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E-Autos: Cupra Raval – Der «Game-Changer»

Cupra Raval
Der Cupra Raval läutet die Ära der Elektroautos im B-Segment des VW-Konzerns ein.Bild: Cupra
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Cupra Raval – Der «Game-Changer»

Hinter seinen dynamischen Linien verbirgt der Cupra Raval (ausgesprochen «Rabal», wie auf Spanisch) weit mehr als nur ein weiteres Elektroauto. Er verkörpert die zweite, äusserst strategische Elektromobilitätswelle des Volkswagen-Konzerns und ist zugleich ein selbstbewusster Versuch, wieder etwas Emotion in die urbane Mobilität zu bringen.
21.04.2026, 09:0921.04.2026, 09:09
Jerome Marchon
Jerome Marchon

Es gibt Autos, die lediglich versuchen, ein Lastenheft zu erfüllen, und andere, die versuchen, die Wahrnehmung ihrer Fahrzeugklasse zu verändern. Der Cupra Raval gehört eindeutig zur zweiten Kategorie.

Cupra Raval
Ein Stil mit viel Charakter.Bild: Cupra

Auf dem Papier bewegen wir uns jedoch auf eher vertrautem Terrain. Etwas mehr als vier Meter Länge, eine elektrische Architektur (MEB+), deren Hauptmerkmale der VW-Konzern bereits vor drei Jahren vorgestellt hat, und eine klare Ausrichtung auf den Stadtverkehr. Doch bei näherem Hinsehen wird klar, dass dieses Auto eine weitaus wichtigere Rolle spielt, als sein Format vermuten lässt.

Säule des Konzerns

Denn der Raval ist nicht einfach nur ein neuer Cupra. Er ist eine der Säulen der Elektromobilitätsstrategie des VW-Konzerns in den Einstiegssegmenten, wo in Europa das eigentliche Volumen erzielt wird.

Cupra Raval
Mit einer Länge von 4,05 Metern setzt der Raval auf urbane Mobilität.Bild: Cupra

Eine gemeinsame technische Basis, die auch bei anderen Modellen des Konzerns zum Einsatz kommen soll (VW ID.Polo und ID.Cross, Škoda Epic und Audi A2 e-tron), aber eine ganz andere Aufgabe: Während manche Marken auf Rationalität setzen, bringt Cupra Begehrlichkeit, Charakter und fast schon Provokation ins Spiel.

Unverwechselbar ...

Diese Absicht spiegelt sich natürlich auch im Design wider. Der Raval strebt niemals nach Konsens. Die «Shark Nose»-Frontpartie, die straffen Linien, die mit den Rundungen spielen, und die charakteristischen Lichtsignaturen sind allesamt unverwechselbare Merkmale.

Cupra Raval
Der Raval strotzt nur so vor stilistischen Details, die in diesem Segment bisher unbekannt waren.Bild: Cupra

Und all das verleiht ihm eine für einen Stadtwagen fast unerwartete Präsenz. Selbst die Details erzählen eine Geschichte: die bündigen Griffe, das leuchtende Logo, das Spiel mit Texturen und Farben, die sich je nach Lichteinfall verändern. Das ist alles andere als ein rein funktionales Objekt. Der Raval will Blicke auf sich ziehen, auffallen, präsent sein.

... und praktisch

Und doch bleibt der Cupra trotz dieser ausdrucksstarken Optik fest in der Realität verankert. Dank seiner kompakten Abmessungen eignet er sich perfekt für den Stadtverkehr und bietet dennoch einen überraschend grosszügigen Innenraum sowie einen Kofferraum mit 441 Litern Fassungsvermögen. Das zeigt, dass Stil nicht unbedingt auf Kosten der Funktionalität gehen muss.

Cupra Raval
441 Liter Kofferraumvolumen – das ist sonst nur im oberen Segment üblich!Bild: Cupra

An Bord hält das Erlebnis an, nimmt aber eine andere Wendung. Die äusserliche Ausgelassenheit weicht einem immersiven Effekt. Der Fahrerbereich ist klar auf die Fahrer*innen ausgerichtet. Die Schalensitze sorgen für eine sportliche Sitzposition und die Beleuchtung wird zu einem zentralen Bestandteil des Fahrerlebnisses, insbesondere durch die Leuchtstreifen, die sich über das Armaturenbrett und die Türverkleidungen ziehen.

Cupra Raval
Das Armaturenbrett besticht durch sein schlichtes Design und bietet ein ... leuchtendes Erlebnis.Bild: Cupra

Der Innenraum ist mit Textilien und Mikrofasern aus recycelten Materialien ausgestattet, ebenso wie bestimmte Elemente des Armaturenbretts, die im 3D-Druckverfahren hergestellt wurden. Das Ergebnis ist ein Erscheinungsbild, das sowohl modern als auch technologisch anmutet, ansprechend wirkt und nicht ohne Originalität daherkommt.

Cupra Raval
Recycelte Materialien und 3D-Druck prägen die Innenausstattung.Bild: Cupra

Bezüglich der Ausstattung ist anzumerken, dass der Raval der erste Cupra ist, der für seine digitale Benutzeroberfläche mit dem Android-Betriebssystem ausgestattet wurde. Eine ausgezeichnete Wahl, die allerdings zwar maximale Konnektivität und den Zugang zu einem umfassenden und leistungsstarken Ökosystem von Anwendungen garantiert, aber gleichzeitig die Bemühungen des internen Ingenieurteams des VW-Konzerns auf schmerzhafte Weise ad absurdum führt, dem es seit mehreren Jahren nicht gelungen ist, Systeme anzubieten, die diesen Namen verdienen.

Emotional

Auch wenn wir den Cupra Raval bisher nur in der statischen Präsentation kennengelernt haben, hat uns die Marke dennoch einige Geheimnisse über sein Fahrverhalten verraten – einen Bereich, in dem das neueste spanische Modell ebenfalls punkten will. Während die grosse Mehrheit der Konkurrenz auf Sanftheit und Neutralität setzt, verspricht Cupra laut Datenblatt eine gewisse Spritzigkeit.

Cupra Raval
Das Datenblatt verspricht viel Gutes in Bezug auf das Fahrwerk. Unbedingt sofort ausprobieren!Bild: Cupra

Tiefergelegtes Fahrwerk, progressive Lenkung, adaptive Fahrwerksregelung und bei einigen Modellen ein elektronisches Sperrdifferenzial – alles ist darauf ausgelegt, das Fahrerlebnis äusserst fesselnd, direkt und spielerisch zu gestalten. Cupra spricht von einem «Go-Kart-Feeling» bei hohem Tempo – ein Versprechen, das in diesem Segment keineswegs unbedeutend ist.

Cupra Raval
Für den Cupra Raval stehen zwei Batteriekapazitäten und vier Leistungsstufen zur Auswahl.Bild: Cupra

Die Motorenpalette spiegelt dieses doppelte Ziel gut wider. Die Basismodelle mit 116 und 135 PS sowie einer 37-kWh-Batterie (LFP) sind für den einfachen, alltäglichen Gebrauch ausgelegt und bieten eine Reichweite von etwa 300 km. Eine Stufe höher erreicht die «Endurance»-Version 211 PS bei einer Reichweite von 450 km, während die VZ-Version auf 226 PS kommt und in 6,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt. Diese beiden Sportversionen sind mit einer 52-kWh-Batterie (NMC) ausgestattet. Die Ladezeit entspricht dem üblichen Standard: Je nach Modell dauert der Ladevorgang von 10 % auf 80 % etwa 20 bis 25 Minuten (bei einer Gleichstromleistung von 50 bis 105 kW).

Inspiriert

Der Cupra Raval hat seinen Namen vom Stadtteil El Raval in Barcelona, der für seine rohe Energie, seine Kreativität und seine ständige Mischung aus Einflüssen aus aller Welt bekannt ist. Eine Entscheidung, die alles andere als unbedeutend ist, wenn man die Interpretation betrachtet, die Cupra für sein Flaggschiff gewählt hat: Statt jede*n anzusprechen, richtet sich das Auto an diejenigen, für die Technologie, Stil und Fahrspass untrennbar miteinander verbunden sind, und beweist dabei, dass Elektroautos zugänglich sein können, ohne fade zu wirken, technologisch, ohne kalt zu erscheinen, und urban, ohne langweilig anzumuten.

Cupra Raval
Der Cupra Raval ist ab 26 700 Franken erhältlich (37-kWh-Batterie, 115 PS).Bild: Cupra

Und wenn er bei einer baldigen Probefahrt hält, was er verspricht, könnte das kleine spanische Modell, das bereits ab 26 700 Franken (5 Jahre Garantie inklusive) angeboten wird, die Regeln seines Segments mehr als nur auf den Kopf stellen. Ein Rebell, oder?

Über den Autor:

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bild: zvg
Jérôme Marchon ist ...
... seit seiner frühesten Kindheit ein leidenschaftlicher Autofan. Seine berufliche Karriere begann er in der Finanzbranche, trug aber schon früh zum Aufbau eines Auto-Blogs bei – bis er schliesslich seinen eigenen Blog gründete. Sein weiterer Weg führte ihn in die Chefredaktion der Revue Automobile. Seit 2018 ist er freiberuflich tätig und schreibt für verschiedene Auto- und allgemeine Print- und Digital-Medien in der Schweiz und im Ausland. Jérôme Marchon arbeitet auch als Übersetzer und Berater für redaktionelle Inhalte für Automobilveranstaltungen und Autohersteller.
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