Schweiz
Homosexualität

Antirassismus-Strafnorm schützt auch Homo-und Bisexuelle

Anti-Rassismus-Strafnorm schützt künftig auch Homo- und Bisexuelle

03.12.2018, 16:3403.12.2018, 16:46

Hat die Schweiz ein Homophobie-Problem?

Video: srf

Die Anti-Rassismus-Strafnorm stellt künftig auch Aufrufe zu Hass und Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung unter Strafe. Damit stärkt das Parlament den Schutz von homo- und bisexuellen Personen.

Der Nationalrat hat die Änderung des Strafgesetzbuches am Montag mit 107 zu 77 Stimmen bei 6 Enthaltungen bereinigt. Umstritten war, ob auch Diskriminierung aufgrund der Geschlechtsidentität unter Strafe gestellt werden sollte. Damit sollten trans- oder intergeschlechtliche Menschen geschützt werden.

Der Nationalrat hatte sich zunächst dafür ausgesprochen, der Ständerat war aber dagegen. Hauptgrund für die Ablehnung war, dass die Geschlechtsidentität im Gegensatz zur sexuellen Orientierung schwer fassbar ist. Im Zusammenhang mit strafrechtlichen Normen kann das problematisch sein.

Justizministerin Simonetta Sommaruga warnte vor Auslegungsproblemen. Geschlechtsidentität sei ein relativ unbestimmter Begriff. Gerade im Strafrecht könne es Probleme mit dem Bestimmtheitsgebot geben. Das liess Flavia Wasserfallen (SP/BE) nicht gelten. «Menschen wissen, welche Geschlechtsidentität sie haben», erklärte sie.

SP und Grüne setzten sich jedoch vergeblich für den strafrechtlichen Schutz von trans- und intersexuellen Menschen vor Diskriminierung ein. Das Parlament wolle keine öffentliche Hetze gegen Homo- und Bisexuelle, sagte Martin Naef (SP/ZH). Es sei ein falsches Zeichen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen diesen Schutz zu versagen.

Gerade bei den Mitteparteien stiess das Argument auf offene Ohren. Viele stimmten trotzdem gegen eine Ausweitung der Strafnorm. CVP-Sprecher Karl Vogler (CSP/OW) warnte davor, die ganze Vorlage zu gefährden. Die Signale aus dem Ständerat liessen einen Totalabsturz befürchten. Die Vorlage ist nun bereit für die Schlussabstimmung. (aeg/sda)

Drag Queens unter Beschuss, doch die Show geht weiter

1 / 33
Drag Queens unter Beschuss, doch die Show geht weiter
Bisher war Indonesien recht tolerant im Umgang mit Homosexuellen und Transgenders. Doch jetzt verstärkt sich der Druck auf LGBTs. Die Regierung will in den nächsten drei Jahren die noch im Land verbliebenen 100 Rotlichtbezirke schliessen. Aber noch lebt die Szene, wie ein Blick in ein Cabaret am 26. Februar 2016 in Yogyakarta zeigt.
quelle: getty images asiapac / ulet ifansasti
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Initiative zum Schutz vor Gewalt an Frauen bestimmt SP-Parteitag
Die SP Schweiz hat am Samstag an ihrem Parteitag in Thun BE eine Initiative zum Schutz vor Gewalt an Frauen lanciert. Bundesrat Beat Jans nahm die Männer in die Pflicht.
Die Gewaltschutz-Initiative soll die Prävention und die Zusammenarbeit zwischen Bund, Kantonen und Fachstellen fördern. Sie verlangt zudem, dass jährlich mindestens 500 Millionen Franken zusätzlich für die Bekämpfung geschlechtsbezogener Gewalt zur Verfügung gestellt werden. Die Delegierten lancierten sie einstimmig.
Zur Story