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Russland

Putins Militärparade in Russland vorbei – ohne Panzer und Raketen

Video: extern/hanna dedial

Putin siegessicher im Ukraine-Krieg – Parade ohne Panzer

09.05.2026, 09:1509.05.2026, 16:25

Nach einer von US-Präsident Donald Trump vermittelten Waffenruhe im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hat Kremlchef Wladimir Putin seine Militärparade zum 9. Mai störungsfrei durchgezogen. Die befürchteten Drohnenangriffe von ukrainischer Seite blieben aus. In seiner Rede vor Tausenden Soldaten und internationalen Gästen zeigte sich Putin sicher, dass Moskaus Armee auch den Angriffskrieg gegen die Ukraine gewinnt.

Russland feiert am 9. Mai den Tag des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland. Wegen der gespannten Sicherheitslage gab es diesmal nicht die übliche Waffenschau mit Panzern, Raketen und anderer Militärtechnik.

epa12942802 Russian servicemen stand in a formation before the Victory Day military parade in Moscow, Russia, 09 May 2026. Russia marks the 81st anniversary of the victory in World War II over Nazi Ge ...
Russische Soldaten stehen in Reih und Glied.Bild: keystone

Bisher ist allerdings nicht in Sicht, wie Putin seine Kriegsziele in der Ukraine auch im inzwischen fünften Jahr der Invasion erreichen will. Die abgespeckte Militärparade gilt als Spiegelbild der Lage in seinem Krieg. Die russischen Truppen sind durch die Gegenwehr der vom Westen unterstützten Ukraine zunehmend unter Druck.

Dennoch sagte Putin in scharfem Ton auf dem Roten Platz: «Ich bin fest davon überzeugt: Unsere Sache ist gerecht, wir stehen zusammen, der Sieg war immer und wird immer auf unserer Seite sein.» Die russische Armee werde bei ihrem Einsatz in der Ukraine heute inspiriert von der «Generation der Sieger» im Zweiten Weltkrieg, meinte der Kremlchef. «Sie stellen sich einer aggressiven Macht entgegen, die vom gesamten Nato-Block bewaffnet und unterstützt wird», sagte Putin, der seinen Krieg gegen die Ukraine 2022 begonnen hatte.

Video: extern/hanna dedial

Zweifel am Vorrücken der russischen Truppen

Trotz der westlichen Unterstützung «marschieren unsere Helden vorwärts», behauptete der Präsident. Auch kremlnahe russische Militärblogger bezweifeln allerdings die Angaben Putins - und vermuten, dass der Präsident falsch informiert sein könnte von der Moskauer Militärführung.

Die Ukraine wird massgeblich von Nato-Staaten, darunter vor allem Deutschland, in ihrem Abwehrkampf gegen die grossangelegte russische Invasion unterstützt. Die Kampfhandlungen gelten als festgefahren in dem Krieg – ohne echte Bewegung für eine der beiden Kriegsparteien. Die Seiten haben sich unter Vermittlung Trumps auf eine Waffenruhe bis 11. Mai geeinigt. Versuche, die Parade zu stören, gab es laut Kremlangaben nicht.

Berichte über Verstösse gegen Waffenruhe

Das russische Verteidigungsministerium warf der Ukraine Verstösse gegen die Waffenruhe vor. Die ukrainischen Streitkräfte hätten ungeachtet der Vereinbarung mit Drohnen und Artillerie russische Positionen und auch zivile Objekte angegriffen, teilte das Ministerium mit. Betroffen gewesen seien unter anderem die Gebiete Kaluga, Tula, Smolensk, Kursk, Brjansk und Belgorod sowie im Süden die Teilrepublik Tschetschenien und die Regionen Stawropol und Krasnodar.

Eine Bestätigung dafür von ukrainischer Seite gab es zunächst nicht. Allerdings beklagte auch der ukrainische Generalstab nach Beginn der Waffenruhe Angriffe von russischer Seite vor allem in den umkämpften Regionen im Donbass. Die Rede war von 45 Attacken bis zum frühen Morgen.

Überprüfbar sind die Angaben der Kriegsparteien von unabhängiger Seite nicht. Auch bei allen bisherigen Waffenruhen haben sich Kiew und Moskau immer wieder massenhafte Verstösse vorgeworfen.

Gespannte Lage am Tag des Sieges in Russland

Die Sicherheitsvorkehrungen in der Moskauer Innenstadt waren massiv mit einem Aufgebot an Polizei und anderen Uniformierten, aber geringer als etwa im vergangenen Jahr. Damals waren weite Teile der Innenstadt mit Metallgittern gesperrt - wegen der durch die Strassen fahrende Panzer und Raketenfahrzeuge. Das mobile Internet war abgeschaltet.

Viele Passanten, die sich bisweilen auch wegen Terrorgefahr Taschenkontrollen unterziehen mussten, trugen orange-schwarz gestreifte Georgsbänder, das russische Symbol für den Sieg der Sowjetarmee über Hitler-Deutschland, als Ansteckschleife gut sichtbar an Jacken und Rucksäcken. Teilweise prangte darüber noch ein Z - ein Buchstabe, mit dem Befürworter ihre Unterstützung ausdrücken für den Krieg gegen Ukraine.

Lewada-Zentrum: Sechs von zehn Befragten wollen Verhandlungen

Die Mehrheit der Russen unterstützt dem unabhängigen Meinungsforschungsinstitut Lewada-Zentrum zufolge einen Übergang zu Friedensverhandlungen. Noch etwa jeder Vierte sei der Meinung, dass die Kampfhandlungen fortgesetzt werden sollten, hiess es in einer Mitteilung. Befragt wurden demnach mehr als 1600 Menschen in Russland in persönlichen Interviews vom 22. bis 29. April.

Direkte Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau im Ringen um ein Ende des Kriegs pausieren zurzeit. Auch US-Vermittler erreichten keinen Durchbruch. Ein Termin für eine neue Runde in diesem Format gibt es nicht.

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, dass Moskau bereit sei, eine US-Delegation zu empfangen. Russland verlangt von der Ukraine unter anderem den Abzug ihrer Truppen auch aus den Teilen im Gebiet Donbass, die Moskaus Streitkräfte bisher nicht einnehmen konnten. Der Donbass umfasst die Regionen Donezk und Luhansk. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lehnte eine Aufgabe von Gebieten kategorisch ab. (hkl/sda/dpa)

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132 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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N. Y. P.
09.05.2026 10:10registriert August 2018
Russland ist bei der Invasion zunehmend durch Gegenangriffe Kiews unter Druck. Die Kämpfe stecken in einer Sackgasse.

Nein, eben nicht in der Sackgasse. Langsam, aber stetig wendet sich das Blatt. Jetzt bloss keinen Waffenstillstand mit Moskau schliessen.

Alle, ausser Putin, Trump und der SVP freut diese Entwicklung.

🇺🇦
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stronghelga
09.05.2026 10:01registriert März 2021
Selenskyj äusserte sich über die Sicherheitsvorkehrungen rund um den Roten Platz. Wörtlich sagte er:
„Sie wollen die Erlaubnis der Ukraine, ihre Parade abzuhalten, um einmal im Jahr für eine Stunde sicher auf den Platz zu gehen.“
(u.a. Süddeutsche Zeitung.)

Hintergrund war zudem ein ukrainisches Dekret mit den Koordinaten des Roten Platzes, die ausdrücklich von Angriffen ausgenommen werden sollten.
(u.a. Die Welt.)

Der Kreml reagierte: „Wir brauchen von niemandem eine Erlaubnis“. (u.a. BörsenNews)


Experten sehen darin den ersten offiziell anerkannten ukrainischen Treffer in Moskau.
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Swiss Traveller
09.05.2026 10:10registriert Juni 2025
Sie feiern den Sieg über ein menschenverachtendes Regime und einen Aggressor, sind jedoch selber exakt genau das. Die Ironie dahinter wird den allermeisten Russen wohl verborgen bleiben. Aber um fair zu bleiben; es war nie anders: Stalin und dessen Sovietunion waren in ihrer Verachtung für Menschenleben kaum besser als das kaiserliche Japan oder das Dritte Reich.
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