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Der schludrige Präsident – Trump macht zwei peinliche Fehler

An anti-President Donald Trump demonstrators holds a Trump puppet during a counter-rally to the March 4 Trump rally on Fifth Avenue near Trump tower, Saturday, March 4, 2017, in New York. (AP Photo/Ma ...
Trump ist wieder im Wut-Modus: Demonstrant am Samstagnachmittag vor dem New Yorker Trump Tower.Bild: Mary Altaffer/AP/KEYSTONE

Will Trump gezielt vom Thema ablenken? Ein peinlicher Fehler legt anderes nahe ... 

Will Donald Trump mit seinen Twitter-Attacken gegen Obama und die Demokraten gezielt vom Thema ablenken? Ein peinlicher Vorfall zeichnet ein anderes Bild: Der Präsident handelt schludrig, impulsiv und planlos.
05.03.2017, 04:3805.03.2017, 16:54

Donald Trump hat zu seiner alten Form zurückgefunden. Nach dem es zu Beginn dieser Woche bemerkenswert ruhig um den aufbrausenden Präsidenten wurde, liess er es am Wochenende wieder so richtig krachen. 

Von der präsidentiellen, stilvollen Tonart, die Trump für seine grossen Rede vor dem Kongress wählte, ist nichts mehr übrig. Mit einer Reihe gehässiger Tweets attackierte er am Freitag und am Samstag die Demokraten aufs Schärfste. Dabei schreckte er auch vor Ex-Präsident Obama nicht zurück. Trump bezeichnete seinen Vorgänger wortwörtlich als «kranken Typen». 

Trump behauptet, Obama habe ihn während des Wahlkampfes abhören lassen. Das brachte den Republikaner derart in Rage, dass er gleich fünf Tweets innert einer Stunde ins Netz stellte.

Obschon die Vorwürfe ziemlich schwerwiegend sind – Trump vergleicht sie mit der Watergate-Affäre –, Beweise dafür hat der Präsident nicht. 

Doch wie kommt Donald Trump überhaupt zu diesen Behauptungen? Diverse US-Medien vermuten, der Präsident stütze sich bei den Vorwürfen gegen Obama auf einen Bericht der umstrittenen Website «Breitbart». 

Vermutet wird auch, dass Donald Trump mit seinem Angriff bewusst vom Thema ablenken will. Denn: In den Stunden zuvor drehte sich in den USA alles um die dubiosen Russland-Kontakte von Trump's Justizminister Jeff Sessions. Müsste Sessions deswegen zurücktreten, es wäre der Tiefpunkt in Trump's kurzer Politik-Karriere. 

Aber will Trump tatsächlich gezielt von diesem Thema ablenken? Ein peinlicher Vorfall von tags zuvor legt anderes nahe. 

Trumps zweimaliger Vertipper

Am Freitagabend forderte Trump auf Twitter Untersuchungen gegen die Demokraten Chuck Schumer und Nancy Pelosi. Sie hätten sich mit Russen getroffen und nicht die Wahrheit erzählt, so Trump's Vorwurf. 

Doch der Präsident machte dabei einen Fehler. Und zwar nicht einmal, sondern gleich zweimal. 

Trump twitterte: «I hearby demand ...»

Doch: Das Wort «hearby» existiert in der englischen Sprache gar nicht. Das merkte nach einigen Minuten auch der Präsident, löschte den Tweet wieder und setzte einen neuen ab.

Trump twitterte: «I hear by demand ...»

Blöd nur, «hear by» macht ebenfalls überhaupt keinen Sinn, wieder ein grammatikalischer Fehler. Und noch viel blöder für Trump: Man kann einen Tweet zwar löschen, doch dank seinen zig Millionen Followers verbreiteten sich die Fehler in Windeseile im Internet und es wurden Screenshots gemacht. 

Was die ganze Angelegenheit noch beschämender machte: Zwischen den beiden Fehler-Tweets setzte Trump einen Tweet ab, in dem er schrieb, dass das Bildungssystem in den USA repariert werden müsse. Autsch!

Erst im dritten Anlauf schaffte es der Präsident, den Tweet fehlerfrei ins Netz zu stellen. Nicht «hearby», nicht «hear by,» sondern «hereby», sollte es nämlich heissen. 

Der Spott war dem Präsidenten «hiermit» natürlich gewiss.

Nicht das erste Mal

Es ist nicht das erste Mal, dass Donald Trump mit einem Verschreiber auffällt. Wir erinnern uns zum Beispiel an die Twitter-Attacke gegen China, als er von einem «unpresidented act» schrieb. 

Bild

Sind die Angriffe gegen Obama von Samstag also Resultat einer durchdachten Strategie des Trump-Teams, um von Jeff Sessions abzulenken? Möglich.

Genau so gut könnte es aber auch sein, dass sich der Präsident dabei gar nichts dachte und aus einem Impuls handelte. Wenn nicht einmal Zeit fürs Gegenlesen vorhanden ist, kann von einer ausgeklügelten Strategie nun wirklich nicht die Rede sein.

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