Wissen
Tier

Forscher entdecken zufällig: Männliche Mäuse fürchten sich vor Bananen

Forscher entdecken zufällig: Männliche Mäuse fürchten sich vor Bananen

Bananen veranlassen männlichen Mäuse dazu, sofort das Weite zu suchen. Doch warum ist das so? Und warum reagieren nur die männlichen Tiere auf die Frucht? Ein Forschungsteam hat darauf eine Antwort gefunden.
02.06.2022, 21:4005.06.2022, 15:25

Diese Entdeckung ist alles andere als absolut Banane: Wissenschaftler haben rein zufällig herausgefunden, dass Bananen bei männlichen Mäusen Stressreaktionen auslöst. Nicht wegen ihrer Form, die an die Körperregionen anderer Lebewesen erinnert. Nein, der Grund für die Stresshormone ist der Geruch der Schale.

Aber von Anfang: Ein Forschungsteam der McGill University in Montreal, Kanada, hat die Stresshormone männlicher Mäuse analysiert, die sich in der Nähe von trächtigen oder säugenden Weibchen aufhielten.

Ausgerechnet die Banane

Männliche Mäuse zeigen Stress in unmittelbarer Nähe von spätträchtigen oder säugenden Mäuse, heisst es in der in Science Advances veröffentlichten Studie. Mithilfe von Blutproben stellte das Forschungsteam fest, dass die Stresshormone der Tiere nach dem Riechen von Bananenschalen stark nach oben schnellten. Die Tiere wollen danach nur noch eins: dem Geruch entkommen.

Männliche Mäuse und Bananen geben kein gutes Team ab.
Männliche Mäuse und Bananen geben kein gutes Team ab. bild: shutterstock

«Das Ganze kam überraschend, da wir nicht speziell danach gesucht und es zufällig entdeckt haben», sagte der leitende Autor der Studie, Jeffrey Mogil. Eine Studierende habe zufällig bemerkt, dass ein Männchen sich komisch verhielt, als es sich in der Nähe eines schwangeren Weibchens befand. Den Forschern fiel auf, dass sich die Männchen immer dann von den Weibchen distanzierten, als diese urinierten.

Sie begannen damit, den Urin zu untersuchen und stellten fest, dass der Urin der Weibchen in der Schwangerschaft sowie in der Stillzeit nach N-Pentylacetat riecht – einer organisch-chemischen Verbindung, welche bei den Männchen die Stresshormone auslöst.

«Was wir hier gefunden haben, ist eine neue Botschaft, die noch nie zuvor beschrieben wurde», freut sich Studienleiter Mogil. Die meisten dieser Geruchsmarkierungen hätten bei Tieren oft mit sexuellem Verhalten zu tun, in diesem Fall habe die Paarung aber nichts damit zu tun. Im Gegenteil: Die Weibchen sagen den Männchen, dass sie sich fernhalten sollen.

Die Bananeschale – eine unbewusste Beschützerin von Babymäusen

Und erst jetzt kommt die Banane ins Spiel: Die im Urin der weiblichen Mäuse gefundene Verbindung – N-Pentylacetat – ist auch in der Bananenschale und anderen Früchten wie Ananas und Birnen enthalten. In der Banane ist die Konzentration allerdings besonders hoch. Die Bananenschale hilft den weiblichen Mäusen also ungewollt, schwangere Mäuse sowie ihre kleinen Babys vor potenziellen Raubmäusen zu schützen. (cst)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Süsser gehts kaum – Giraffenbaby kann dank modernen Beinschienen wieder laufen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
9 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
9
Eine Zürcher Handschuh­ma­che­rei erobert die Hände der Schweiz
Um 1920 waren die Hände einer vornehmen Dame oder eines vornehmen Herren von Zürich über Basel bis Lausanne mit feinen Lederhandschuhen der Marke Wiessner geziert. Der Familienbetrieb erlangte schweizweit grossen Ruhm – bis luxuriöse Handschuhe aus der Mode kamen.
Die Anfänge der Handschuhmacherei in der Schweiz basieren auf einer wichtigen Erfindung, die das aufwändige Zuschneiden des Leders erleichterte: der Jouvin-Schnitt. Der Handschuhmacher Xavier Jouvin (1801–1844) aus Grenoble, dem Zentrum der französischen Handschuhherstellung, studierte diverse Menschenhände, die er in 320 Hand-Typen in einer Tabelle gliederte. Diese wiederum übersetzte er in 32 Grössen für Handschuhe. Um 1834 patentierte er die von ihm entwickelten einheitlichen Handschuhgrössen und 1838 eine Stanzform (main de fer), mit welcher die Grössen aus mehreren Stücken Leder gleichzeitig gestanzt werden konnten.
Zur Story