Diese Geste eines WM-Schiedsrichters sorgt für Diskussionen
Kurz vor dem Anpfiff schaltete die Regie wie gewohnt in den Video-Schiedsrichterraum. Wie aufmerksame Zuschauerinnen und Zuschauer erkannten, beliess es der australische Offizielle Shaun Evans aber nicht beim üblichen Lächeln in die Kamera. Stattdessen formte er aus Zeigefinger und Daumen einen Kreis – eine Geste, die unterschiedlich verstanden werden kann und damit eine Kontroverse auslöste.
Traditionell steht sie für «alles okay», in den vergangenen Jahren wurde sie in extremen Kreisen aber teils als Symbol für «White Power» interpretiert. Sie steht für die angebliche Überlegenheit und Forderung nach Vorherrschaft der weissen Menschen. Zum ersten Mal wurde diese Geste in einem Gerichtsprozess vom rechtsextremen Australier Brenton Tarrant verwendet – er war für einen Terroranschlag auf zwei Moscheen in Neuseeland verantwortlich, bei welchem 51 Personen starben.
@FOXSports @FIFAWorldCup I don’t usually post controversial things but this is unacceptable. Watching the start of Germany vs Curaçao, the Australian replay official Shaun Evans gives the OK sign with his right hand. This is a known white supremacist sign. Please share. pic.twitter.com/5Nq5gfyxmj
— James Weyer (@James_Weyer_) June 14, 2026
In den sozialen Medien verwiesen einige auch auf harmlosere Erklärungen – etwa ein verbreitetes Spiel genannt «Circle Game», bei dem die Geste unterhalb der Gürtellinie gezeigt wird. Auch in der Schweiz ist es durchaus ein prominentes Spiel – mit den Fingern wird ein geschlossener Kreis geformt und die Hand unauffällig unterhalb der Hüfte gehalten. Das Ziel ist, dass das Gegenüber in dieses Loch blickt – schaut die Person rein, hat man gewonnen und kann dem Gegenüber einen Schlag auf den Oberarm geben.
Ob es sich um eine bewusste Botschaft oder um eine missverständliche Handbewegung handelte, ist damit offen. Die FIFA erklärte gegenüber «The Athletic», man sei sich des Vorfalls bewusst, wolle sich darüber hinaus aber nicht äussern. Eine Stellungnahme des Schiedsrichters liegt zunächst auch nicht vor.
