FIFA begräbt Pläne zu WM-Verkauf – Präsident Infantino unter grossem Druck
Der Weltverband habe sich auf die Fahne geschrieben, Einigkeit und Verbesserungen zu fördern. Von Anfang an habe die FIFA betont, dass die Pläne nur umgesetzt würden, sollte eine Mehrheit der Mitgliedsverbände ihnen zustimmen, liess sich Verbandspräsident Gianni Infantino in der Mitteilung in der Nacht auf Samstag zitieren.
In der Konsultation sei deutlich geworden, dass das Projekt zu Spaltung geführt habe. Die Standpunkte vom FIFA-Rat, den Kontinentalverbänden sowie weiteren Interessengruppen seien angehört worden. «Unser Ziel war es immer – und wird es immer sein – zu einen und Verbesserungen voranzutreiben. Daher wird dieser Vorschlag nicht weiter verfolgt», teilt der 56-jährige Walliser mit.
Statement attributable to the FIFA President
— FIFA Media (@fifamedia) July 31, 2026
The FIFA Forward Enterprise project was intended to provide a basis for further strengthening our FIFA Member Associations and our sport worldwide, especially in those countries where support is most needed. And more so, as we said…
Infantino kündigte in der Mitteilung an, dass er in den kommenden Tagen und Wochen alle interessierten Akteure wieder zusammenbringen wolle. Ziel sei es, den Fussball überall weiter voranzubringen – besonders in den Ländern, die die Unterstützung des Verbands am dringendsten benötigten.
Insbesondere diese Länder wollte die FIFA nach eigenen Angaben mit dem Projekt «FIFA Forward Enterprise» unterstützen. Mit den Plänen habe man den Sport und die Mitgliedsverbände weltweit stärken wollen. Gegen die Pläne regte sich in den vergangenen Tagen jedoch zunehmend Widerstand. Die FIFA hatte angekündigt, mit dem teilweisen Verkauf kommerzieller Rechte unter anderem an Weltmeisterschaften, Milliarden einnehmen zu wollen. Dafür sollte die Tochtergesellschaft FFE gegründet werden.
Infantinos Wiederwahl in Gefahr
Infantino ist nun unter grossem Druck. Nicht nur der europäische Kontinentalverband UEFA, sondern auch die Verbände aus Nord- und Mittelamerika (CONMEBOL) und Asien (AFC) stellten sich klar gegen die Pläne. Am Freitag trat ausserdem sein leitender Berater Carlos Cordeiro als Reaktion auf den geplanten Verkauf eines Teils der WM-Rechte an Investoren zurück. Später legte Betriebsdirektor Kevin Lamour nach. «Es ist das Projekt einer Person», schrieb er und fügte an: «Die Zeit ist nun gekommen, dass sich die politischen Entscheidungsträger im Fussball die richtigen Fragen stellen und die richtigen Entscheidungen treffen.»
Schon im nächsten Frühling steht Gianni Infantino zur Wiederwahl. Sein Standing bei den Mitgliedsverbänden hat durch seine Pläne deutlich gelitten. Die UEFA plant angeblich bereits, PSG-Boss Nasser Al-Khelaifi als Gegenkandidat aufzubauen. Für Infantino, dessen Wiederwahl bis 2031 nur eine Formsache zu sein schien, könnte es nun doch eng werden. (nih/sda)
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