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Das neue Züri-Tram kommt 2019: VBZ stellt «Flexity» vor

So soll es aussehen: «Flexity» – das neue Züri-Tram 
So soll es aussehen: «Flexity» – das neue Züri-Tram Bild: vbz

Das neue Züri-Tram kommt 2019: VBZ stellt «Flexity» vor

Der Weg zur Beschaffung eines neuen Trams für Zürich war lang und steinig. Nun haben die Zürcher Verkehrsbetriebe (VBZ) ein Modell ihres «Flexity» vorstellen können. Das neue Tram bringt mehr Sicherheit und Komfort. Sein lang ersehnter Einsatz ist auf Ende 2019 geplant. Bis 2021 sollen dann alle 70 bestellten Fahrzeuge auf Kurs sein.
24.04.2018, 15:5024.04.2018, 17:45

Nach jahrelangen Verzögerungen wegen Rechtsstreitigkeiten sollen die ersten beiden Trams der neuen Serie ab Ende 2019 in der Zürcher Innenstadt unterwegs sein, «zusammen mit der Weihnachtsbeleuchtung, wenn alles gut läuft», sagte VBZ-Direktor Guido Schoch am Dienstag bei der Präsentation des «Flexity».

Ganz aus Holz haben Spezialisten in der VBZ-Zentralwerkstatt in den vergangenen Monaten eine sogenannte Maquette gebaut. Das massstabgetreue, aber nicht funktionstüchtige Tram-Modell sieht aus, als ob es gleich auf die Schienen gefahren werden könnte. «Es ist unser wichtigstes Arbeitsinstrument im Moment», sagte Schoch.

VBZ stellt das neue Züri-Tram «Flexity» vor

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VBZ stellt das neue Züri-Tram «Flexity» vor
Am 24. April 2018 wurde in der VBZ-Zentralwerkstatt in Altstetten ein Modell des neuen «Flexity»-Trams vorgestellt. Der Einstand ist auf Ende 2019 vorgesehen.
quelle: vbz
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Am Modell können die Fachleute Formen, Farben, aber auch die alltäglichen Handgriffe oder die Behindertenfreundlichkeit testen. «Das neue Tram bringt mehr Platz und mehr Komfort», sagte Schoch. Man habe nicht nur das wirtschaftlich günstigste Fahrzeug, sondern auch das beste für die Kunden ausgewählt.

LED-Streifen markieren den Einstieg

So bringt das «Flexity» denn auch ein paar auffällige Neuigkeiten. Eine sehr hohe Fensterfront an der Spitze ermöglicht etwa dem Trampiloten eine Weitwinkelsicht von fast 180 Grad. Senkrechte Leuchtstreifen bei den Türen zeigen künftig schon von Weitem an, ob das Einsteigen noch möglich ist.

Jetzt auf

An den Haltestellen leuchten diese grün auf und markieren die Einstiegsstelle. Werden die Türen geschlossen und nicht mehr geöffnet, strahlen die LED-Streifen rot. Während der Fahrt wechselt die Farbe auf blau. Die sei vor allem für Sehbehinderte wichtig, sagte Christoph Rütimann, Leiter Technik bei den VBZ.

Als Hommage an die alten typischen Zürcher Trams, die «Mirages», wurden Holzsitze für den Innenraum gewählt. Dieser ist hell, schlicht und geräumiger als in den bisherigen Fahrzeugen. Als Neuheit gibt es in den Zürcher «Flexity» künftig sogar USB-Anschlüsse, damit Fahrgäste ihre Handys aufladen können.

Um die Sicherheit zu verbessern, verfügen die Trams zudem über ein Fahrassistenz-System. «Dieses erkennt mögliche Gefahren auf der Fahrbahn oder auch solche, die plötzlich auf die Strasse geraten könnten», sagte Rütimann. Etwa an einem Samstag im Dezember auf der Bahnhofstrasse sei dies eine grosse Unterstützung für den Piloten. Seit Mitte des Monats wird das System in einem Cobra-Tram getestet.

Unterlegene protestierten

Ab Frühsommer 2020 sollen die neuen Trams im regulären Kurseinsatz sein und dort die Fahrzeuge des Typs «Trams 2000» endlich ersetzen. Diese haben nach 40 Jahren das Ende ihrer Lebensdauer erreicht.

Insgesamt bestellten die VBZ bei der kanadischen Firma Bombardier 70 Fahrzeuge. «Flexity»-Trams sind auch in Basel, Berlin oder den belgischen Städten Antwerpen und Gent unterwegs. Ursprünglich hätten die neuen Modelle die ausgedienten Trams in Zürich schon dieses Jahr ablösen sollen.

Beschwerden der unterlegenen Konkurrenten Siemens und Stadler Rail hatten jedoch die Vertragsunterzeichnung verzögert. Offene Fragen im Rahmen der Ausschreibung mussten geklärt werden. Schliesslich gaben der Verkehrsrat des Kantons Zürich und der Stadtrat Zürich grünes Licht für den Kauf von 70 Fahrzeugen für 358 Millionen Franken.

Siemens und Stadler Rail reichten daraufhin beim Verwaltungsgericht Rekurs ein. Dieses wies die Beschwerden jedoch teilweise ab. Da beide Unternehmen auf einen Weiterzug verzichteten, war der Weg schliesslich frei für die Vertragsunterzeichnung zwischen VBZ und Bombardier. Diese erfolgte im März 2017.

Reserve-Fahrzeuge im Liniendienst

«Wir haben immer noch einen Trammangel», sagte denn auch VBZ-Direktor Schoch. Man versuche, die alten «Tram 2000» so gut wie möglich betriebstauglich zu halten. Zudem verzichtet die VBZ in der Hauptverkehrszeit auf Extra-, Ausbildungs- und Dienstfahrten.

Denn der Bedarf an Fahrzeugen steigt – mit der neuen Tramverbindung Hardbrücke, die ihren Betrieb im Dezember aufgenommen hat und der Verlängerung der Tramlinie 2 nach Schlieren ab August 2019. Um diesen Bedarf zu decken, werden auch Fahrzeuge aus der Reserve in den Liniendienst verschoben. (aargauerzeitung.ch/vom)

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