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In der Schweiz könnte rund jeder dritte Krebsfall vermieden werden

In der Schweiz gehen der Analyse zufolge bei Frauen rund 29 Prozent und bei Männern gut 37 Prozent auf vermeidbare Faktoren zurück.
In der Schweiz gehen der Analyse zufolge bei Frauen rund 29 Prozent und bei Männern gut 37 Prozent auf vermeidbare Faktoren zurück.Bild: Shutterstock

Studie: In der Schweiz könnte rund jeder dritte Krebsfall vermieden werden

Weltweit gehen fast 40 Prozent aller Krebserkrankungen auf vermeidbare Ursachen zurück. Das ergibt eine Analyse globaler Daten zu Krebsfällen und Risikofaktoren. Auch in der Schweiz könnte demnach rund jeder dritte Krebsfall vermieden werden.
03.02.2026, 17:00

Rauchen, Alkoholkonsum und Infektionen 2022 waren der Analyse zufolge die häufigsten solchen Ursachen. Bei Frauen sind global etwa 30 Prozent aller Krebserkrankungen vermeidbar, bei Männern sogar gut 45 Prozent. Insgesamt sind es rund 38 Prozent, wie eine Gruppe um Isabelle Soerjomataram von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) in Lyon im Fachmagazin «Nature Medicine» berichtet.

«Dies ist die erste globale Analyse, die aufzeigt, wie hoch das Krebsrisiko durch vermeidbare Ursachen ist», sagt Co-Autor André Ilbawi, Leiter des Teams der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Krebsbekämpfung. Neu im Vergleich zu ähnlichen Studien für einzelne Länder und Weltregionen ist zudem die Aufnahme von Infektionen als Krebsursache.

Am bekanntesten sind hier Gebärmutterhalskrebs, der vor allem durch Humane Papillomviren (HPV) ausgelöst wird, und Magenkrebs, verursacht häufig durch das Bakterium Helicobacter pylori. Die Forscher nutzten weltweite Datenbanken, um die Krebsneuerkrankungen 2022 mit womöglich auslösenden Faktoren in Verbindung zu bringen.

Die Situation in der Schweiz

In der Schweiz gehen der Analyse zufolge bei Frauen rund 29 Prozent und bei Männern gut 37 Prozent auf vermeidbare Faktoren zurück. Allein auf Rauchen sind hierzulande bei Frauen knapp 13 Prozent, bei Männern sogar 21 Prozent der Krebsneuerkrankungen zurückzuführen.

Weitere wichtige Ursachen sind Alkoholkonsum (Frauen 3,0 Prozent; Männer 4,5 Prozent), ein hoher Körper-Masse-Index (Frauen 3,6 Prozent; Männer 2,8 Prozent), UV-Strahlung (Frauen 4,1 Prozent; Männer 4,5 Prozent) und Infektionen (Frauen 4,6 Prozent; Männer 4,1 Prozent).

Bei den berufsbedingten Risiken – etwa Kontakt zu krebserregenden Stoffen – liegen Männer in der Schweiz mit 5,5 Prozent deutlich vor Frauen mit 1,4 Prozent. Zu wenig Bewegung und Luftverschmutzung spielen der Analyse zufolge in der Schweiz hingegen nur eine geringe Rolle (Bewegungsmangel: Frauen 2,5 Prozent, Männer 0,3 Prozent; Luftverschmutzung: Frauen 0,2 Prozent, Männer 0,2 Prozent).

7 von 19 Millionen Erkrankungen vermeidbar

Die Studienautoren verwendeten ausschliesslich Risikofaktoren mit einem nachgewiesenen ursächlichen Zusammenhang mit Krebs, bei denen es ausserdem zuverlässige Daten dazu gibt, wie sehr die Bevölkerung eines Landes ihnen ausgesetzt ist. Neben verhaltensbedingten Risiken wie Rauchen betrachteten sie auch Umweltaspekte wie etwa Luftverschmutzung und berufsbedingte Risiken. Auf dieser Basis kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass von den weltweit insgesamt 18,7 Millionen Krebsneuerkrankungen im Jahr 2022 gut 7 Millionen vermeidbar gewesen wären, wenn Risiken verringert oder beseitigt worden wären.

Die Risiken sind nach Weltregion und Geschlecht ungleich verteilt. Bei Frauen sind in Afrika südlich der Sahara 38 Prozent aller Krebsfälle vermeidbar, in Nordafrika und Westasien dagegen nur knapp 25 Prozent. Häufigste Ursache bei den vermeidbaren Krebserkrankungen sind in grossen Teilen Afrikas und Asiens Infektionen.

In Europa, Australien, USA und Kanada herrscht hingegen Rauchen als wichtiger Risikofaktor vor. Bei Männern ist der Anteil vermeidbarer Krebsfälle in Ostasien mit gut 57 Prozent am höchsten und in Lateinamerika und der Karibik mit etwa 28 Prozent am niedrigsten.

«Die Bekämpfung dieser vermeidbaren Ursachen stellt eine der wirksamsten Möglichkeiten dar, die globale Krebslast zu reduzieren», sagt Studienleiterin Soerjomataram. Denn die weltweiten Krebsstatistiken der WHO deuten darauf hin, dass beim Fortsetzen aktueller Trends die Zahl der Krebsneuerkrankungen bis 2040 um 50 Prozent steigen könnte.

«Durch die Untersuchung von Mustern in verschiedenen Ländern und Bevölkerungsgruppen können wir Regierungen und Einzelpersonen präzisere Informationen bereitstellen, um viele Krebsfälle von vornherein zu verhindern», betont Ilbawi. (sda)

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46 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Overton Window
03.02.2026 17:46registriert August 2022
Lustig wie die Reihenfolge stimmt, ausser beim Alkohol, der wird an zweiter Stelle genannt, obwohl die Zahlen bei UV-Strahlung, Infektionen und Berufsbedingt höher sind.

Ein Schelm wer Absicht vermutet 😉.

Würde man doch nur so konsequent gegen Glyphosat und dergleichen schreiben...
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Ameo
03.02.2026 18:55registriert Oktober 2025
Fehlt noch die Begünstigung durch Stress.
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