Dieser neue Skoda könnte E-Auto-Skeptiker überzeugen
Lange ging es bei Elektroautos vor allem darum, zu beeindrucken: mehr Reichweite, mehr Leistung, mehr Bildschirme, mehr Technik. Ein Wettlauf um Innovationen, der zwar zu einer schnellen Weiterentwicklung des Marktes geführt hat, aber auch einen unerwarteten Nebeneffekt hatte: Einige Autofahrer*innen wurden dadurch abgeschreckt.
Nicht, weil sie Elektroautos ablehnen, sondern weil sie einfach noch auf ein Auto warten, das ihren Bedürfnissen entspricht. In dieser Hinsicht haben der Enyaq und der Elroq erfolgreich den Weg geebnet (Platz eins und zwei bei den Verkaufszahlen von Elektroautos in der Schweiz, Platz fünf und drei in Europa). Jetzt ist es für Skoda an der Zeit, die Angebotspalette und damit auch die Zielgruppe zu erweitern.
Die Revolution des Einfachen
Mit dem Epiq scheint Skoda diese Erwartungen genau erkannt zu haben. Der tschechische Hersteller hat seinen künftigen Kompakt-SUV nicht als technologisches Experiment oder Manifest für die Mobilität von morgen konzipiert, sondern als Auto, das für den Familienalltag gedacht ist.
Ob für den Weg zur Arbeit, für Wochenendausflüge, die Ferien, den Einkauf am Samstagvormittag oder enge Parkplätze in der Innenstadt. Das mag selbstverständlich klingen. Doch in einem Markt, in dem jeder versucht, sich durch immer mehr Raffinesse von der Masse abzuheben, hat dieser Ansatz durchaus etwas Erfrischendes.
Das richtige Format zur richtigen Zeit
Mit seiner Länge von 4,17 Metern, Breite von 1,80 Metern und Höhe von 1,58 Metern ist der Epiq Teil eines der strategisch wichtigsten Segmente des europäischen Marktes.
Er ist kompakter als der Enyaq und der Elroq und richtet sich an Kundschaft auf der Suche nach einem vielseitigen Auto, das sich als Hauptfahrzeug eignet, ohne dabei in einem zu massiven SUV fahren zu müssen.
Hinter diesen relativ kompakten Abmessungen verbirgt sich ein Fahrzeug, das für den Alltag konzipiert ist. Der Kofferraum bietet ein Fassungsvermögen von 475 Litern, zu denen noch 25 Liter unter dem Boden hinzukommen.
Noch dazu gibt es nun auch einen speziellen Bereich für das Ladekabel. Das ist zwar nichts Revolutionäres, aber genau die Art von Detail, die dafür sorgt, dass man nicht erst den ganzen Kofferraum ausräumen muss, um an ein unterm Gepäck verschwundenes Kabel zu kommen, wenn man das Auto anschliessen will.
Es ist ein weiteres Beispiel für das schon lange verfolgte Simply-Clever-Konzept der Marke mit cleveren Ideen, die das Leben erleichtern – ein Konzept, das massgeblich zum Erfolg der Marke bei europäischen Familien beigetragen hat.
Ein Herzstück des Volkswagen-Konzerns
Hinter der Karosserie verbirgt sich jedoch auch ein strategisches Modell. Der Epiq ist das erste SUV-Modell auf Basis der MEB+-Plattform des Volkswagen-Konzerns, auf der eine ganze Generation kompakter Elektroautos basieren wird. Man findet sie bereits im Cupra Raval und schon bald auch in den künftigen VW ID.Polo und ID.Cross.
Dabei geht es um weit mehr als nur die Einführung eines neuen Modells. Nachdem die Branche bewiesen hat, dass es möglich ist, leistungsstarke und technologisch fortschrittliche Elektrofahrzeuge herzustellen, tritt sie nun in eine neue Phase der Erschwinglichkeit ein. Und genau auf diesem Gelände wird der Epiq erwartet.
Die Modellpalette wird sich auf drei Leistungsstufen mit 116, 135 und 211 PS konzentrieren. Es wird zwei Batterien mit einer Nutzkapazität von 37 bzw. 52 kWh im Angebot geben. Je nach Modellvariante wird die angegebene Reichweite nach dem WLTP-Zyklus zwischen 310 und 441 Kilometern liegen.
Zahlen, die keine Rekorde brechen wollen, sondern genau widerspiegeln, was die meisten Autofahrerinnen und Autofahrer heutzutage suchen: genügend Reichweite ohne technologische Übertreibungen.
Gleiches gilt für das Aufladen. Die 37-kWh-Batterie lässt sich mit bis zu 50 kW Gleichstrom aufladen, während die 52-kWh-Version eine Ladeleistung von bis zu 105 kW erreicht. Damit lassen sich bei den bestausgestatteten Modellen in etwa 24 Minuten 10 bis 80 % der Batterieladung wiederherstellen. Auch hier setzt Skoda auf Beständigkeit statt Effekthascherei.
Eine neue visuelle Identität
Der Epiq markiert zudem einen wichtigen Meilenstein in der stilistischen Entwicklung der tschechischen Marke. Mit ihm wird ganz offiziell die neue Modern-Solid-Designsprache eingeführt, die schon bei mehreren aktuellen Konzeptfahrzeugen zu sehen war und bei den Facelifts bestehender Modelle übernommen wurde. Sie soll die zukünftigen Skoda-Modelle prägen.
Der traditionelle Kühlergrill weicht einer schwarzen Blende namens Tech Deck Face, in die unauffällig die Sensoren des Fahrzeugs integriert sind.
Die T-förmigen Lichtsignaturen sind sowohl an der Front als auch am Heck zu sehen und werden zu einem der neuen visuellen Markenzeichen der Marke.
Das Ergebnis wirkt selbstbewusster als bei den früheren Skoda-Modellen, ohne dabei in stilistische Extravaganzen zu verfallen, die in diesem Segment gerade allgegenwärtig sind. Der Epiq besticht durch eine robuste, fast schon beruhigende Silhouette, die eher darauf ausgelegt zu sein scheint, die Jahre zu überdauern, statt darauf, Likes in den sozialen Netzwerken zu sammeln.
Der Elektro-SUV für alle
Während ein Teil der Branche das Elektroauto weiterhin als technologisches Produkt präsentiert, scheint Skoda einen anderen Weg eingeschlagen zu haben: den der Normalität. Der Epiq bietet genügend Reichweite, ohne das Unmögliche zu versprechen, ermöglicht Schnellladen, ohne die Leistung in den Mittelpunkt zu stellen, und setzt auf Geräumigkeit, Zweckmässigkeit und Vernunft statt auf Modeerscheinungen.
Mit einem angekündigten Einstiegspreis ab 25'900 Franken und einer für September 2026 geplanten Markteinführung ist der Epiq zweifelsfrei eines der wichtigsten Modelle von Skoda in den kommenden Jahren – ganz einfach, weil das Unternehmen offenbar begriffen hat, dass es im Automobilbereich oftmals besser ist, das Richtige zu tun, statt viel zu tun.
