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Alkohol und Krebs: Neue WHO-Daten alarmieren

Alkohol und Krebs: Neue WHO-Daten alarmieren

Alkohol gilt als Genussmittel, doch schon geringe Mengen können Krebs auslösen. Neue WHO-Daten zeigen: Die Folgen sind dramatisch.
21.10.2025, 14:01
Melanie Rannow / t-online
Ein Artikel von
t-online

Alkohol ist in Europa allgegenwärtig – und gesundheitlich verheerend. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt: In der EU wurden allein im Jahr 2020 über 100'000 neue Krebsfälle durch Alkoholkonsum ausgelöst. Eine neue Auswertung zeigt, welche Krebsarten besonders häufig sind und warum selbst geringe Mengen riskant sind.

Alkohol als stiller Krebsauslöser

Laut dem aktuellen WHO-Handbuch zur Krebsprävention zählt Alkohol zu den Hauptursachen für Krebserkrankungen in Europa. In keinem anderen Teil der Welt wird mehr Alkohol konsumiert. Die Folge: 111'300 neue Krebsfälle in der EU im Jahr 2020, 93'000 Menschen starben daran. Besonders oft war Alkohol an folgenden Krebsarten beteiligt:

  • Darmkrebs (36'900 Fälle)
  • Brustkrebs (24'200 Fälle)
  • Mundhöhlenkrebs (12'400 Fälle)

Laut WHO sind mindestens sieben Krebsarten eindeutig mit Alkoholkonsum verbunden – darunter auch Kehlkopf-, Speiseröhren-, Leber- und Rachenkrebs.

Männer besonders häufig betroffen

Rund 70 Prozent der alkoholbedingten Krebserkrankungen betreffen Männer. Die Ursachen dafür liegen laut WHO sowohl in einem insgesamt höheren Konsum als auch in riskanterem Trinkverhalten.

Die WHO warnt allerdings ausdrücklich: Auch moderater Alkoholkonsum ist gesundheitsschädlich. Schon weniger als zwei alkoholische Getränke pro Tag reichen aus, um das Krebsrisiko messbar zu erhöhen. Ein sicheres Mass gebe es nicht, sagen die Experten.

Bier Alkohol Frau
Bild: Shutterstock

Was im Körper passiert, wenn man verzichtet

Wer seinen Alkoholkonsum reduziert oder ganz aufgibt, kann das persönliche Krebsrisiko deutlich senken. Alkohol greift über verschiedene Wege in den Körper ein: Er verändert den Hormonhaushalt, schädigt die DNA und fördert Entzündungsprozesse. Ausserdem entsteht beim Abbau von Alkohol das Zellgift Acetaldehyd, das als krebserregend gilt.

Langfristiger Verzicht kann den Hormonspiegel normalisieren, die Zellreparatur verbessern und das Immunsystem entlasten.

WHO: Alkohol ist kein Kulturgut

Die WHO fordert europäische Regierungen auf, Alkoholprävention zur politischen Priorität zu machen. Besonders wirksam seien höhere Steuern, Werbeverbote und eine Anhebung des Mindestalters. Gundo Weiler, WHO-Direktor für Prävention, kritisiert: «Manche bezeichnen Alkohol als ‹Kulturerbe›, aber Krankheit, Tod und Behinderung sollten nicht als Teil der europäischen Kultur normalisiert werden».

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