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Wie gefährlich ist der Ölkäfer wirklich? Im Mai und Juni taucht er auf

Ölkäfer, lateinisch: Meloe proscarabeus
Der Meloe proscarabeus gewann 2020 den Preis als Insekt des Jahres.Bild: wikipedia / arz

Wie gefährlich ist der hochgiftige Ölkäfer?

Ein Ölkäfer enthält genug Gift, um einen Erwachsenen zu töten. Deshalb muss man bei der Handhabung mit den kleinen Sechsbeinern besonders aufpassen.
13.05.2023, 07:4313.05.2023, 16:50

Was ist ein Ölkäfer?

Der Ölkäfer ist eigentlich eine Familie von Käfern. Der wissenschaftliche Name für die Familie der Ölkäfer lautet Melodiae. Unter diesen Überbegriff fallen insgesamt 2500 Arten weltweit. In Mitteleuropa sind es insgesamt 37 Arten. Darunter fällt auch der Schwarzblaue Ölkäfer (Meloe proscarabeus), den man in der Schweiz am meisten antrifft.

Spanische Fliege
Die Spanische Fliege gehört auch zur Gattung der Ölkäfer und kommt vor allem im Mittelmeerraum vor. Zu Pulver verarbeitet gilt sie als Potenzmittel.Bild: wikipedia / franco christope

Zurzeit ist dieser vermehrt an der Nord- und Ostsee in Deutschland anzutreffen und kommt auch in der Schweiz vor. In den Monaten April, Mai und Juni kann man den Ölkäfer auf Wiesen und in trockenen Wäldern beobachten.

Ist der Schwarzblaue Ölkäfer gefährlich?

Wie alle Ölkäfer sondern die Schwarzblauen Ölkäfer ein öliges Wehrsekret ab. Das giftige Cantharidin ist dabei der Hauptwirkstoff. Ein Schwarzblauer Ölkäfer enthält theoretisch genug Gift, um einen erwachsenen Menschen töten zu können. Doch: Dafür müsste man den Käfer essen.

Aufpassen sollte man aber trotzdem. Denn: Bei Gefahr sondern die Käfer das Sekret über Poren an ihren Kniegelenken ab, deshalb sollte auf direkten Hautkontakt verzichtet werden. Falls man die Tierchen dennoch berührt, sollte man die Hände waschen und die Hautstelle beobachten. Die Form, Farbe und ölige Oberfläche schrecken Kinder und Haustiere ab, sodass bis heute keine Fälle von Vergiftungen bekannt sind. Man kann also getrost sagen, dass die Käfer nicht gefährlicher sind als andere Lebewesen oder Pflanzen in unserer Umwelt.

«Das Reizgift Cantharidin im Körper der Käfer wurde gegen eine Fülle von Krankheiten verwendet – bereits 1550 vor Christus wird im altägyptischen Papyrus Ebers ein Ölkäferpflaster beschrieben, welches wehenerzeugend wirken sollte.»
Prof. Dr. Thomas Schmitt, Direktor des Senckenberg Deutschen Entomologischen Instituts in Müncheberg quelle: senckenberg.de

Was sollte ich tun, wenn ich einen Ölkäfer sehe?

Falls du einen Ölkäfer siehst, solltest du diesen am besten an eine warme und trockene Stelle in der Natur bringen. Dabei solltest du darauf verzichten, die Käfer direkt anzufassen und am besten bringst du sie nicht in die Nähe von Spielplätzen oder anderen Orten mit vielen Kindern. Der Ölkäfer gehört in Deutschland zu den bedrohten Tierarten, deshalb sollte man ihn nicht beseitigen. In der Schweiz wurde der Schwarzblaue Ölkäfer bis jetzt noch nicht auf eine Rote Liste der bedrohten Tierarten gesetzt.

Was ist das Gift Cantharidin?

Cantharidin gilt als starkes Reiz- und Nervengift und kann Hautreizungen wie Blasen und Nekrosen hervorrufen. Es greift ausserdem die Nieren an. Das Gift der Käfer wurde zudem bis in die Neuzeit bei Mordanschlägen benutzt.

Zu Vergiftungen kam es bereits bei Napoleons Ägyptenfeldzug im Jahr 1798. Schon damals litten Soldaten an Vergiftungen durch Cantharidin. Es wird vermutet, dass die Soldaten Frösche assen, die über Ölkäfer das Gift aufnahmen und ablagerten.

Auch wissenswert: Zusammen mit Honig gilt Cantharidin als Aphrodisiakum (Wirkstoff zur Belebung oder Steigerung der Libido), jedoch kann es bei falscher Dosierung fatal enden.

Hast du schon mal einen Ölkäfer gesehen oder vielleicht sogar angefasst? Sag es uns in den Kommentaren!
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