«Ich werde das Tennis vermissen» – Wawrinka sagt der Grand-Slam-Bühne Goodbye
Stan Wawrinka gelingt bei seinem 18. und letzten US Open kein Sieg mehr. Der 41-jährige Waadtländer verliert in der 1. Runde gegen Matteo Berrettini 6:7 (4:7), 6:7 (3:7), 0:6.
«Es war noch einmal eine wahnsinnige Atmosphäre», schwärmte er nach dem Spiel auf dem drittgrössten Court der Anlage. «Das war das Wichtigste für mich, noch einmal diese Fans erleben zu dürfen.»
Wawrinka (ATP 127), der zehn Jahre nach seinem Triumph in New York im letzten Moment doch noch eine Wildcard erhalten hatte, zeigte gegen den 84 Plätze besser klassierten Italiener noch einmal einen grossen Kampf. Wie in Wimbledon hatte er aber in den Tiebreaks das Nachsehen.
Vor zwei Monaten waren es vier Tiebreaks und über viereinviertel Stunden Matchdauer, nun noch deren zwei, die Wawrinka beide verlor, und gut zweidreiviertel Stunden. Breaks gab es aber durchaus. Im ersten Satz lag der Schweizer 3:5 im Rückstand, im zweiten führte er mit dem gleichen Resultat und konnte drei Chancen auf den Satzausgleich nicht nutzen.
Kurios: Berrettini verlangte sogar eine Videoüberprüfung, weil er monierte, dass Wawrinka bei einem Volley am Netz den Ball zweimal getroffen habe – allerdings erfolglos. Dennoch war nach dem zweiten verlorenen Tiebreak die Luft etwas draussen beim dreifachen Grand-Slam-Sieger, der Ende Jahr seine grossartige Karriere abschliesst. Der dritte Satz dauerte nur noch 38 Minuten.
Damit endet Wawrinkas Grand-Slam-Laufbahn – wie die von Roger Federer – mit einem 0:6 im letzten Satz. Nachdem er zu Beginn des Jahres am Australian Open noch die 3. Runde erreicht hatte, blieb der Romand in Paris, Wimbledon und nun New York glücklos und musste sich dreimal und trotz jeweils guter Gegenwehr in der 1. Runde geschlagen geben. «Grundsätzlich bin ich mit diesem, meinem letzten Jahr zufrieden», sagte Wawrinka. «Das Niveau ist gut, ich bin immer konkurrenzfähig.»
Die Fans in New York liessen Wawrinka aber noch einmal hochleben, dankbar, die einmalige Rückhand noch einmal erleben zu dürfen. Mit einem Video ehrten die Veranstalter die «Legende unseres Sports», wie Berrettini anerkennend sagte. «Es war mit wichtig, alle vier Grand Slams noch einmal spielen zu können», bedankte er sich für die (zu spät) erhaltene Wildcard. «Ich werde das Tennis vermissen.»
Turnierdirektor Eric Butorac und CEO Craig Tiley präsentierten Wawrinka noch mit einem grossen Poster von seinen Auftritten am US Open, dann verabschiedete sich dieser mit einem Herzen von der ganz grossen Bühne. (ram/sda)
