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Sonnencreme schädigt Meeresbewohner – egal ob mit oder ohne Label

Sonnencreme schädigt Meeresbewohner – egal ob mit oder ohne «Umwelt-Label»

18.02.2022, 15:3818.02.2022, 15:38

Sonnenschutzmittel schädigen Meeresbewohner. Dabei ist es quasi einerlei, ob eine Sonnencreme als umweltfreundlich gekennzeichnet ist, oder nicht, dies berichten Wiener Forscher im Fachjournal «Scientific Reports».

Besonders gefährdet von als «umweltfreundlich» gelabelter Sonnencreme sind Foraminiferen – winzige, einzellige Lebewesen. Denn Wirkstoffe in als «umweltfreundlich» vermarkteten Sonnencremes greifen Kieselalgen an, die in Symbiose mit den Foraminiferen leben und für deren Stoffwechsel essenziell sind.

In this photo provided by the Great Barrier Reef Marine Park Authority small fish school in waters of Ribbon Reef No 10 near Cairns, Australia, Sept. 12, 2017. The Australian government on Friday, Jan ...
Das «Great Barrier Reef» in Australien ist bedroht. Auch von Sonnencreme – egal ob mit oder ohne Umwelt-Label.Bild: keystone

Je «umweltfreundlicher», desto umweltschädlicher

«Aufgrund der grossen Menge an Foraminiferen in den tiefen wie auch flachen Gewässern und deren Aufnahme von Phytoplankton kann davon ausgegangen werden, dass sie einen wesentlichen Beitrag zum globalen marinen Kohlenstoff- und Stickstoffkreislauf leisten», erklärt Petra Heinz vom Institut für Paläontologie der Universität Wien in einer Mitteilung. Diese Funktion könnte allerdings vor allem in küstennahen Gebieten durch die Verschmutzung mit Rückständen von Sonnencremes beeinträchtigt werden.

Für die Studie wählten die Wissenschaftler vier Sonnenschutzmittel aus, zwei davon werden als «umweltfreundlich» vermarktet. Zudem testeten sie die Wirkung von reinem Ensulizol, das häufig als UV-Blocker in Sonnenschutzmitteln eingesetzt wird.

Die Forscher konnten zeigen, dass insbesondere Ensulizol einen starken negativen Einfluss auf die Kieselalgen hat. Zudem beeinträchtigten vermeintlich «umweltfreundliche» Sonnenschutzmittel die Gesundheit von Foraminiferen stärker als konventionelle.

«Wir gehen davon aus, dass insbesondere Metall-Nanopartikel wie Titandioxid oder Zinkoxid von 'umweltfreundlichen' Sonnenschutzmitteln diese Wirkung verursachen», so Lintner. Diese Stoffe seien bereits früher als toxisch für mehrere Mikroorganismen eingestuft worden.

(yam/sda/apa)

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