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Bundesratswahlen 2019: Woher kamen die 21 Stimmen für FDP-Dobler?

Der St. Galler FDP-Nationalrat Marcel Dobler erhielt bei den Bundesratswahlen überraschend 21 Stimmen. Woher diese kamen, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben. (Archivbild)
Der St. Galler FDP-Nationalrat Marcel Dobler erhielt bei den Bundesratswahlen überraschend 21 Stimmen. Woher diese kamen, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben.Bild: KEYSTONE

Woher kamen die 21 Stimmen für FDP-Dobler? Im Moment kursieren 3 Theorien

11.12.2019, 21:5611.12.2019, 22:29

Der St. Galler FDP-Nationalrat Marcel Dobler hat im letzten Wahlgang der Gesamterneuerungswahlen des Bundesrats überraschend 21 Stimmen geholt. Es lässt sich nur spekulieren, von wem er diese erhalten hat. Durch die Wandelhalle geisterten verschiedene Hypothesen.

Als die Spannung langsam gefallen war, die Grünen längst bekanntgegeben hatten, dass sie nach dem erfolglosen Angriff auf FDP-Bundesrat Ignazio Cassis den Sitz von FDP-Bundesrätin Karin Keller-Sutter nicht angreifen würden - just in diesem Moment verkündete Nationalratspräsidentin Isabelle Moret (FDP/VD) die Randnotiz des Tages: «Ferner haben Stimmen erhalten: Dobler Marcel, 21.»

Das Ergebnis liess an dieser sonst so überraschungsfreien Erneuerungswahl aufhorchen. Auf der Journalistentribüne war man zunächst ratlos: Wer hat Nationalrat Dobler gewählt? Und warum? Im Internet, vor allem auf Google und Twitter, war Dobler kurz vor 11 Uhr ein sehr beliebter Suchbegriff.

Nach einigen Minuten kursierten dann die ersten Interpretationen zum Ergebnis in der Wandelhalle. Politologe Adrian Vatter bezeichnete das vergleichsweise schlechte Resultat von Keller-Sutter - sie erhielt 169 von gültigen 206 Stimmen - als «kleine Retourkutsche». Folgende drei Theorien wurden bis am Abend herumgereicht:

Retourkutsche und Aussehen

Die SVP zum Beispiel sei mit dem Vorschlag der Justizministerin für eine Überbrückungsrente nicht einverstanden. Diese ist Teil eines Massnahmenpakets für ältere Arbeitslose, das die Akzeptanz der Personenfreizügigkeit erhöhen soll. Die SVP bekämpft die Personenfreizügigkeit mit der Begrenzungsinitiative.

Der Zürcher SVP-Nationalrat Thomas Matter bestätigte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA im Bundeshaus, dass die Überbrückungsrente sicher einigen in seiner Fraktion in den falschen Hals geraten sei. Augenzwinkernd fügte er an, dass die Stimmen für Dobler auch damit begründbar seien, dass dieser «gut aussieht». Viele Frauen hätten deshalb für ihn gestimmt.

Die SVP- Nationalraete Thomas Matter, ZH, Albert Roesti, BE, und Thomas Aeschi, ZG, von links, applaudieren waehrend den Bundesratswahlen, am Mittwoch, 11. Dezember 2019, in Bern. (KEYSTONE/Peter Klau ...
Thomas Matter (links) begründet die Stimmen für Dobler unter anderem mit dessem Aussehen. Bild: KEYSTONE

Störmanöver von Links

Mike Egger (SVP/SG) dagegen wollte nichts wissen von den vermuteten Proteststimmen von Rechts. Für ihn war das Ganze ganz einfach «ein Störmanöver von Links». Einen Grund dafür angeben konnte er aber nicht.

Posse aus der Ostschweiz

Auch von FDP-Parteipräsidentin Petra Gössi wollten Medienschaffende wissen, woher die unerwarteten Stimmen für Dobler gekommen waren. Hatten sogar einzelne Mitglieder der FDP-Fraktion gegen Keller-Sutter und für Dobler gestimmt, damit Cassis im Vergleich mit seinen 145 Stimmen nicht zu schlecht dastehen würde?

Gössi legte für ihre Partei die Hand ins Feuer. Es sei kein eigentlicher Angriff auf Keller-Sutter gewesen. Die FDP-Präsidentin bezeichnete die 21 Stimmen vielmehr als «rein regionalpolitische Posse aus der Ostschweiz». Weiter ins Detail ging sie nicht.

Parteipraesidentin Petra Goessi, FDP-SZ, begruesst das Ergebnis der Wahl von Bundesraetin Karin Keller-Sutter (nicht fotografiert), waehrend den Bundesratswahlen, am Mittwoch, 11. Dezember 2019, in Be ...
Petra Gössi glaubt, dass ihre FDP geschlossen für Keller-Sutter gestimmt hat.Bild: KEYSTONE

Künftige Kandidatur nicht ausgeschlossen

Und Dobler selbst? Er wirkte nach der Bekanntgabe des Wahlresultats im Nationalratssaal sehr überrascht, lächelte gequält. «Ich wusste von nichts. Als mein Name fiel, war ich ein bisschen irritiert», sagte er später gegenüber Keystone-SDA-Video.

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Es sei wohl weniger um seine Person gegangen, sondern vielmehr darum, «dass gewisse Kreise ihr Unbehagen» gegenüber Keller-Sutter hätten ausdrücken wollen. Es seien aber alles Mutmassungen. Klar sei, dass er insbesondere aufgrund seiner familiären Situation mit Kleinkindern eine Wahl in den Bundesrat zurzeit sowieso nicht angenommen hätte. Für die Zukunft liess der 39-Jährige die Frage offen: «Sag niemals nie.» (cma/sda)

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