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AfD-Spitzenmann Siegmund sorgt wegen Rüstungsaussage für Empörung

Empörung über AfD-Spitzenmann Siegmund wegen Rüstungsaussage

Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat der rechtspopulistischen AfD in Sachsen-Anhalt und Sieger der Wahl in dem ostdeutschen Bundesland, hat mit einem Kommentar zu Rüstungsgütern für Empörung gesorgt.
11.09.2026, 13:0111.09.2026, 14:33

Siegmund hatte nach der konstituierenden Fraktionssitzung der AfD im Magdeburger Landtag am Donnerstag die Produktion von Rüstungsgütern in einen Zusammenhang mit der angestrebten Abschiebeoffensive seiner Partei gebracht. Auf die Frage eines Journalisten nach der geplanten Ansiedlung eines israelischen Rüstungskonzerns antwortete er: «Wir verteufeln nicht pauschal Produktion von Rüstungsgütern, weil wir bei (der) späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen. Natürlich auch im Sinne der inneren Sicherheit, der eigenen Stabilität und auch der Landesverteidigung.»

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Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat der rechtspopulistischen AfD in Sachsen-Anhalt.Bild: keystone

Es sei im Einzelfall abzuwägen, sagte Siegmund weiter. «Wir wollen uns genau anschauen, was wird da produziert, unter welchen Bedingungen und laufen wir dadurch Gefahr, uns an fremden Konflikten zu beteiligen? Dann sehen wir das mehr als kritisch.»

Siegmund: Rüstungsproduktion «ein weites Feld»

Der Begriff «Remigration» stammt ursprünglich aus der Migrationsforschung. In rechtsextremistischen Kreisen genutzt, ist in der Regel gemeint, dass eine grosse Zahl von Menschen ausländischer Herkunft das Land verlassen soll, auch unter Zwang. Die AfD hat den Begriff auch im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt eingesetzt.

Auf Nachfrage sagte Siegmund am Freitag: «Rüstungsproduktion ist ein weites Feld. Dazu gehören nicht nur Waffen, sondern auch Ausrüstung, Fahrzeuge, Schutztechnik und weitere Hilfsmittel, auf die Bundeswehr, Polizei und Sicherheitsbehörden angewiesen sind.» Genau das müsse gestärkt werden, sagte Siegmund der Deutschen Presse-Agentur, «auch, um Recht durchzusetzen, Abschiebungen konsequent zu vollziehen und eine echte Remigrationsoffensive zu ermöglichen.» Das sei dann kein Skandal, sondern staatspolitische Pflicht.

Kritik von Sozialdemokraten

Mit seiner Aussage löste er scharfe Kritik aus. «Die Äusserungen von Ulrich Siegmund markieren eine neue Qualität», sagte die Fraktionsvorsitzende der Landtagsfraktion der SPD, Katja Pähle. «Wer bei der angekündigten Massenausweisung von Menschen aus Sachsen-Anhalt ausgerechnet Rüstungsgüter ins Spiel bringt, spricht über Gewalt als Mittel der Politik.»

Pähle sagte, dies sei keine missverständliche Formulierung, sondern eine politische Drohung. Hier zeige sich die hässliche Fratze einer Politik, deren Sprache und Vorstellungen erneut an totalitäre Vorbilder erinnerten. Zugleich forderte die Sozialdemokratin eine Stellungnahme des BSW zu den Aussagen. Das linkspopulistische Bündnis Sahra Wagenknecht hatte mitgeteilt, sich projekt- und themenbezogen eine Zusammenarbeit mit der AfD in Sachsen-Anhalt vorstellen zu können.

Auch möglicher Kooperationspartner empört

Auf Siegmunds Aussagen reagierte auch das BSW mit deutlicher Kritik. «Abschiebungen sind keine militärische Aufgabe», sagte Claudia Wittig, stellvertretende Fraktionschefin des BSW im Landtag, der Deutschen Presse-Agentur. Militärische Rüstungsgüter könnten dabei nicht eingesetzt werden. «Da hat Ulrich Siegmund offenbar nicht zu Ende gedacht.»

MAGDEBURG, GERMANY - SEPTEMBER 6: Claudia Wittig, co-lead candidate of the Sahra Wagenknecht Aliiance (BSW), gives press interviews after first exit poll win to AfD at the Messe trade fair halls follo ...
Auch BSW-Frau Claudia Wittig äussert Kritik an Siegmunds Aussagen.Bild: Getty Images Europe

Die AfD unterstütze Hochrüstung und «rechtfertigt die Ansiedlung des israelischen Rüstungskonzerns Elbit mit dem Einsatz von Rüstungstechnik für „Remigration“», schrieb der Co-Bundesvorsitzende Fabio De Masi. «Das zeigt die wollen gar nicht regieren und suchen verzweifelt einen Ausweg durch Provokation.»

Das BSW machte erneut deutlich, dass sie die mögliche Ansiedlung eines israelischen Rüstungsunternehmens im Süden von Sachsen-Anhalt ablehnt. (dab/sda/dpa)

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172 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Amadeus
11.09.2026 14:07registriert September 2015
Die Leute wollten Rechtsextremisten, darum haben sie AfD gewählt. Es kann dann nachher keiner behaupten er hätte von nichts gewusst. Denn das ist erst der Anfang.
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sowhat
11.09.2026 14:10registriert Dezember 2014
Soll dann niemand sagen, wir haben es nicht gewusst. Er sagt damit klar was vorgesehen ist.

Das Beispiel ICE ist ihm klar vor Augen.
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Apropopos
11.09.2026 13:17registriert Mai 2025
Putin und Trump als Vorbild. Provozieren und ausloten.
Etwas beschliessen, was nichts rechtskonform ist.
Zurückrudern und den Anderen die Schuld geben.
Dann der nächste Versuch. Immer wieder. Steter Trpen höhlt den Stein, bis er bricht.
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