-89 Franken», sagt er. «Wir haben den Mehrpreis durchaus kritisch diskutiert, entschieden uns schlussendlich aber dafür.» Funktioniert hat das Angebot trotz höherem Preis: Alle Konsolen wurden innert 150 Minuten verkauft.

Kommende Spiele 2017 auf der Nintendo Switch

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