Halbes Happy End: Abgewiesener somalischer Schiri erhält FIFA-Lohn trotzdem
Die FIFA zahlt dem somalischen Schiedsrichter Omar Artan offenbar seine volle WM-Prämie – obwohl er bei dem Turnier in den USA, Mexiko und Kanada kein einziges Spiel leitet. Das berichtete die BBC. US-Behörden hatten dem 34-Jährigen am Flughafen von Miami die Einreise verweigert.
Wie hoch die Prämie ausfällt, ist noch unklar. Die Schiedsrichter werden erst nach dem Ende des Turniers bezahlt. Artan selbst betonte im Gespräch mit der «New York Times», «die richtigen Unterlagen und alles» gehabt zu haben.
Somali referee Omar Artan will receive his full FIFA World Cup tournament fee, despite being denied entry into the United States, according to reports. pic.twitter.com/qWE7Vwdge3
— Football on TNT Sports (@footballontnt) June 14, 2026
Ein Vertreter des US-Aussenministeriums teilte dem Sport-Informations-Dienst am Dienstag mit, Artan stehe «mit mutmasslichen Mitgliedern terroristischer Organisationen in Verbindung» – weshalb er «für die Einreise in die Vereinigten Staaten nicht zugelassen» sei.
Afrikas Schiedsrichter des Jahres 2025 bleibt dennoch im Einsatz: Die UEFA hat angekündigt, ihn beim Supercup einzusetzen. Am 12. August soll Artan in Salzburg die Partie zwischen Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain und Europa-League-Gewinner Aston Villa leiten.
UNO erzürnt über Einreise-Debatte
Annalena Baerbock, Präsidentin der UN-Generalversammlung, hat den Fussball-Weltverband FIFA in der Debatte um verweigerte Einreisen bei der Fussball-WM scharf kritisiert.
«Der krasseste Fall» sei jener des Schiedsrichter Omar Artan aus Somalia von den USA abgewiesen wurde, sagte sie im Podcast «Calcio d ́Oro». «Das ist halt eben der Moment, wo es nicht mehr heissen kann, man ist neutral, man kann sich nicht äussern. Neutralität heisst, dass man alle Schiedsrichter einreisen lässt», betonte Baerbock. «Jetzt muss die FIFA aktiv werden, um deutlich zu machen, dass sie zu ihren eigenen Regeln steht.»
Die Einreisebestimmungen in den USA sind ein grosses Thema rund um diese Fussball-WM. Für besonders viel Wirbel sorgte der Fall des 34 Jahre alten somalischen Schiedsrichters Artan, der nicht ins Land durfte – wegen angeblicher Verbindungen zu einer Terrororganisation.
FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte gesagt, dass die verweigerte Einreise «natürlich unglücklich» sei. «Wir kontrollieren nicht alles. Wir versuchen, wir werden diskutieren, wir werden sprechen, wir werden sehen. Manchmal ist es gut, einfach zu chillen, relaxen. Wir versuchen, alles zu lösen», sagte Infantino. «Aber wir müssen respektieren, dass wir nicht die Könige der Welt sind, die über Regierungen und die Polizei bestimmen. Wir sind eine Sportorganisation.»
Somalia gehört zu den 39 Staaten, deren Staatsangehörige von den verschärften Einreisebestimmungen der US-Regierung von Präsident Donald Trump betroffen sind. Bürger dieser Länder werden bei der Einreise zusätzlichen Überprüfungen unterzogen. (abu/t-online.de/sda/dpa)
