Sport
FIFA

FIFA-Präsident Gianni Infantino begrabt Pläne zum WM-Verkauf

FILE - FIFA President Gianni Infantino speaks during a news conference at the stadium in Mexico City, Wednesday, June 10, 2026, a day before the opening FIFA World Cup match between Mexico and South A ...
FIFA-Präsident Gianni Infantino macht einen Rückzieher – und muss nun um sein Amt bangen.Bild: keystone

FIFA begräbt Pläne zu WM-Verkauf – Präsident Infantino unter grossem Druck

Der Weltverband FIFA wird seine Investorenpläne nicht weiter verfolgen. Es sei deutlich geworden, dass das Projekt zu Spaltung geführt habe, die nicht mehr im Interesse des ursprünglich angestrebten Ziels liege, teilte der Verband mit.
01.08.2026, 02:2801.08.2026, 02:31

Der Weltverband habe sich auf die Fahne geschrieben, Einigkeit und Verbesserungen zu fördern. Von Anfang an habe die FIFA betont, dass die Pläne nur umgesetzt würden, sollte eine Mehrheit der Mitgliedsverbände ihnen zustimmen, liess sich Verbandspräsident Gianni Infantino in der Mitteilung in der Nacht auf Samstag zitieren.

In der Konsultation sei deutlich geworden, dass das Projekt zu Spaltung geführt habe. Die Standpunkte vom FIFA-Rat, den Kontinentalverbänden sowie weiteren Interessengruppen seien angehört worden. «Unser Ziel war es immer – und wird es immer sein – zu einen und Verbesserungen voranzutreiben. Daher wird dieser Vorschlag nicht weiter verfolgt», teilt der 56-jährige Walliser mit.

Infantino kündigte in der Mitteilung an, dass er in den kommenden Tagen und Wochen alle interessierten Akteure wieder zusammenbringen wolle. Ziel sei es, den Fussball überall weiter voranzubringen – besonders in den Ländern, die die Unterstützung des Verbands am dringendsten benötigten.

Insbesondere diese Länder wollte die FIFA nach eigenen Angaben mit dem Projekt «FIFA Forward Enterprise» unterstützen. Mit den Plänen habe man den Sport und die Mitgliedsverbände weltweit stärken wollen. Gegen die Pläne regte sich in den vergangenen Tagen jedoch zunehmend Widerstand. Die FIFA hatte angekündigt, mit dem teilweisen Verkauf kommerzieller Rechte unter anderem an Weltmeisterschaften, Milliarden einnehmen zu wollen. Dafür sollte die Tochtergesellschaft FFE gegründet werden.

Infantinos Wiederwahl in Gefahr

Infantino ist nun unter grossem Druck. Nicht nur der europäische Kontinentalverband UEFA, sondern auch die Verbände aus Nord- und Mittelamerika (CONMEBOL) und Asien (AFC) stellten sich klar gegen die Pläne. Am Freitag trat ausserdem sein leitender Berater Carlos Cordeiro als Reaktion auf den geplanten Verkauf eines Teils der WM-Rechte an Investoren zurück. Später legte Betriebsdirektor Kevin Lamour nach. «Es ist das Projekt einer Person», schrieb er und fügte an: «Die Zeit ist nun gekommen, dass sich die politischen Entscheidungsträger im Fussball die richtigen Fragen stellen und die richtigen Entscheidungen treffen.»

Schon im nächsten Frühling steht Gianni Infantino zur Wiederwahl. Sein Standing bei den Mitgliedsverbänden hat durch seine Pläne deutlich gelitten. Die UEFA plant angeblich bereits, PSG-Boss Nasser Al-Khelaifi als Gegenkandidat aufzubauen. Für Infantino, dessen Wiederwahl bis 2031 nur eine Formsache zu sein schien, könnte es nun doch eng werden. (nih/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Alle Fussball-Weltmeister
1 / 25
Alle Fussball-Weltmeister

2026 in Kanada, Mexiko und den USA: SPANIEN – Argentinien 1:0 n. V.

quelle: keystone / will oliver
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Eisbären im Zoo Prag kriegen Abkühlung
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
9 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
9
Lazio-Fans zeigen, wie ein Boykott im Fussball tatsächlich funktionieren kann
Wenn Lazio Rom am 16. August in der ersten Runde des italienischen Cups sein erstes Pflichtspiel der Saison bestreitet, droht dem Team, das vor leerer Kulisse zu tun. Denn die Laziali, die Fans des Traditionsklubs aus der Hauptstadt, ziehen momentan eine grosse Protestaktion gegen Besitzer Claudio Lotito durch.
Zur Story