Neuer BMW fährt mit einer Akkuladung über 1200 Kilometer
Bei einer Testfahrt in China hat BMW eine historische Marke erreicht: Der Testwagen kam mit einer Batterieladung weiter als jedes andere Elektroauto, das der Konzern in Serie baut.
Eine für den chinesischen Markt entwickelte Version der Elektrolimousine i3 legte bei einer Ausdauerfahrt 1213 Kilometer mit einer Akkuladung zurück. Am Ziel zeigte der Ladestand noch 1 Prozent Restenergie an. Die gefahrene Strecke entspricht der Distanz von München nach Neapel.
Der Wagen verbrauchte im Durchschnitt 8,8 Kilowattstunden Strom pro 100 Kilometer. Das ist etwa halb so viel, wie ein übliches Elektroauto im Alltag benötigt. Allerdings basiert das Ergebnis nicht auf einem unabhängigen, standardisierten Prüfverfahren. BMW hat die Daten selbst auf öffentlichen Strassen gemessen.
Die Fahrt führte laut Hersteller über Autobahnen, Landstrassen und durch Städte. BMW zufolge entspricht die erzielte Reichweite 118 Prozent des offiziellen Reichweitenwerts. Im kalten europäischen Winter würde die Reichweite aber geringer ausfallen.
Andere Hersteller können dies auch: Rivale Lucid legte neulich im Sommer in der Schweiz 1205 Kilometer am Stück zurück. Beide Fahrten sind Marketing-Aktionen, die aber trotzdem eine Vorstellung davon geben, wie effizient die neusten E-Autos fahren können.
Die Technik hinter dem Versuch
BMWs Ausdauerfahrt fällt mit dem Start der eigenen Gen-6-Batterieproduktion im chinesischen Shenyang zusammen. Das Testfahrzeug verfügt über einen Akku mit 113,4 kWh Kapazität und grossen Rundzellen (Gen-6-Zellen). Die neue Batteriegeneration ist für die Modelle der «Neuen Klasse» vorgesehen, die in Europa teils schon im Handel sind.
Die Limousine i3 in Europa bzw. die Variante i3 50L in China basieren auf dieser neuen Elektroplattform des Konzerns. Neben einer hohen Reichweite ist auch besonders schnelles Laden mit 800-Volt-Technik möglich: In nur zehn Minuten nimmt der Akku genügend Energie für 400 Kilometer auf.
Für die europäische Variante des i3 gibt BMW 900 Kilometer Reichweite nach dem standardisierten Testzyklus WLTP an, also unter idealen Bedingungen von 23 Grad.
Und im Alltag?
Zuvor schon fuhr der neue Elektro-SUV BMW iX3 im Alltagstest des norwegischen Automobilverbandes NAF 781 Kilometer mit einer Akkuladung. Damit übertraf der iX3 knapp die Werksangabe von 770 Kilometern (WLTP). Von den 24 getesteten E-Autos legte er die längste Strecke zurück. Getestet wurde bei 12 bis 18 Grad auf einer Route aus Stadt, Landstrasse und Autobahn.
(t-online/oli)

