SpaceX-Rakete kollidiert am Mittwochmorgen mit dem Mond
Zum ersten Mal überhaupt können am Mittwochmorgen, dem 5. August, Forschende und Hobby-Astronomen den Einschlag einer Rakete auf dem Mond live mitverfolgen. Um 8.35 Uhr soll die Oberstufe einer Space-X-Falcon-9-Rakete auf der Mondoberfläche aufprallen und dabei einen Krater mit einem Durchmesser von 20 bis 30 Metern verursachen, wie die NZZ in einem Artikel schreibt.
Dabei ist es nicht das erste Mal, dass Raketenteile auf der Mondoberfläche einschlagen. Zuvor jedoch stets auf der von der Erde abgewandten Seite. Der bevorstehende Einschlag ist der erste grössere, vorhersehbare Aufprall eines Raketenteils auf der erdzugewandten Seite des Mondes.
Die treibstoffleeren Raketenteile schweben bereits seit 2025 durch das Weltall. Dass diese nun auf der Mondoberfläche einschlagen, war so kaum geplant, wie Detlef Koschny, der an der Technischen Universität München zu Meteoriteneinschlägen forscht, gegenüber der NZZ erklärt: «Diese Raketenstufen, die zum Mond fliegen, fliegen im Normalfall irgendwann in den Weltraum weg und werden nicht mehr wiedergesehen.»
Hobby-Astronom wurde auf Kollisionskurs aufmerksam
Dementsprechend wenig Aufmerksamkeit wird den umherschwebenden Teilen, die im Normalfall irgendwo in den Weiten des Alls verschwinden, zuteil. So war es auch nicht Elon Musks Raumfahrtfirma SpaceX selbst, sondern ein amerikanischer Hobbyastronom namens Bill Gray, der auf den vorhersehbaren Aufprall aufmerksam machte.
Gray, der Software für Teleskope verkauft, veröffentlichte im vergangenen April einen Blogbeitrag, in welchem er den Aufprall des Raketenteils auf der Mondoberfläche ankündigte. Dabei wird die Oberstufe der Rakete mit einer Geschwindigkeit von 8700 Kilometern pro Stunde auf dem Mond einschlagen.
Da es auf dem Mond keine Atmosphäre gibt, verglühen die Teile nicht vor dem Aufprall, wie dies auf der Erde der Fall wäre. Die Kraft des Einschlags soll mehr als 1000 Tonnen Mondstaub aufwirbeln und dabei eine kilometerhohe Staubwolke entstehen lassen.
Staubwolke des Aufpralls könnte zu sehen sein
Wie viel von dem Schauspiel zu beobachten sein wird, ist aktuell noch unklar, schliesslich gibt es diesbezüglich keine Erfahrungswerte. Der Forscher Koschny meint gegenüber der NZZ jedoch, dass irgendetwas ersichtlich sein werde. Koschny, der an einer Studie mitgearbeitet hat, in welcher versucht wurde vorherzusagen, was während des Aufschlags passieren werde, vergleicht die potenziell zu sehenden visuellen Eindrücke mit denen, die während eines Meteoriteneinschlags zu beobachten sind.
So würde bei Meteoriteneinschlägen das Material während des Aufpralls dermassen heiss werden, dass es zu glühen beginne. Durch ein Teleskop beobachtet sei dies dann als kleiner Lichtblitz zu erkennen, so der Forscher der TU München. Da der Einschlag jedoch auf der sonnenbeleuchteten Seite des Mondes geschehen werde, könne es sein, dass ein solcher Blitz aufgrund der Helligkeit nur schwer zu erkennen sein werde.
Für europäische Weltraum-Beobachterinnen und -Beobachter kommt zudem erschwerend dazu, dass um die Uhrzeit des geplanten Einschlags der Himmel bereits hell erleuchtet sein wird. Bessere Chancen hätten Forschende und Hobby-Astronomen in den USA oder Kanada.
Die Wahrscheinlichkeit, dass die Staubwolke auch von Europa aus zu sehen sein werde, bestehe jedoch, so Koschny. Der Einschlag würde dicht am Rand der Mondscheibe stattfinden. Im Kontrast zu dem dunklen Horizont bestünde daher die Chance, dass die Staubwolke sich genügend vom Hintergrund abhebe und dadurch ersichtlich werde. (jul)
