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Lasst uns die Welt fluten – und dann den Stöpsel ziehen

Ozean, Wasser, Land unter
Geflutet: Eine Welt unter Wasser.Bild: Pexels

Lasst uns die Welt fluten – und dann den Stöpsel ziehen

15.12.2017, 19:5316.12.2017, 17:39

Der Meeresspiegel steigt. Allein im 20. Jahrhundert ist der Pegel um rund 17 Zentimeter gestiegen. Bei einem weiteren Anstieg werden die Folgen für Inselstaaten wie die Malediven oder flache Küstenländer wie Bangladesch unabsehbar sein. Eine wichtige Ursache für das Vorrücken der Ozeane ist die Klimaerwärmung, die zum einen das Volumen des Meerwassers erhöht und zum andern das Landeis schmelzen lässt.

Doch selbst wenn sämtliches Eis der Erde schmölze, würde das Meer höher gelegene Gebiete wie die Schweiz niemals erreichen. Eine Erde, die komplett von Wasser bedeckt ist, wird es nie geben. 

Es sei denn, man veranstaltet ein kleines Gedankenspiel und lässt den Meeresspiegel so drastisch ansteigen, dass sogar der Gipfel des Mount Everest im Wasser versänke. Eine Art radikale Waterworld: 

Animiertes GIFGIF abspielen
Land unter: So würde die Landmasse der Erde im Wasser versinken, wenn der Meeresspiegel um mindestens 8848 Meter anstiege. GIF: watson

Neben den Gebieten, die heute schon mit dem Anstieg des Meeresspiegels zu kämpfen haben, wären bald weitere Tiefebenen – zum Beispiel die Mündungsgebiete grosser Ströme – betroffen. Bald hätte sich die vertraute Gestalt der Kontinente stark verändert: 

Land unter, Einzelbild
Florida ist Geschichte, das Amazonas-Gebiet ebenso geflutet wie das Westsibirische Tiefland. Die Nordsee und das Schwarze Meer sind verbunden, grosse Teile Chinas versunken. Bild: watson

Mit der Zeit ragen nur noch die höchstgelegenen Gebiete aus der Wasserwüste. Am Schluss ist nur noch der Himalaya übrig: 

Land unter: Nur noch der Himalaya ragt aus dem Wasser.
Bild: watson

Und umgekehrt?

Aber was wäre, wenn das Gegenteil geschieht? Wenn sich an der tiefsten Stelle der Weltmeere, dem Marianengraben im Pazifik, ein Abfluss befände – und jemand den Stöpsel ziehen würde? Das sähe dann so aus: 

Das geschieht, wenn man den Stöpsel im Marianengraben zieht. Video: YouTube/Vivid Maps

Die Animation stammt von User Vinnytsia auf Reddit, der sich nach eigenen Angaben seinerseits von Randall Munroes «What If?» inspirieren liess. Munroe beantwortet jeweils Fragen, die ihm zugestellt werden. Hier war es die Frage, wie schnell die Ozeane auslaufen würden, wenn sich an der tiefsten Stelle ein Loch mit einem Radius von zehn Metern befände, durch das das Wasser ins All abfliessen würde (irgendwohin muss das Wasser ja, und wenn man kein Anhänger der Hohlerde-Theorie ist, bleibt fast nur das All übrig). 

Karten

Falls es tatsächlich so einen Abfluss im Marianengraben gäbe, würde sich für uns erstaunlicherweise gar nicht viel ändern, schreibt Munroe. Es würde nämlich hunderttausende von Jahren dauern, bis das Wasser der Ozeane vollständig abgeflossen wäre. Tatsächlich würde nicht einmal das gesamte Wasser abfliessen – sobald Nebenmeere wie das Schwarze Meer oder das Mittelmeer mit dem Fallen des Meeresspiegels vom Ozean abgeschnitten wären, flösse dort kein Wasser mehr ab.  

(dhr)

Meeresspiegel steigt überdurchschnittlich

Video: watson
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Die Welt unter Wasser – unser Tool zeigt, was passiert, wenn der Meeresspiegel steigt
In den nächsten 200 Jahren könnte der Meeresspiegel um bis zu 5 Meter steigen, im Extremfall – wenn alles Eis der Erde schmilzt – sogar um 65. Doch nicht jede Küste trifft es gleich schnell: Unser interaktives Tool zeigt, wo zuerst Land verschwinden wird.
In den nächsten 200 Jahren könnte der Meeresspiegel im ungünstigsten, von Klimaforschenden diskutierten Szenario um bis zu 5 Meter steigen. Würde gar sämtliches Eis der Erde – jeder Gletscher, das gesamte Grönland- und Antarktis-Eis – schmelzen, kämen wir auf rund 65 Meter. Zwischen diesen beiden Zahlen liegt eine Welt voller Unterschiede: Manche Küsten würden schon beim kleineren Wert geflutet, andere Orte wie die Schweiz bräuchten einen Anstieg von mehreren hundert Metern, um auch nur teilweise unterzugehen.
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