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Ungeborene Kinder schneiden Grimassen, wenn die Mutter Federkohl isst

Ungeborene Kinder schneiden Grimassen, wenn die Mutter Federkohl isst

Federkohl? Wäh! Karotten? Yay! Ein Forschungsteam untersuchte, wie ungeborene Kinder auf Gemüse reagieren. Das Grünzeug kam dabei nicht so gut weg.
13.10.2022, 05:4213.10.2022, 14:10

Hungrig auf Gemüse sind Kinder meist nur, wenn es danach Pommes Frites gibt. Sobald Grünes auf dem Teller landet, verziehen viele Kinder das Gesicht – das sieht dann etwa so aus:

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Aber nicht nur Kinder rümpfen ihre Nase, wenn sie Grünkost vorgesetzt bekommen, bereits Ungeborene reagieren auf Gemüse. Laut einer neuen Studie der Durham University in England verziehen ungeborene Kinder ihr Gesicht, wenn sie im Mutterleib Federkohl ausgesetzt sind. Das sieht dann nicht viel anders aus als bei Kleinkindern:

Der Fötus einer schwangeren Frau, die zuvor Federkohl konsumierte, macht ein weinendes Gesicht.
Der Fötus einer schwangeren Frau, die zuvor Federkohl konsumierte, macht ein weinendes Gesicht.bild: sage journals

Der Geschmack von Karotten hingegen soll die Ungeborenen zum Schmunzeln bringen.

Das Gesicht eines Ungeborenen, wenn es den Geschmack einer Karotte wahrnimmt.
Das Gesicht eines Ungeborenen, wenn es den Geschmack einer Karotte wahrnimmt.bild: sage journals

Wie fand man das heraus?

Um herauszufinden, wie Ungeborene auf Gemüse reagieren, das von der Mutter gegessen wurde, hat ein Forschungsteam der britischen Universität Durham knapp 70 schwangere Frauen im Alter von 18 bis 40 untersucht. Nach dem Verzehr von Gemüsekapseln haben die Forscherinnern und Forscher mittels Ultraschalluntersuchungen die Reaktionen aufgenommen.

Die Frauen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe wurde gebeten, eine Kapsel mit Federkohlpulver einzunehmen, die andere Gruppe erhielt Kapseln mit Karottenpulver. Eine Stunde vor dem Forschungsprojekt durften die Probandinnen kein anderes Essen zu sich nehmen. Nach 20 Minuten untersuchte das Forschungsteam die Föten. Die Föten jener Frauen, die Karottenpulver zu sich nahmen, schienen mit einem erfreuten Gesicht auf das orange Gemüse zu reagieren. Nicht sichtlich erfreut wirkten die Ungeborenen jener Frauen, die Federkohlkapseln erhielten.

Für das Forschungsteam ist die Studie, die in der Zeitschrift Psychological Science erschienen ist, ein Meilenstein. «Eine Reihe von Studien haben gezeigt, dass Babys im Mutterleib schmecken und riechen können, aber sie basieren auf Ergebnissen nach der Geburt, während unsere Studie die erste ist, die diese Reaktionen vor der Geburt beobachtet», sagt die Autorin der Studie Beyza Ustun. Sie und ihr Team wollen nun weitere Geschmacksrichtungen untersuchen.

Sollen Mütter nun kein Federkohl mehr essen?

Nadja Reissland, die Co-Autorin der Studie, sagt, dass man aus anderen Forschungsergebnissen wisse, dass Kinder viel weniger wählerische Esser sind, wenn die Mutter sich während der Schwangerschaft abwechslungsreich ernährt. Federkohl sollte demnach weiterhin in die Ernährung integriert werden.

Schliesslich erlernen sie dabei auch schon früh das Schauspiel des Grünzeugwiderstands.

(cst)

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