«Körperwelten»-Gründer Gunther von Hagens gestorben
Gunther von Hagens, der deutsche Plastinator und Gründer der bekannten Medizin-Ausstellung «Körperwelten» ist am Freitag, dem 24. Juli 2026, im Alter von 81 Jahren gestorben. Dies bestätigte seine Familie gegenüber der «Bild»-Zeitung.
Einen Tag zuvor sei der an Parkinsons erkrankte Wissenschaftler wegen einer Gehirnblutung in eine Heidelberger Klinik eingeliefert worden, heisst es in der Mitteilung der «Bild».
1977 hatte von Hagen an der Universität Heidelberg die Plastination erfunden. Das Verfahren macht biologische Präparate dauerhaft haltbar. In seiner «Körperwelten»-Ausstellung zeigte er plastinierte menschliche Körper und Organe, um den Besucherinnen und Besuchern die menschliche Anatomie und medizinisches Wissen zugänglich zu machen. Bislang haben über 58 Millionen Menschen die wandernde Ausstellung besucht, sagt das Unternehmen dahinter.
Kritik an Ausstellung
Kritiker werfen ihm vor, mit seiner Ausstellung die Menschenwürde zu verletzen. Die menschlichen Plastinate stammen von Körperspendern, die zu Lebzeiten verfügten, dass ihr Körper nach dem Tod der Wissenschaft zur Verfügung stehen soll.
2017 etwa waren nach Angaben des Instituts für Plastination rund 16.680 Menschen in dem Körperspenderprogramm registriert. Die weltweite Konzeption der Ausstellungen betreut von Hagens zweite Ehefrau Angelina Whalley.
Seine Ehefrau erklärte gegenüber der «Bild», dass die Familie plane, von Hagens Körper plastinieren zu lassen. Der Wissenschaftler hatte zu Lebzeiten mehrfach einen entsprechenden Wunsch geäussert. Ob und wo sein plastifizierter Körper öffentlich gezeigt werden soll, ist noch unklar.
Von Hagens wurde 1945 bei Posen (Poznan) im heutigen Polen als Gunther Liebchen geboren. Später nahm er den Namen seiner ersten Ehefrau an. Er begann 1965 in Jena Medizin zu studieren, geriet dann in politische Gefangenschaft der DDR und wurde von der Bundesrepublik freigekauft. An der Universität Heidelberg promovierte er.
(cpf)
