Schweiz
UserInput

Hass-Kommentare auf Facebook-Post von SVP-Politiker Glarner

«Andreas Glarner hat 2 neue Fotos hinzugefügt»: Der SVP-Nationalrat ist auf Facebook aktiv.
«Andreas Glarner hat 2 neue Fotos hinzugefügt»: Der SVP-Nationalrat ist auf Facebook aktiv.Bild: KEYSTONE

Beleidigungen ohne Ende: Glarner gibt den Steilpass, seine Facebook-Gemeinde erledigt den Rest

Es sind solche Geschichten, die man über Politiker nicht schreiben will: SVP-Nationalrat Andreas Glarner publiziert auf Facebook die Bilder zweier Frauen, mit denen er sich zuvor auf Twitter einen Schlagabtausch geliefert hatte – und äussert sich abschätzig über deren Aussehen. Doch das ist erst der Anfang.
20.06.2016, 03:0820.06.2016, 14:08

Der 16. Juni 2016 ist der Tag, an dem Twitter einen Nutzer verliert: SVP-Nationalrat Andreas Glarner hat genug, er löscht sein Konto – und vermeldet die Tat auf seiner Facebook-Seite. Als Grund führt der Aargauer «Gehässigkeiten» ins Feld, kann sich aber einen Seitenhieb nicht verkneifen:

«Ich frage mich, wer dort so viel Zeit hat, um Alles und Jedes zu kommentieren – und werde den Verdacht nicht los, dass es sich zu einem guten Teil um Staatsbesoldete handelt ...»
SVP-Nationalrat Andreas Glarner

Hintergrund der Löschaktion ist offenbar ein Schlagabtausch mit zwei Twitter-Nutzerinnen, die Glarner die Verbreitung von Falschinformationen vorhielten, wie Tagesanzeiger.ch berichtete. Dabei ging es um eine Aussage Glarners vor der Abstimmung der Asylgesetz-Revision. Er twitterte, der Bund kündige in Chiasso langjährigen Mietern im AHV-Alter, weil er Platz für 500 Asylbewerber brauche – was sich nachweislich als falsch herausstellte. Eine der beiden Twitter-Userinnen fragte ihn sodann:

Glarner liess sich auf einen Schlagabtausch auf Twitter ein ohne jedoch auf seine Aussage zurückzukommen – und zog nach anhaltendem Shitstorm schliesslich die Reissleine, indem er sich aus dem Kurznachrichtendienst verabschiedete. Am Sonntag meldete er sich in der Causa nun auf Facebook zurück, mit folgendem Beitrag:

Bild
Bild: Facebook

Dass Glarner auf die Frau spielt, ist dabei nicht einmal neu. Bereits auf Twitter hatte er sich zum Profilbild der beiden Userinnen geäussert:

Mit seinem jüngsten Facebook-Post lancierte Glarner eine wahrhafte «Physiognomie»-Debatte. Innert weniger Stunden wurde der Beitrag über hundertmal kommentiert. Darin werden die beiden Frauen etwa als «Vogelscheuchen», «typische Grüne» oder «Linke Zecken» betitelt.

Die zahlreichen Äusserungen unter der Gürtellinie seien an dieser Stelle nicht aufgeführt. Glarners Facebook-Fangemeinde fällt allerdings nicht zum ersten Mal mit Hass-Botschaften auf.

Auf Twitter wurden derweil Rufe nach einem Rücktritt des Politikers laut. Das vorerst letzte Wort in der Angelegenheit haben hiermit die Direktbetroffenen:

Hol dir jetzt die beste News-App der Schweiz!

  • watson: 4,5 von 5 Sternchen im App-Store ☺
  • Tages-Anzeiger: 3,5 von 5 Sternchen
  • Blick: 3 von 5 Sternchen
  • 20 Minuten: 3 von 5 Sternchen

Du willst nur das Beste? Voilà:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Swiss rüstet Flotte mit Starlink-Internet aus – für Nutzung gelten bestimmte Regeln
Swiss-Passagiere können neu über den Wolken surfen. Die Schweizer Airline stattet ihre gesamte Flotte bis Ende 2029 schrittweise mit Starlink-Internet aus.
Ein erster Airbus A320neo ist seit Montag mit der neuen Technologie im Linienbetrieb, wie die Swiss mitteilte. Der erste Flug mit dem Internetangebot führte von Zürich nach Thessaloniki. Das Flugzeug mit dem Namen «Iseltwald» ist die erste Maschine der Fluggesellschaft, die den Service anbietet.
Zur Story