Hailey Bieber spricht über gesundheitliche Probleme nach der Geburt
Es gibt eine Vielzahl an Gesundheitsthemen, die fast ausschliesslich Frauen betreffen und stark unterforscht sind: Endometriose, Lipödem oder die Menopause.
Hailey Bieber nutzt nun ihre Bekanntheit, um auf Frauengesundheit aufmerksam zu machen. Denn auch sie litt nach der Geburt ihres Kindes unter einer wenig erforschten Krankheit: der prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS).
PMDS gilt als eine besonders schwere Form des prämenstruellen Syndroms (PMS). Während PMS sowohl körperliche als auch psychische Symptome wie Unterleibsschmerzen, Brustspannen, Blähungen oder Stimmungsschwankungen umfassen kann, leiden Betroffene mit PMDS vor allem unter besonders ausgeprägten psychischen Beschwerden. Dazu gehören schwere depressive Verstimmungen, Angstzustände, Panikattacken oder extreme Reizbarkeit.
PMS vs. PMDS
Schätzungen zufolge sind bis zu acht Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter betroffen. Die Dunkelziffer könnte noch höher liegen. Denn PMDS ist bislang wenig erforscht und wird von Fachpersonen häufig nicht oder erst spät erkannt.
Erst 2022 wurde PMDS offiziell in die Internationale Klassifikation der Krankheiten der WHO aufgenommen. Die Diagnostik wird aber noch immer nicht im Medizinstudium noch in der gynäkologischen Facharztausbildung vermittelt. Deshalb ist es selbst für erfahrene Fachpersonen ist schwierig, die Krankheit zu erkennen. Haily Bieber sagt gegenüber WWD:
Auch ihre Schwester leidet an einer Erkrankung, noch immer Wissenslücken aufweist: dem polyendokrinen metabolischen Ovarialsyndrom (PMOS), das bis Mai 2026 als polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) bekannt war. Es handelt sich um eine komplexe Hormon- und Stoffwechselstörung, von der weltweit etwa jede achte Frau im gebärfähigen Alter betroffen ist.
Da die Symptome vielfältig sind und unterschiedlich stark auftreten, bleibt die Erkrankung häufig unerkannt: Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) wissen bis zu 70 Prozent der betroffenen Frauen weltweit nichts von ihrer Erkrankung. PMOS kann langfristig mit erheblichen Gesundheitsrisiken verbunden sein.
Viele Betroffene, wenig Aufklärung
Weiter sagt das Model: «Ich habe viele Freundinnen, die an Endometriose oder anderen, ganz unterschiedlichen Frauengesundheitsproblemen leiden. Für mich persönlich gibt mir dieser Austausch das Gefühl, nicht allein zu sein.»
Besonders nach ihrer eigenen Erfahrung wurde ihr bewusst, wie viele Herausforderungen Frauen rund um die Geburt eines Kindes erleben und wie wenig darüber gesprochen wird.
Mit ihrer Beauty-Marke Rhode will Hailey Bieber ebenfalls einen Beitrag leisten: Das Unternehmen kündigte eine Förderung von fünf Millionen US-Dollar für die Frauengesundheitsforschung an. Über drei Jahre soll das Geld gemeinsam mit der Foundation for Women's Health medizinische Forschung, Aufklärung und die Gesundheitsversorgung von Frauen unterstützen. (cst)
