Wer hat die besten Chancen auf den Titel an der Hockey-WM? Diese Simulation weiss es
Wie soll man voraussagen, welche Mannschaft oder Spieler bei einem Sportanlass Erfolg haben wird? Einerseits gibt es das gute, alte BauchgefĂŒhl â nicht immer verlĂ€sslich, aber durchaus mal fĂŒr einen GlĂŒcksgriff gut. Es gibt Statistiken, die man interpretieren kann. Doch die zuverlĂ€ssigste Methode, um Wahrscheinlichkeiten herauszufinden, sind Simulationen.
Deshalb hat sich watson vor der Eishockey-WM mit den Spezialisten von Datahouse zusammengetan, einem Schweizer Expertenteam von Data-Science-Spezialisten. Das Spin-off der ETH ZĂŒrich hat eine Simulation kreiert, um den wahrscheinlichsten Weltmeister des kommenden Turniers in Riga vorauszusagen.
So funktioniert die Simulation:
- In einem ersten Schritt wird die StĂ€rke jedes Teams definiert. Dabei werden sowohl die Position und Punkte in der IIHF-Weltrangliste verwendet, als auch die aktuellen Wettquoten der drei grössten WettbĂŒros, um der KaderstĂ€rke der Mannschaften Rechnung zu tragen. Beide Faktoren werden dabei gleich stark gewichtet.
- In jedem Spiel werden dann die jeweiligen StĂ€rken der beiden Teams einander gegenĂŒbergestellt und es wird ein Resultat simuliert â je grösser die Differenz, desto wahrscheinlicher ein Tor in jeder Spielphase und somit ein Sieg fĂŒr das stĂ€rkere Team.
- Die ganze WM wird so dann 10'000 Mal durchgespielt. Die «Wahrscheinlichkeit» eines Szenarios (z.B. Schweiz wird Weltmeister) ist dann der prozentuale Anteil der 10'000 DurchlÀufe, bei denen das Szenario eintraf.
Das sind die Ergebnisse:
Die Simulation von Datahouse sagt Russland als wahrscheinlichsten Weltmeister voraus. Die «Sbornaja» gewinnt den Titel in 34 Prozent der 10'000 DurchlÀufe. Als zweit wahrscheinlichster Weltmeister wird Kanada genannt, das eine 26-prozentige Chance auf Gold hat.
Der Schweiz wird immerhin eine 2-prozentige Chance auf Gold attestiert â bei 10'000 Simulationen wurde die Nati also 200 Mal Weltmeister. Das Modell sieht die Chancen auf eine Medaille aber grundsĂ€tzlich als intakt an: In 24 Prozent der DurchlĂ€ufe kommt die Schweiz bis in den Halbfinal.
Und wie genau treffen diese Vorhersagen zu? «Die Simulation gibt Wahrscheinlichkeiten anhand tausender Realisierungen an. Im Einzelfall kann aber auch ein sehr unwahrscheinliches Ereignis eintreffen», sagt Severin Trösch von Datahouse.
Das Modell des Datahouse-Teams lÀsst sich aber nicht nur auf den gesamten Ausgang des Turniers anwenden, sondern auch auf die einzelnen Spiele der Schweizer Nati.
Wenig ĂŒberraschend legt das Modell Russland als stĂ€rksten Schweizer Gruppengegner fest. Gegen die «Sbornaja» gewinnt die Schweiz nur in 23 Prozent der FĂ€lle, wobei eine 1:4-Niederlage das Resultat ist, das in der Simulation am hĂ€ufigsten vorkommt.
DafĂŒr ist die Nati gegen die kleinen Gegner in der Gruppe klarer Favorit. Gerade gegen Grossbritannien gewinnt die Truppe von Patrick Fischer von 10'000 Simulationen 8500 Mal.
- Die Nati will Russland und Co. fordern â so stark sind die Kader in der Schweizer Gruppe
- Deutschland gegen Kanada und den Weltmeister â so stark sind die WM-Kader Gruppe B
- FĂŒr jeden Spieler ein eigenes Zimmer: So lebt die Schweizer Nati in der Hockey-Blase
- Der komplette Spielplan der Eishockey-WM 2021 in Riga
