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Ein Hund nimmt ein Sonnenbad neben seiner Besitzerin im North Beach Park in Racine, USA, am 28. Juli 2004. Fuer Urlauber mit Hund gibt es immer mehr Spezialangebote. Vor allem im Internet. Dort findet man inzwischen ein knappes Dutzend Plattformen, auf denen sich Tausende Hundeliebhaber zu Ferienzielen und -wuenschen rege austauschen, sich helfen und Tipps geben. (AP Photo/Journal Times, Scott Anderson) ** zu unserem Korr APD1967 **

Sonne satt: Um den Sonnenschutz ranken sich zahlreiche Mythen.  Bild: AP THE JOURNAL TIMES

Keine Sonnencreme im Schatten? Kleidung blockt UV-Strahlung? Schluss mit diesen Mythen

Es gibt sie noch, diese Unbelehrbaren: Knallrot liegen sie in der Sonne. Die Mehrheit allerdings greift zur Tube mit der Sonnencreme. Doch welche wirkt und wie oft sollte man sich eincremen? Und was ist mit hybriden Produkten mit integriertem Bräunungsaktivator, Hautstraffer oder Gesichtspflege?

Rahel Koerfgen / Schweiz am Wochenende



Es gibt sie noch, diese Unbelehrbaren, die mit verdächtig rotem Kopf, Bauch oder Rücken an der Sonne liegen. Die Mehrheit jedoch greift zur Tube. Gleich literweise wird sie täglich in diesen hitzigen Zeiten aufgetragen: Sonnencreme. Sie schützt unsere Haut vor der schädlichen UV-A und UV-B-Strahlung.

Wir wissen längst, dass zu exzessives Sonnenbaden die Hautalterung beschleunigt und sogar Hautkrebs verursachen kann. Entsprechend hat sich die Mode geändert. Galt tief gebräunte Haut in den 1970er-, 80er- und 90er-Jahren als chic und gesund, so ist heute eine leichte Bräune das alles überstrahlende Schönheitsideal. Die Sonne geniessen, aber mit Vorsicht, lautet die Devise.

Heute wird allerdings der effektive Schutz vor UV-Strahlung bei einer Sonnenmilch für den Körper oder fürs Gesicht längst als normal angesehen. Die Konsumenten verlangen nach hybriden Produkten, die weit mehr können als nur zu schützen; die Zusatznutzen reichen vom integrierten Bräunungsaktivator und Hautstraffung über Gesichtspflege bis hin zu Glitzerpartikeln und umweltschützenden Filtern.

Gernot Kunze, Experte für die Marke Daylong bei Nestlé Skin Health, bestätigt: «Heute sind weitere Produkt-Benefits gefragt, beispielsweise ein erweitertes Schutzspektrum, Schweissresistenz oder die Hydratisierung der Haut.»

Auch immer stärker im Fokus der Forscher steht die sensible Haut und damit die Vermeidung von allergischen Reaktionen. Kunze betont: «Der Schutz steht für uns weiterhin im Zentrum der Forschung – und diese geht weit über die UV-Strahlung hinaus.»

Schützen Sonnencremes mit Zusatznutzen gleich gut?

Die Sonnenschutzprodukte mit Zusatznutzen zeigen bereits seit einigen Jahren stark steigende Verkaufszahlen an. Was ja nicht weiter erstaunlich ist: Es ist viel praktischer, alles in einer Creme vorzufinden. Das spart morgens Zeit, das ist der heutige Lifestyle. Fehlt eigentlich nur noch das Duschgel, das den Sonnenschutz bereits integriert hat.

Die Dermatologin und Schönheitsärztin Liv Kraemer mit einer Praxis in Zürich rät allerdings «dringend» von solchen Hybridprodukten ab. «Je mehr Inhaltsstoffe und sonstige Partikel in einer Creme enthalten sind, desto grösser das Risiko einer allergischen Reaktion», sagt sie. Zudem könne die Wirksamkeit der einzelnen Komponenten geschmälert werden.

Sind vegane Sonnencremes besser?

Von veganen Produkten mit ausschliesslich natürlichen Inhaltsstoffen ist die Ärztin auch nicht überzeugt: «Keine Creme kann ohne Konservierungsstoffe länger im Schrank haltbar sein», sagt Kraemer.

Sollte man bei bewölktem Himmel auch Sonnenschutz auftragen?

Sie empfiehlt weiter, jeden Tag – auch bei bewölktem Himmel und nicht nur in der Badi – Sonnenschutz aufzutragen, «so mache ich das seit Jahren».

Entsprechend viel verspricht man sich bei Daylong von Sonnenpflegeprodukten für das Gesicht, die für die tägliche Anwendung entwickelt wurden und laut Kunze einen «wirksamen Breitbandschutz haben, der der vorzeitigen Hautalterung entgegenwirkt». Zurzeit seien hier Gelee und ganz leichte Texturen sehr populär.

Dringt UV-Strahlung durch Kleidung, Fenster oder Autoscheiben?

Aber nicht nur das exponierte Gesicht, auch der Körper sollte geschützt werden. Denn die Strahlung wirkt bei bewölktem Wetter und durch die Kleidung hindurch. Laut der deutschen Haut- und Allergiehilfe gewährt ein weisses Shirt aus Baumwolle nur den minimen Schutz von Lichtschutzfaktor 10.

Und auch im Schatten oder hinter der Autoscheibe ist man nicht «sicher»: Da reduziert sich die UV-Strahlung um nur 50 respektive 40 Prozent. «Ich sage ja nicht, dass man sich vor der Sonne verstecken soll. Sie in Massen zu geniessen ist okay», sagt Kraemer weiter. Denn sei die Haut erst mal gerötet, sei dies irreparabel. «UV-A-Strahlen gehen richtig tief, zerstören zum Beispiel das Kollagen in der Haut, das sie glatt hält. Falten sind die Folge.»

Ist Lichtschutzfaktor 50+ wirklich besser als Faktor 30?

Damit spricht die Ärztin einen weiteren Mythos an: Es ist medizinisch bewiesen, dass sich ein Sonnenbrand nach einer gewissen Zeit nicht in ein gesundes Goldbraun verwandelt. «Sonnenbrand ist keine Vorstufe des Braunwerdens, sondern eine Schädigung der Haut», sagt Kraemer. Auch nütze es nichts, eine Milch mit Lichtschutzfaktor 50+ nur einmal aufzutragen. «Das ist Geldverschwendung. Lieber einen Faktor 30, den man mag und den man dafür alle zwei Stunden aufträgt.»

Allerdings wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass bei Lichtschutzfaktor 30 immerhin noch 3,3 Prozent der Strahlung durchkommen; bei Faktor 50 sind es 1,7 Prozent – dieser Unterschied kann unter Umständen den Ausschlag geben. Wer will schon mit hochrotem Kopf den Strand entlang flanieren? (aargauerzeitung.ch)

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