Wirtschaft
Schweiz

Arbeitsmarkt: Arbeitslosenquote sinkt im März auf 3,6 Prozent

Saisoneffekt lässt Arbeitslosenquote sinken

08.04.2016, 07:5008.04.2016, 09:55

Die Arbeitslosenquote hat im März überraschend deutlich abgenommen. Der Rückgang ist breit abgestützt und zeigt sich über sämtliche Branchen und Regionen. Die Gründe sind allerdings ausschliesslich saisonaler Natur.

So nahm die saisonbereinigte Quote gegenüber Februar um 0,1 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent zu, wie aus den neusten Zahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) hervorgeht. Damit hat der saisonale Effekt die konjunkturelle Entwicklung überkompensiert.

Dies zeigt sich insbesondere bei der Jugendarbeitslosigkeit. Die Quote bei den 15- bis 24-jährigen sank vom 1. März bis zum 31. März um 0,2 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent. In absoluten Zahlen entspricht dies einem Rückgang um 1584 Personen (-7,7 Prozent). Die Jugendarbeitslosigkeit reagiert besonders stark auf saisonale Veränderungen, da bei den temporären Anstellungen der Anteil der 15- bis 24-jährigen traditionell hoch ist.

Laut Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit im Seco, wird sich dieser saisonale Effekt noch bis in den Juni oder Juli hinein fortsetzen. Alles in allem habe das Risiko arbeitslos zu werden leicht abgenommen, die Dauer der Arbeitslosigkeit jedoch leicht zugenommen, sagte Zürcher an einer Telefonkonferenz am Freitag.

Fast 7000 Arbeitslose weniger

Ohne saisonale Effekte sank die Arbeitslosenquote von Februar auf März um 0,1 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent. Die Zahl der bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren RAV registrierten Personen betrug Ende März 155'324. Das waren 6093 weniger als noch im Februar.

Zürcher interpretiert diese Zahlen als überraschend positiv. Der Rückgang sei stärker ausgefallen als erwartet. Im Vorjahresvergleich erhöhte sich die Arbeitslosigkeit allerdings um 10'216 Personen (+7,0 Prozent)

Inwiefern sich der Arbeitsplatzabbau im Zuge der Frankenaufwertung in den Zahlen des Seco niederschlägt, lässt sich nicht eindeutig sagen. Ein Hinweis könnte laut Boris Zürcher die Langzeitarbeitslosigkeit liefern, da hier die strukturelle Komponente besonders zum Ausdruck komme. Bei jenen Personen, die länger als ein Jahr arbeitslos sind, zeige sich aber keine signifikante Veränderung. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
Luzerner Rinderhalterehepaar schweigt zu Tierquälereivorwürfen
Die Verteidiger des der Tierquälerei beschuldigten Rinderhalterpaars haben vor dem Kriminalgericht Luzern Freisprüche verlangt. Die Anklage der Staatsanwaltschaft sei ungenügend und beweise keine Vernachlässigung der Tiere.
Die Staatsanwältin forderte für den 66-jährigen Beschuldigten eine bedingte Freiheitsstrafe von 24 Monaten, eine bedingte Geldstrafe zu 20 Tagessätzen und eine Busse von 15'000 Franken sowie für die 62-jährige Frau 22 Monate bedingt und eine Busse von 15'000 Franken.
Zur Story