SBB
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
FILE - In this Thursday, April 27, 2017, file photo, people walk past an Amazon Go store, currently open only to Amazon employees, in Seattle. Amazon Go shops are convenience stores that don't use cashiers or checkout lines, but use a tracking system that of sensors, algorithms, and cameras to determine what a customer has bought. Amazon says the company has no plans to use such sensors to automate the cashier jobs at Whole Foods, which Amazon is acquiring. Still, it’s the kind of technology that could help cut costs down the road, and that others may look to as well. (AP Photo/Elaine Thompson, File)

Gibt es in der Schweiz bald erste Amazon-Shops? Die SBB wollen den US-Giganten in die Bahnhöfe holen.  Bild: Elaine Thompson/AP/KEYSTONE

SBB will Amazon-Filialen in Bahnhöfe holen – und düpiert Migros und Coop

Die Bundesbahnen flirten mit dem US-Onlinehändler Amazon – und bieten Lidl erstmals die Hand.

Benjamin Weinmann und Andreas Möckli / Nordwestschweiz



Die SBB tüfteln am Bahnhof der Zukunft. Einerseits möchten sie die Zonen rund um die Bahnhöfe aufwerten, indem Randständige und Taxis anderswo ihren Platz finden sollen . Doch auch im Innern der Gebäude wollen die Bundesbahnen das Angebot attraktiver gestalten und den Mietermix modernisieren. Ziel: Mehr Kunden anzulocken.

Schon heute gehören die SBB-Bahnhöfe zu den grössten Shoppingcentern der Schweiz. Allerdings dominieren vielfach die stets gleichen Formate von Coop, Migros und Valora das Mieterbild. Und eigenständige Verpflegungs-Formate wie Hitzberger oder Marché wurden zuletzt von den beiden Genossenschaftsriesen aufgekauft.

Geht es nach Jürg Stöckli, der den SBB-Geschäftsbereich Immobilien leitet und somit Herr der Bahnhöfe ist, könnten Pendler schon bald beim US-Onlinehändler Amazon einkaufen. «Wir möchten Amazon gerne in der Schweiz und bei uns in den Bahnhöfen haben», sagt Stöckli. Die SBB hätten das Unternehmen von sich aus angesprochen und die Amazon-Vertreter hätten interessiert zugehört. Um was für ein Format es sich genau handelt, verrät er nicht. Allerdings gehe es eher weniger um Lebensmittel, sondern um Non-Food-Produkte.

Anzeichen verdichten sich

Noch sei die Schweiz für den US-Konzern ein zu kleiner Markt, sagt Stöckli. Doch dies könnte sich schon bald ändern. Zuletzt häuften sich Spekulationen von einem Markteintritt von Amazon in der Schweiz. Laut der «Handelszeitung» habe der Onlinehändler vor, hierzulande das Food-Angebot «Pantry» zu lancieren, das seit 2015 in Märkten wie Österreich und Deutschland als «Vorratskammer in der Box» angepriesen wird. Damit soll der Wocheneinkauf beim Grossverteiler obsolet werden.

Rail passengers walk through the shopping arcade at Loewenstrasse train station in Zurich Main Station, Switzerland, pictured on July 14, 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Reisende gehen durch die Ladenpassage im Bahnhof Loewenstrasse am Hauptbahnhof Zuerich, aufgenommen am 14. Juli 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Wann kommt Amazon? Der Mietermix könnte sich auch im Zürcher HB bald ändern.  Bild: KEYSTONE

Auf den Teppichetagen von Coop und Migros beobachtet man die Schritte der Amerikaner denn auch mit Argusaugen. Das Unternehmen von US-Milliardär Jeff Bezos hat eine gewaltige Macht, erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von rund 136 Milliarden Dollar – ein Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Diesen Monat kaufte Amazon die Bio-Handelskette Whole Foods für rund 14 Milliarden Dollar und machte damit deutlich, dass man das Offline-Geschäft ins Visier nimmt. Auch sonst hat sich Amazon in den stationären Detailhandel vorgewagt, betreibt bereits knapp zehn Buchläden in amerikanischen Städten. In Seattle hat die Firma zudem einen Convenience-Shop namens «Amazon Go» eröffnet mit Softgetränken, Sandwiches und anderen Lebensmitteln. Zugang zum Geschäft erhalten Kunden mit einer Smartphone-App. Das Einscannen der Preise und die Bezahlung übernehmen sie in Eigenregie.

Lidl statt Migros: SBB wagt Tabubruch

Für SBB-Manager Jürg Stöckli ist klar: «Wenn Sie die Kunden mit neuen Marken überraschen wollen, müssen sie auch derjenige sein, der ab und zu eine Neuheit in die Schweiz bringt.» Man sei daran interessiert, den Bahnhof als Abholstation zu nutzen. «Mit täglich 1,3 Millionen Reisenden sind wir ein attraktiver Standort dafür.» Auch im Gastronomie-Bereich sei man mit bekannten Namen in Gesprächen.

Dinge, die du bei Amazon bestellen kannst. Es aber kaum tun wirst

Einen Tabubruch wagt Stöckli im Lebensmittelbereich. Bisher sind es in erster Linie Coop und Migros, die mit Supermärkten in Bahnhöfen eingemietet sind, die deutschen Discounter blieben aussen vor. Stöckli sagt, bei Aldi und Lidl habe in den letzten Monaten ein Sinneswandel stattgefunden, vermehrt seien auch innenstädtische Lagen in ihren Fokus gerückt. Nun kommt es zur ersten Kooperation mit den SBB: «Wir werden im Bahnhof Morges VD den ersten Vertrag mit Lidl abschliessen», sagt Stöckli. Es handle sich dabei um eine Ladenfläche von rund 1000 Quadratmetern. Die Eröffnung ist 2019 geplant, und es sei gut denkbar, dass in Zukunft weitere Aldi- und Lidl-Filialen in die SBB-Bahnhöfe einziehen werden. Gleichzeitig betont er, dass Migros, Coop und Valora starke und wichtige Partner der SBB seien.

Die Shopping-Umsätze in den Bahnhöfen würden insgesamt über Vorjahr liegen, sagt Stöckli. Und dies, obwohl der Schweizer Detailhandel in Zeiten des Einkaufstourismus und der Verlagerung ins Internet weiter schrumpft. Die SBB profitieren hingegen von den Ausnahmebewilligungen für den Sonntagsverkauf sowie von der weiterhin steigenden Anzahl Zug-Passagiere. (aargauerzeitung.ch)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Vaduz nach Corona-Fällen in Quarantäne

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

83 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
Fly Boy Tschoko
10.07.2017 08:19registriert May 2014
Wenn mich die SBB wirklich überraschen will sollten sie in den grossen Bahnhöfen eine Volg Filiale installieren.
11512
Melden
Zum Kommentar
Firefly
10.07.2017 08:14registriert April 2016
Mit Amazon? Damit danach der Bahnhof aussieht wie jeder andere auf der Welt? Wieso nicht dem lokalen Kleingewerbe eine Chance geben?
11318
Melden
Zum Kommentar
simzi
10.07.2017 06:43registriert June 2017
Haha... Kunden mit neuen Marken überraschen. Wohl eher Gründe für noch höhere Mieten schaffen durch mehr Konkurrenz.
Auf die Löhne des Verkaufspersonals dürfte sich das kaum positiv auswirken.
9414
Melden
Zum Kommentar
83

«Ein Schwarzer war unerträglich»: Musste CS-Chef Thiam wegen der Hautfarbe gehen?

Ein Bericht der «New York Times» stellt der Grossbank und der Schweiz ein schlechtes Zeugnis aus. Die Rede ist von Rassismus und Intoleranz - im Tram genauso wie an der Geburtstagsfeier des CS-Präsidenten.

Der frühere CEO der Credit Suisse, Tidjane Thiam (58), stolperte über die Beschattungsaffäre bei der Grossbank: Dieses Narrativ kommt ins Wanken. Ein Artikel der «New York Times» rückt die Zeit des Ivorers bei der Grossbank in ein anderes Licht. Rassismus und seine schwarze Hautfarbe haben demnach eine weit grössere Rolle gespielt. «Andere Bankchefs haben weit grössere Skandale überstanden», schreibt das Blatt. «Es ist eine offene Frage, ob ein CEO mit einem anderen Hintergrund den …

Artikel lesen
Link zum Artikel