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20 Vorher-nachher-Bilder, die zeigen, wie krass wir unsere Welt verändert haben



Wenn sich heutzutage unser Planet verändert, hat meistens der Mensch seine Finger im Spiel. Er baut Infrastrukturen im grossen Stil, rodet Wälder, zweigt Wasser ab oder bewässert Wüsten. Satellitenbilder, die von der NASA veröffentlicht wurden, zeigen, wie gravierend sich Landschaften in den vergangenen Jahren gewandelt haben. 

Flussdelta Kenia

Aufnahme links: Februar 1973; Aufnahme rechts: Februar 2006.

Zwölf Kilometer weit hat sich das trockengefallene Flussdelta im Turkana-See in Kenia nach Süden ausgebreitet. Als Ursachen kommen infrage: Ausbeutung des Zuflusses, stärkere Verdunstung, weniger Regen und Versandung. 20'000 Menschen haben sich das Neuland zunutze gemacht und dort angesiedelt, doch so knapp über der Wasseroberfläche leben sie gefährlich: Hunderte ertranken beispielsweise 2006 bei einer Flut.

Tschernobyl, Ukraine

Aufnahme links: 1986 (vor der Katastrophe); Aufnahme rechts: 2011.

Das Ausmass der Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl zeigt sich auch 25 Jahre später noch: Die wuchernde Kraft der Natur arbeitet geduldig daran, die Spuren der Menschen, die hier über 1000 Jahre gesiedelt hatten, zu tilgen.

Die Aufnahme links zeigt die Gegend kurz vor dem verheerenden Unfall. Es gibt bebaute Felder (in hellen Farben), kleine Städte (in blau und lila) und alte Wälder (dunkelgrün). 75% des Gebietes ist mit Wald bedeckt. Am 26. April 1986 tritt der Super-GAU ein – und bis 2011 hat sich die Gegend noch immer nicht davon erholt. Die verlassenen Städte sind verfallen, die Vegetation hat die Bauernhöfe und Felder langsam zurückerobert (hellgrün) und die Wälder wurden auf Anordnung der Regierung gerodet und neu aufgeforstet.

Für das Tierreich war die Flucht des Menschen aus dem Sperrgebiet ein Segen. Heute leben dort so viele Wildtiere wie noch nie – weil sie in der Sperrzone ungestört sind, wie eine 2015 veröffentlichte Studie zeigte.

Peking, China

Die Landflucht in China hat Peking zu einer Mega-Metropole anwachsen lassen. In der Hauptstadt leben mittlerweile rund 12 Millionen Menschen. Zählt man die Agglomeration dazu, wohnen über 21 Millionen Menschen in dem Ballungsraum. Eine Wachstumsexplosion, die ihre Spuren hinterlässt: Gemäss einer Studie hat sich Pekings Infrastruktur zwischen 2000 und 2009 vervierfacht. Strassen und Gebäude wärmen die Stadt im Winter um 3 bis 4 Grad Celsius auf und bremsen gleichzeitig den Wind, so dass die Abgase oft nicht mehr weggeblasen werden. 

Smog in Peking – so sieht's dann aus

Lake Powell, USA

Aufnahme links: März 1999; Aufnahme rechts: April 2015.

Der Lake Powell im US-Bundesstaat Utah im Jahr 1999 (links) hat nach Jahren der Dürre und stetiger Wasserentnahme im April 2015 nur noch 42 Prozent seiner ursprünglichen Kapazität.

Qori Kalis Gletscher, Peru

Aufnahme links: Juli 1978; Aufnahme rechts: Juli 2011.

Der Gletscher Qori Kalis in den peruanischen Anden liegt in einer Region, die aussergewöhnlich stark vom Klimawandel betroffen ist. Etwa 70 Prozent der tropischen Gletscher befinden sich in der Andenregion. Sie schmelzen wegen steigender Temperaturen ab und hinterlassen Gletscherseen, wie auf den Aufnahmen zu sehen ist.

Für Peru ist das eine Katastrophe, weil die Gletscherschmelze zu Überschwemmungen führen kann. Für Wissenschaftler kommt unter dem Eis aber auch Faszinierendes zum Vorschein: Pflanzen, die hier vor tausenden Jahren eingeschlossen wurden.

Matterhorn

Aufnahme links: 16. August 1960; Aufnahme rechts: 18. August 2005.

Zwischen den beiden Aufnahmen vom Matterhorn liegen fast auf den Tag genau 45 Jahre: In diesem Zeitraum ist dramatisch viel Eis weggeschmolzen.

Cancún, Mexiko

Aufnahme links: 5. Februar 1979; Aufnahme rechts: 24. Januar 2009.

Bis in die frühen 1950er Jahre war Cancún eine von der Zivilisation weitgehend unberührte Halbinsel mit einigen wenigen Fischerdörfern und Ruinen der Maya. Dann entschloss sich die mexikanische Regierung 1969 dazu, den Fischerort in einen Touristen-Hotspot zu verwandeln. Die NASA-Bilder verdeutlichen das rasante Wachstum Cancúns, wo heute über 700'000 Menschen leben.

Las Vegas

Aufnahme links: 1984; Aufnahme rechts: 2007.

Die Wüstenstadt wächst unaufhaltsam: Die Grösse von Las Vegas hat sich zwischen 1984 und 2007 mehr als verdoppelt, wie die beiden Satellitenaufnahmen zeigen. Gespeist wird die riesige Siedlung vor allem von Wasser aus dem Lake Mead – der Pegel des Sees sinkt immer weiter.

Staudamm in Uruguay

Aufnahme links: January 1988; Aufnahme rechts: April 2008.

Wie sehr der Eingriff in die Natur das Bild einer Region verändern kann, zeigt sich an diesem Beispiel. Der Yacyretá-Staudamm an der Grenze zwischen Uruguay und Argentinien wurde 1992 fertiggestellt.

Riad, Saudi Arabien

Aufnahme links: 1972; Aufnahme rechts: 2000.

Die Hauptstadt Saudi Arabiens im Wandel: 1972 leben rund eine halbe Million Menschen in Riad. Von der Bevölkerung des Wüstenstaats lebt zu dieser Zeit noch mehr als dreimal so viel auf dem Land wie in der Stadt. Das hat sich komplett gedreht: Im Jahr 2000 (rechts) war das Verhältnis umgekehrt, und Riad ist zu einer Zwei-Millionen-Stadt angewachsen.

Wüste in Saudi Arabien

Aufnahme links: 1987; Aufnahme rechts: 2012.

In der Wüste Saudi-Arabiens wird durch Grundwasserentnahme landwirtschaftlicher Anbau möglich. Das Gebiet ist dadurch von 1987 bis 2012 stellenweise ziemlich grün geworden. Experten schätzen, dass die Wasserbestände aber nur noch 50 Jahre reichen.

Aral-See, Zentralasien

Aufnahme links: August 2000; Aufnahme rechts: August 2014.

Der Aral-See war noch in den 1960er Jahren der viertgrösste See der Welt. Dann begann die damalige Sowjetunion, das Wasser für die Landwirtschaft abzuschöpfen. Wo 2000 (links) noch grünes Wasser zu erkennen ist, kann man nach einer Trockenperiode im Jahr 2014 trockenen Fusses spazieren gehen. Die schwarzen Umrisse links zeigen übrigens die Grösse, die der See bis in die 60er Jahre hatte.

Columbia-Gletscher Alaska

Aufnahme links: Juli 1986; Aufnahme rechts: Juli 2014.

Von seiner Entdeckung im Jahr 1794 bis 1980 blieb der Columbia-Gletscher stabil. Doch seither schmilzt das Eis dramatisch, wie die NASA-Bilder zeigen. Zwischen 1986 und 2011 hat der Gezeitengletscher sein Gesicht völlig verändert. Die Falschfarbenbilder aus rund 700 Kilometern Höhe zeigen, wie die ursprüngliche Gletscherfront über die Jahre 20 Kilometer zurückgewichen ist – teilweise um mehr als einen Kilometer im Jahr. Mittlerweile verfügt er sogar über zwei klar voneinander getrennte Fronten. 

Die Geschwindigkeit des Rückgangs lag allerdings in den verschiedenen Jahren bei sehr unterschiedlichen Werten. Zwischen 2000 und 2006 tat sich zum Beispiel kaum etwas, weil zwei Berggipfel dabei halfen, die Gletscherzunge zu stabilisieren. 

Luftverschmutzung in den USA

Aufnahme links: 2005; Aufnahme rechts: 2011.

Diese Bilder zeigen, dass sich die Welt durchaus auch zum Besseren verändert. Die Aufnahmen zeigen die Luftverschmutzung an der Nord-Ostküste der USA im Jahr 2005 (links) und 2011. In dieser Region hat sich die CO2-Konzentration deutlich reduziert. Der Anteil von Stickstoffdioxid in Denver sank um 22 und in New York City um 32 Prozent. In Atlanta, das viel dafür getan hat, die Emissionen seiner Kraftwerke zu reduzieren, ist der Anteil sogar um 42 Prozent gesunken.

Entscheidend für die positive Entwicklung sind nach Meinung von Experten neue Umweltauflagen und verbesserte Technologien. Aufatmen können die US-Bürger aber noch nicht. In den Staaten leben immer noch 142 Millionen Menschen in Regionen, die die US-Umweltschutzbehörde EPA als «verschmutzt» und «ungesund» einstuft.

Städtebau in Dubai

Aufnahme links: November 2001; Aufnahme rechts: November 2012.

Dubai, einst Beduinen-Nest am Persischen Golf, ist heute eine Boomtown mit ehrgeiziger Wolkenkratzer-Architektur und Multikulti-Atmosphäre. Doch in die Höhe zu wachsen war den Scheichs nicht genug. Wo sich vor zwei Jahrzehnten noch unberührte Strände an der Küste hinzogen, stampften Tausende von Bauarbeitern aus Pakistan und Indien, von den Philippinen und Malaysia, künstliche Inseln aus dem Meer. 

Solarfarm, Kalifornien

Aufnahme links: Oktober 2011; Aufnahme rechts: Januar 2015

Die Topaz Solar Farm in Kalifornien ist die grösste Photovoltaik-Anlage der Welt. Sie wurde 2015 in Betrieb genommen und kann Strom für 160'000 Haushalte produzieren. Die Aufnahme links entstand im Oktober 2011, rechts im Januar 2015.

Las Conchas, USA

Aufnahme links: Juni 2011; Aufnahme rechts: Juli 2011.

Ein Feuer in Las Conchas in New Mexico, ausgelöst von eingestürzten Strommasten, zerstörte in wenigen Stunden eine alte Buschlandschaft. Die rotbraunen Areale rechts kennzeichnen verbrannte Gebiete, helle Flecken sind noch lodernde Feuer – der Satellit «Landsat 7» registrierte ihre Wärmestrahlung. Die Aufnahme links ist vom 24. Juni 2011, rechts vom 2. Juli 2011: Über 50'000 Hektar Wald wurden zerstört.

Daaba, Kenia

Aufnahme links: 1986; Aufnahme rechts: 2007.

Nach Ausbruch des somalischen Bürgerkrieges und einer damit einhergehenden Hungersnot flüchteten in der ersten Hälfte der 1990er Jahre bis zu 400'000 Menschen aus Somalia nach Daaba in Kenia. Die Aufnahme links entstand 1986 vor der Flüchtlingswelle, das Bild rechts ist vom Dezember 2007.

Incheon, Südkorea

Aufnahme links: September 1981; Aufnahme rechts: September 2013.

Incheon in Südkorea hat sich in den letzten 32 Jahren in gewaltigem Ausmass verändert. Inseln wurden miteinander verbunden, Wohn- und Geschäftshäuser hochgezogen und ein neuer Flughafen gebaut. Die Hafenstadt ist mittlerweile mit der Hauptstadt Seoul zusammengewachsen, ist aber immer noch eine eigenständige Stadt.

Amazonas, Brasilien

Aufnahme links: Juni 1975; Aufnahme rechts: August 2009.

Bis vor wenigen Jahren wurde Brasiliens Regenwald in rekordverdächtigem Tempo vernichtet. Eindrücklich zeigen das die Bilder aus dem Amazonas im Bundesstaat Rondônia. 1978 waren 2 Prozent des Regenwalds gerodet, 2008 waren es bereits 34 Prozent. Zuletzt wurden im Amazonas-Regenwald zwar weniger Bäume abgeholzt. Grund zum Jubeln gibt es dennoch nicht: Noch immer werden jährlich Tausende Quadratkilometer des wichtigen Waldes zerstört.

Hier gibt's noch mehr NASA-Bilder, die zeigen, wie sehr sich unser Planet verändert hat

Vorher-nachher-Bilder aus Zürich:

Industrie-Areale in Zürich

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • URSS 22.02.2016 17:44
    Highlight Highlight Es ist eine Tragödie...
  • ulia 21.02.2016 17:48
    Highlight Highlight Wäre auch noch spannend zu sehen, wie stark das tote Meer geschrumpft ist...
    • Duweisches 22.02.2016 00:01
      Highlight Highlight Oder wie sich das Tal beim Drei-Schluchten-Damm gefüllt hat... 😳
  • derBurch 21.02.2016 10:03
    Highlight Highlight Irgendwie beängstigend
  • Yippie 20.02.2016 23:07
    Highlight Highlight Wir zerstören und verwüsten unsere Lebensgrundlage. Viele dieser vorher-nachher Bilder sind der beste Beweis dafür.
    • Edli412 21.02.2016 14:42
      Highlight Highlight Und ich frage mich gerade, wer hier blitzt.

«Es ist alarmierend» – Insektensterben in der Schweiz ist viel schlimmer als angenommen

Der Insektenschwund hat dramatische Auswirkungen. Das ganze natürliche Gleichgewicht gerät durcheinander. Das bekommt auch der Mensch zu spüren.

Eine am Mittwoch veröffentlichte Studie zeigt erstmals das ganze Ausmass des Insektenschwunds für Deutschland und die Schweiz auf. Die Erkenntnisse sind alarmierend: In den vergangenen zehn Jahren wurde ein Rückgang der Artenvielfalt von 30 Prozent festgestellt.

Markus Fischer von der Uni Bern war an der Forschung beteiligt und hat uns die Studienerkenntnisse erläutert. Er sagt, warum die Studie so bahnbrechend ist, was die Ursachen für den Schwund sind und was jetzt zu tun ist.

Herr Fischer, …

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