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Putin wählt online per Computer und wir haben Fragen

Wladimir Putin vor einem Windows-PC.
Doppelklick?Screenshot: YouTube

Hier bedient Putin einen Windows-PC – und wir haben so viele Fragen

Der Kreml versucht bei YouTube, Russland und dessen Machthaber als modern darzustellen. Dann schlagen die Internet-Detektive zu.
21.09.2026, 14:4021.09.2026, 17:45

Manchmal schreibt die Realität die besten Satiren. Kurz vor den russischen «Parlamentswahlen» publizierte der Kreml ein offizielles Video, das Wladimir Putin bei einer vermeintlich ganz modernen, digitalisierten Bürgerpflicht zeigen soll: Der russische Machthaber beim «Online-Voting».

Putin sitzt vor einem PC und bedient ihn – mit zusammengekniffenen Augen – per Maus. Doch statt Bewunderung für den technischen Fortschritt erntet der Kreml mit seinem Propaganda-Video vor allem eins: Spott und Hohn.

Und das aus gutem Grund ...

Amerikanische Markenware statt heimischer Patriotismus

Da sitzt der Mann, der seit Jahren gebetsmühlenartig predigt, wie wichtig technologische Unabhängigkeit und der Ersatz westlicher Produkte durch russische Eigenentwicklungen seien. Und worauf tippt er? Auf einem klassischen, durch und durch kapitalistischen Dell-PC samt zugehörigem Monitor, frisch aus den USA. Was ist wohl aus der staatlich verordneten Hardware-Strategie der Russen geworden?

Der Kreml nutzt ein unlizenziertes Windows

Den vielleicht grössten Lacher haben wir aufmerksamen Beobachtern zu verdanken: In einer Ecke der Desktop-Oberfläche grüsst der Schriftzug «Windows aktivieren».

Die Vorstellung, dass Putin ein nicht lizenziertes Betriebssystem nutzt, das jeden Moment in den Testmodus verfallen könnte, ist an Absurdität kaum zu übertreffen.

Fehlte im Budget des russischen Staates am Monatsende das Kleingeld für eine Microsoft-Lizenz, oder hat der zuständige Administrator schlicht vergessen, den entsprechenden Software-Schlüssel einzugeben?

Video: watson/Michael Shepherd

Die Tücken der Schriftgrösse

Dass Putin fast in seinen Dell-Monitor hineinkriechen muss, um den «Abstimmungs»-Button zu finden, wirft eine weitere drängende IT-Frage auf: Hat man im Kreml neben der Windows-Lizenz etwa auch vergessen, die Skalierung der Anzeige auf seniorenfreundliche 150 Prozent zu stellen?

Passt eine schnöde Brille einfach nicht zum sorgsam gepflegten Macho-Image des russischen Machthabers und nimmt er lieber Nackenschmerzen in Kauf?

Das digitale Drama mit der Maus

Besonders amüsant ist auch die Bedienung: Putin starrt konzentriert auf den Bildschirm, wartet und wartet, um dann die Maus entschlossen über das Mousepad den langen Tisch zu schieben, während die Szenerie von tiefem, fast schon kafkaeskem Schweigen begleitet wird. Unterbrochen von ein paar zustimmenden «Ugu»-Lauten aus dem Off. Am Ende reicht ein kurzes Klicken, um das russische Online-Voting abzuschliessen?

«Da kann man nichts falsch machen»

Im Video fasst der russische Machthaber das «Online-Voting» so zusammen: «Da kann man nichts falsch machen!»

Unabhängige europäische Beobachter kommentierten daraufhin, man könne bei einer «Lotterie», bei der man nicht verlieren könne, tatsächlich nichts falsch machen. Die einzige Regel laute: Egal, wo man drückt, Putin gewinnt.

Und wir fragen uns: Ist Online-Voting bei undemokratischen Scheinwahlen wie in Russland sicher? 😬

Und jetzt du!

Welche Frage stellst du dir nach dem Betrachten des russischen Propaganda-Videos? (siehe Quellen)

Quellen

Der Original-Clip bei YouTube:

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