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Benutzt du noch Sonnencreme oder hast du schon ein UV-Pflaster?

Bild: youtube/La Roche-Posay

Der neuste Schrei aus dem Silicon Valley ist eine Technologie, die uns vor Hautkrebs schützen soll. Experten sind skeptisch.



Das Smartphone ist für die meisten Menschen aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Es ersetzt die morgendliche Zeitung, überprüft unsere Fitness und lenkt uns mit mehr oder minder unterhaltsamen Apps von der Arbeit ab.

Nun haben sich die Tüftler im kalifornischen Silicon Valley etwas Neues ausgedacht. Das Smartphone soll jetzt die Sonnencreme ersetzen. Ja, richtig gehört: Ein Pflaster, ähnlich wie ein Klebetattoo für Kinder, wird auf eine beliebige Hautstelle geklebt. Mit der dazugehörigen App muss das Pflaster fotografiert werden und sofort erscheinen auf dem Smartphone-Bildschirm Resultate zur momentanen Sonnenbrandgefahr.

«My UV Patch» heisst diese neue Technologie und wird von La Roche-Posey vermarktet. Die Hautpflegemarke will damit vor Sonnenbrand und Hautkrebs schützen. Auf den sozialen Medien bewirbt sie derzeit das neue Produkt unter dem Motto «Save your skin». Verschiedene Leute posten Bilder von sich und wie sie den Patch ausprobieren. 

Doch was kann der Patch wirklich? Das herzförmige Pflaster ist ein flexibler Hautsensor und enthält photosensitive Farbstoffe. Das heisst, die Farben verändern sich je nach Sonneneinstrahlung. Auf der heruntergeladenen App muss ein eigenes Profil erstellt werden mit Angaben zur eigenen Haut-, Haar- und Augenfarbe. Über die Standortbestimmung weiss die App, wo man sich gerade befindet und wie dort die aktuellen Wetterdaten sind.

Nun muss das aufgeklebte Pflaster gescannt werden und das Smartphone gratuliert entweder zu vorbildlichem Schutz vor der Sonne oder empfiehlt, sofort in den Schatten zu stehen. Das Pflaster ist 0,05 Millimeter dünn, was in etwa der Dicke eines Haares entspricht, und klebt bis zu fünf Tage lang auf der Haut.

Bei «La Roche-Posay» heisst es, der Patch sei als lehrreiches Tool gedacht, um das Bewusstsein für die Hautkrebsvorsorge zu stärken. Entworfen wurde es im Entwicklungs- und Forschungslabor des Mutterkonzerns «L'Oréal» mit Sitz im Silicon Valley.

So funktioniert «My UV Patch»

abspielen

Video: YouTube/LovelySkin

Experten sind vom neuen Produkt mässig begeistert. Anna Caroline Maassen sagt, sie fände das UV-Pflaster zwar grundsätzlich nicht schlecht, da es die Menschen dafür sensibilisiert, mit der Sonne und ihrer Haut vorsichtig umzugehen. Das sei ein Vorteil. Der Nachteil sei aber, dass man eventuell verführt werde, wenig bekleidet die Sonne aufzusuchen. Man habe ja einen Sensor, der einen informiert. «Es ist aber so, dass bei der UV-Empfindlichkeit viele Faktoren eine Rolle spielen. Nicht nur allein der Grad der UV-Strahlung», sagt Maassen. 

Sinnvoller findet es die Dermatologin, an heissen, sonnigen Tagen eher den Schatten aufzusuchen, sich mit Kleidung und natürlich auch mit hohem Sonnenschutzfaktor zu schützen. Wer seine helle Haut nicht mag, könne sich eine gesunde Bräune auch anders holen. In einer Tanningspray-Kabine beispielsweise. Maassen bilanziert: «Für Menschen, die Technik benötigen, um mit der Sonne vorsichtig umzugehen, ist so ein Patch vielleicht sinnvoll. Für Menschen, die lieber ihren gesunden Menschenverstand einsetzen wollen, ist das Pflaster nicht notwendig.»

Beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) kennt man das neue Produkt noch nicht. Adrien Kay, BAG-Sprecher, verweist auf die üblichen Vorsichtsmassnahmen, wenn man in die Sonne geht. Das Wichtigste sei, dass man aus der Sonne gehe, noch bevor sich die Haut überhaupt erst rötet. «Passiert das, deutet das bereits auf eine Schädigung der Haut hin,» so Kay.

Noch ist das Pflaster in den Schweizer Apotheken nicht erhältlich. Es kann erst über die Internetseite von «La Roche-Posay» bestellt werden. 

Hitzewelle zum Sommerbeginn

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Video: srf

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22
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22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • El Vals del Obrero 23.06.2017 17:43
    Highlight Highlight Die Einstellung der Expertin "Du sollst das gar nicht wissen, weil ich dir nicht zutraue, dass du das richtig interpretierst; sei einfach so vorsichtig" finde ich ziemlich arrogant. Meistens führt dass dann nicht dazu, dass die Leute vorsichtiger sind, sondern dass sie die Warnungen in den Wind schlagen oder als übertrieben abtun.

    Parallele Drogen: "Nein, du sollst nicht über verschiedene Drogen und deren spezifischen Risiken Bescheid wissen! Lass es einfach bleiben, OK?"
  • scertes 23.06.2017 12:37
    Highlight Highlight dieser titel ist extrem fragwürdig. was sollen dumme leute denken, welche nur den titel lesen: "scheiss auf sonnencreme" hautkrebs ahoi - danke watson
  • Yelina 23.06.2017 11:49
    Highlight Highlight Mit Hautkrebsrisiko und Milchhaut hab ich mich mit einem Schattendasein abgefunden und mir gefällt inzwischen auch mein heller Hautton. Ohne Faktor 50 gehe ich im Moment nicht raus. Braun sein ist es mir nicht mehr wert, meine Haut zu quälen.
  • ChiliForever 23.06.2017 10:41
    Highlight Highlight Dafür braucht man kein Pflaster sondern gesunden Menschenverstand. Würde manchen mal helfen, selbigen zu benutzen, aber natürlich läßt man sich lieber von einen Computer sagen, wie man sich verhalten soll....
    Meine Güte, wenn mir die Sonne auf den Pelz brät weiß ich auch so, daß Schatten und/oder Sonnencreme angebracht wären, wenn ich länger draußen verweilen will.
    • Billy79 23.06.2017 11:14
      Highlight Highlight Ich habe ein appgesteurtes UV-Armband und bin im Urlaub jeweils sehr froh drum. Ich habe sehr helle Haut und gehe deshalb automatisch mit Sonnencreme aus dem Haus. Aber bei einem Ausflug bin ich schon froh, wenn mir das Telefon zwischendurch mal eine Message schickt, dass jetzt mal Zeit zum Nachtragen oder in den Schatten gehen ist. Vor allem, wenn man die Strahlung wegen Wolken unterschätzt und man sowieso von den verschiedenen Eindrücken abgelenkt ist. Es ist kein Muss, aber mir ist es das Wert, dass ich nicht immer wie ein Häftlimacher aufpassen muss.
    • El Vals del Obrero 23.06.2017 17:34
      Highlight Highlight Warum überhaupt mit einer App? Man könnte es doch auch so gestalten, dass man es von blossem Auge erkennen könnte.

      Bald braucht man auch zwingend eine App wenn man die Toilettenspülung bedienen will.
    • Billy79 25.06.2017 16:21
      Highlight Highlight Wenn euch eine Spülapp das Leben erleichtert, dann nur zu.
  • pun 23.06.2017 10:29
    Highlight Highlight "Wer seine helle Haut nicht mag, könne sich eine gesunde Bräune auch anders holen. In einer Tanningspray-Kabine beispielsweise."
    ... gesunde Bräune... Tanningspray-Kabine...
    • iss mal ein snickers... 23.06.2017 12:08
      Highlight Highlight ...gesundes rüebli-orange 😂😂😂
  • Loe 23.06.2017 10:19
    Highlight Highlight ...mal abgesehen davon, das wohl nicht jede Körperstelle gleich viel Sonne abbekommt, sehe ich eher einen weiteren negativen Punkt: wer vorhin vielleicht eher früher in den Schatten ging, weil er sich nicht verbrennen wollte, probiert (so wegen mega übertriebenem Gesundheitsbewusstsein und trotzdem Maximumherausholen-Mentalitätsdenken) möglichst lange an der Sonne zu bleiben - bis das Pflaster (wohl für stark sonnenenexponierte Stellen zu spät) sagt, es ist jetzt dein Maximum erreicht... Wers riskiren will, dem Dermatologen sein Geldbeutel freuts. Und die KK-Kosten sowieso. #selberVerschuldet
  • Menel 23.06.2017 10:15
    Highlight Highlight UV-Licht ist ja nicht nur dann schädlich, wenn man sich verbrennt. UV schädigt, auch ohne direkte Schädigung der Zelle, Teile der DNA. Unter anderem ein Gen, das für den eingeleiteten Zelltod verantwortlich ist.
    Darum ist es das sinnvollsten, wenn man sich einfach immer vor UV-Licht schützt.
    • ChiliForever 23.06.2017 11:32
      Highlight Highlight Ja, aber auch nicht zu sehr, sonst wird's knapp mit Vitamin D im Körper.
    • Menel 23.06.2017 12:49
      Highlight Highlight Der Vorteil an heller Haut ist ja, dass Vitamin D recht schnell gebildet wird. Ich glaube 1h pro Woche Sonnen-Licht reicht vollkommen und am schnellsten wird es glaub in den Kniekehlen gebildet...bin mir aber nicht mehr ganz sicher...
  • Luca Andrea 23.06.2017 10:02
    Highlight Highlight Eine kurze Internetabfrage nach UV-Index, spukt das gleiche zuverlässige Resultat aus. Dafür braucht's doch kein Pflaster...
  • icon 23.06.2017 09:50
    Highlight Highlight Ich denke es kann interessant und lehrreich sein, jedoch sollte man sich auf keinen Fall darauf verlassen.
  • FancyFish - Stoppt Zensur! 23.06.2017 09:43
    Highlight Highlight Und wenn man zu lange an der Sonne ist, hat man überall Sonnenbrand, ausser an einem kleinen herzförmigen Fleck
    • chnobli1896 23.06.2017 10:23
      Highlight Highlight Dann könnte man ja seinen Körper mit Herzen zupflastern und wäre geschützt? :-D
  • RozaxD 23.06.2017 09:36
    Highlight Highlight Da bin ich also ebenso skeptisch wie die Experten :o das Smarthphone soll sich da definitiv raushalten.
    • arpa 23.06.2017 17:56
      Highlight Highlight Die machen gemäss Medien ja eh schlapp wenns zu heiss wird.. 😉
  • Mantarochen 23.06.2017 09:36
    Highlight Highlight Habe vor Jahren eine kleine Karte bekommen, die man in die Sonne hält und wo die UV-Stärke angezeigt wird. Warum denn wieder ein wohl teures Wegwerfprodukt kaufen?
    • Madison Pierce 23.06.2017 10:19
      Highlight Highlight Du bist sowas von altmodisch. Dein Sensor zeigt zwar die UV-Intensität an, aber er kann viel weniger als die App: in der App gibt es Belohnungen für guten Sonnenschutz und man kann seine Resultate auf sozialen Netzwerken teilen. Und vor allem: es ist in der Cloud!!!
    • arpa 23.06.2017 18:00
      Highlight Highlight @Madison
      Echt unglaublich dieses socialmedia-sharing. Ich benutze ein gerät ~150.- mit einer app um meine hrv zu trainieren(herzratenvariabilität, ausgeglihenheit,entspannung usw). Und selbst da werde ich beinahe genötigt meine resultate auf fb und co zu teilen.. ich kapier das nicht, wer teilt diese daten? Echt unglaublich und sorry fürs OT.

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