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E-Autos: Der Cupra Raval meistert seine grösste Herausforderung

Cupra Raval
Der Cupra Raval läutet die Offensive des Volkswagen-Konzerns im Segment der kleinen Elektroautos ein.Bild: Cupra
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Der Cupra Raval meistert seine grösste Herausforderung

Glaubt man den Herstellern, sind alle Elektroautos intelligenter, vernetzter und effizienter geworden. Das ist erst einmal sehr gut. Aber mehr Spass machen sie deshalb nicht unbedingt. Cupra scheint dies verstanden zu haben und beweist es mit dem Raval, einem Stadtauto, bei dem der Fahrspass im Vordergrund steht, statt mit Leistungs-Superlativen zu prahlen.
21.07.2026, 09:1621.07.2026, 09:16
Jerome Marchon
Jerome Marchon

Lange Zeit waren kleine Autos die liebenswertesten. Sie hatten weder die stärksten Motoren noch die raffinierteste Ausstattung, aber dafür das gewisse Etwas, das Lust machte, sich ans Steuer zu setzen. Aus ihnen entwickelten sich auch die frechen Varianten, die berühmten «GTIs», die heute Kultstatus besitzen.

Cupra Raval
Ein ausdrucksstarker Stil mit ausgesprochen sportlichem Flair.Bild: Cupra

Dann kam die Elektrifizierung, inklusive Batterien, zusätzlicher Kilos und Autos, die plötzlich bierernst daherkamen. Mit dem zu 100 % elektrischen Raval scheint Cupra also den ursprünglichen Geist des kleinen Flitzers wieder aufleben lassen zu wollen. Und nach ein paar Stunden am Steuer kann man sich denn auch kaum des Eindrucks erwehren, dass dieses Auto wirklich besonders ist.

Ein Versprechen, das es einzulösen gilt

Bei unserer ersten Begegnung hatte der Raval vor allem durch seinen Stil überzeugt. Er ist ausdrucksstärker als die meisten Elektro-Stadtwagen und zeichnet sich durch jenen ausgeprägten Charakter aus, den Cupra jedem seiner Modelle einhauchen möchte. Aber ein Auto besteht nicht nur aus Design. Den Unterschied macht, was passiert, sobald man hinterm Lenkrad sitzt, die Fahrt losgeht und die Marketingphrasen der Realität auf der Strasse weichen.

Cupra Raval
Wie geschaffen für die Stadt – aber nicht nur!Bild: Cupra

Cupra hat sich entschieden, uns auf die Anhöhen von Barcelona mitzunehmen. Eine ideale Kulisse, um herauszufinden, ob der kleine Elektroflitzer mehr zu bieten hat als nur seine technischen Daten. Und die Antwort kommt schneller als erwartet.

Freude geht vor Leistung

Schon nach wenigen Kurven wird klar, dass der Raval von Menschen entwickelt wurde, die gerne Auto fahren. Achten Sie nicht auf die Beschleunigung – die 226 PS und 290 Nm der Topversion VZ unseres Testfahrzeugs sind 2026 keine Besonderheit mehr –, sondern vielmehr auf das bemerkenswert natürliche Fahrvergnügen. Die Lenkung ist präzise, die Vorderachse schafft sofort Vertrauen, und das Fahrwerk ist immer zu etwas mehr Tempo bereit, ohne jemals den Eindruck von Überforderung zu wecken.

Cupra Raval
Der Raval vermittelt echtes Fahrvergnügen, wie man es bei Elektroautos bisher kaum gefunden hat.Bild: Cupra

Vermutlich machen genau diese Eigenschaften den grössten Unterschied aus. Viele Elektro-Kleinwagen beeindrucken zwar bei den ersten Beschleunigungsmanövern, werden dann aber neutraler, wenn nicht sogar überfordert, sobald die Strasse kurviger wird. Der Raval macht es umgekehrt. Je mehr Kilometer hinter einem liegen, desto mehr Lust bekommt man, schneller zu fahren, später zu bremsen oder nach einer Kurve etwas früher wieder zu beschleunigen. Ohne jemals die Fahrer*innen einschüchtern zu wollen, schafft dieses Auto im Nu eine Art Verbundenheit, die in dieser Klasse selten zu finden ist.

Cupra Raval
Das Fahrwerk des Raval nimmt die Leistung des Elektromotors zwischen 115 und 226 PS je nach Version problemlos auf.Bild: Cupra

Dabei spielt natürlich das elektronische Sperrdifferenzial der VZ-Version eine wichtige Rolle. In engen Kurven hilft es dem Auto buchstäblich dabei, sich in die Fahrbahn zu schmiegen, und sorgt dafür, dass die 226 PS erstaunlich effizient auf die Vorderräder übertragen werden. Man spürt wieder dieses Gefühl, das man früher bei manchen kleinen Sportwagen hatte: dass das Auto in die Kurve hineinzieht, während das Heck trotz der im fahrbereiten Zustand über 1600 kg des kleinen Flitzers ausgesprochen leicht wird.

Ein Sportwagen, der sich zivilisiert benehmen kann

Trotz alldem ist der Cupra nicht in die Falle eines protzigen, unbequemen Sportwagens getappt. Denn der Raval ist nach wie vor ein Stadtauto, das den Grossteil seiner Zeit in der Stadt oder auf Alltagsfahrten verbringen soll. Mit den DCC-Stossdämpfern lässt sich das Fahrverhalten zudem recht fein abstimmen, mit bis zu 15 Einstellungsstufen im Individual-Modus, sodass jeder sein persönliches Gleichgewicht zwischen Komfort und Dynamik finden kann. So kann man am Wochenende eine Fahrt durch die Berge geniessen, ohne am Montagmorgen auf dem Weg zur Schule oder ins Büro unter einer Federung leiden zu müssen, die sich wie eine Brechstange anfühlt.

Cupra Raval
Der Cupra Raval überzeugt durch seine Vielseitigkeit sowohl auf dem täglichen Weg zur Arbeit als auch bei Freizeitfahrten.Bild: Cupra

Hinzu kommen eine hochwertig gestaltete Inneneinrichtung im modernen Design und ein paar nette Details wie das Lichtspiel der Ambientebeleuchtung. Das Design vermittelt das Gefühl, in einem Cockpit Platz zu nehmen.

Cupra Raval
L'intérieur a fait l'objet d'un traitement soigné, tant sur le style que l'aménagement ou encore les matériaux.Bild: Cupra

Der Innenraum wurde sowohl beim Stil als auch bei Raumaufteilung und Materialien sorgfältig gestaltet. Allerdings ist nicht alles perfekt: Der Ansatz, alles auf einem einzigen Display anzuzeigen, ist geblieben, die Touch-Bedienelemente unter dem zentralen Display erfordern nach wie vor mehr Aufmerksamkeit, als es eigentlich sein sollte, und die Sennheiser-Audioanlage hat uns nicht ganz überzeugt. Details, die allerdings den Gesamteindruck dieses ersten Tests nicht trüben.

Das Beste kommt vielleicht erst noch

Die eigentliche Frage betrifft nun die übrige Produktpalette. Auch wenn dieser VZ das ganze Potenzial des Fahrwerks unter Beweis stellt, könnte sein Grundpreis von 40 000 Franken doch so manchen abschrecken. Hier weckt nun die Dynamic-Version unser Interesse. Mit 211 PS, einer Reichweite von bis zu 444 Kilometern und einem Preis ab 35 550 Franken vereint sie die wesentlichen Vorzüge, die wir hier bereits vorgestellt haben, und bietet zudem eine bereits umfangreiche Ausstattung.

Cupra Raval
Das Einführungsangebot des Cupra Raval umfasst Motorisierungen mit 115, 211 und 226 PS sowie Reichweiten zwischen 300 und 444 km.Bild: Cupra

Anzumerken ist hier, dass der Raval in der Einstiegsversion «Prime Edition» mit einem 115-PS-Motor und einer erwarteten Reichweite von 300 km ab 24 900 Franken erhältlich ist.

Cupra Raval
«Auto Emoción» war zwar der Slogan der Muttergesellschaft Seat, aber der Cupra Raval könnte ihn sich zu eigen machen, ohne rot zu werden.Bild: Cupra

Bei allem Gerede von Reichweite, Ladeleistung oder Bordsoftware vergisst man nämlich manchmal fast das Wesentliche: Ein Auto soll den Fahrer*innen auch Freude bereiten. Der Cupra Raval gehört zu den Autos, bei denen man spontan Lust bekommt, über Umwege nach Hause zu fahren. Und in einer Kategorie, in der sich die Modelle schwertun, sich voneinander abzuheben, ist das wahrscheinlich das schönste Kompliment, das man ihm machen kann.

Über den Autor:

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bild: zvg
Jérôme Marchon ist ...
... seit seiner frühesten Kindheit ein leidenschaftlicher Autofan. Seine berufliche Karriere begann er in der Finanzbranche, trug aber schon früh zum Aufbau eines Auto-Blogs bei – bis er schliesslich seinen eigenen Blog gründete. Sein weiterer Weg führte ihn in die Chefredaktion der Revue Automobile. Seit 2018 ist er freiberuflich tätig und schreibt für verschiedene Auto- und allgemeine Print- und Digital-Medien in der Schweiz und im Ausland. Jérôme Marchon arbeitet auch als Übersetzer und Berater für redaktionelle Inhalte für Automobilveranstaltungen und Autohersteller.
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dh034u
21.07.2026 10:00registriert Januar 2026
Zu viel Werbung auf dieser Seite. Zu viel!
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Doplagus
21.07.2026 09:44registriert Dezember 2019
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