Digital
International

US-Regierung hebt Blockade von Anthropics KI-Modellen auf

Anthropic AI Photo Illustrations Anthropic logo displayed on a phone screen and AI sign displayed on a screen are seen in this illustration photo taken in Krakow, Poland on December 26, 2025. Krakow P ...
Man werde heute damit anfangen, den Zugang zu den Programmen Mythos 5 und Fable 5 wiederherzustellen, teilte Anthropic mit.Bild: www.imago-images.de

US-Regierung hebt Blockade von Anthropics KI-Modellen auf

01.07.2026, 03:1901.07.2026, 03:19

Die US-Regierung hat ihre Exportsperren für die neuesten KI-Modelle des OpenAI-Rivalen Anthropic nach mehr als zwei Wochen aufgehoben. Man werde heute damit anfangen, den Zugang zu den Programmen Mythos 5 und Fable 5 wiederherzustellen, teilte Anthropic mit.

Die Regierung hatte verfügt, dass nur Amerikaner Zugriff auf die KI-Modelle haben durften – was auch für Mitarbeiter der Firma galt. Anthropic blockierte daraufhin beide Modelle komplett, um die Forderung erfüllen zu können.

Die Künstliche Intelligenz hinter Anthropics KI-Modell Mythos ist besonders gut darin, zum Teil auch über Jahrzehnte unentdeckt gebliebene Software-Schwachstellen aufzuspüren. Diese Fähigkeit wurde bisher von US-Behörden und ausgewählten Unternehmen eingesetzt, um die Sicherheitslücken zu stopfen. Eine Sorge war von Anfang an, dass eine solche KI in den falschen Händen zu einer gefährlichen Cyberwaffe werden könnte.

Das Mitte Juni veröffentlichte Modell Fable 5 basiert auf der Mythos-Technologie – bei ihm werden aber die Cybersicherheits- und Biotechnologie-Fähigkeiten blockiert. Mythos 5 unterdessen ist die nicht-öffentliche volle Version, die nur Behörden und ausgewählten Unternehmen zur Verfügung stehen soll, damit sie damit Sicherheitslücken in ihren Systemen schliessen können.

Die Sperre hatte auch Sorgen in Europa ausgelöst. Nach dem Vorgehen gegen Anthropic gewährte der ChatGPT-Entwickler OpenAI Zugang zu seinem neuesten KI-Modell nur für mit der US-Regierung abgestimmte Partner.

Wochenlange Gespräche

Auslöser für das Vorgehen der Regierung waren Warnungen, dass Sicherheitsvorkehrungen, die etwa den Einsatz von Fable 5 zur Suche nach Software-Schwachstellen verhindern sollen, ausgehebelt werden könnten. Anthropic bestritt, dass es eine Gefahr gebe. Regierung und Unternehmen führten in den vergangenen Wochen zähe Gespräche.

Handelsminister Howard Lutnick verwies in einem von US-Medien veröffentlichten Brief zur Aufhebung der Sperre darauf, dass die Firma sich unter anderem bereiterklärt habe, proaktiv nach Sicherheitsrisiken in den Modellen zu suchen und sie zu stopfen.

Spannungen mit US-Regierung

Anthropic geriet in den vergangenen Monaten immer wieder in Schlagzeilen. Die Firma riskierte einen Konflikt mit der US-Regierung, da sie trotz Drucks darauf bestand, dass ihre KI-Modelle nicht in autonomen Waffensystemen und zur Massenüberwachung in den USA verwendet werden dürfen.

Das Pentagon erklärte Anthropic daraufhin zu einem Lieferketten-Risiko, was den Einsatz von Software des Unternehmens in Regierungsbehörden schwer beeinträchtigen kann. Die Firma klagt dagegen. Die ausserordentlichen Cybersicherheitsfähigkeiten von Mythos machten Anthropic dann aber wieder wichtig für die US-Regierung. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die hässliche Wahrheit über Ransomware-Attacken
1 / 14
Die hässliche Wahrheit über Ransomware-Attacken

Die Dunkelziffer bei erfolgreichen Ransomware-Attacken ist extrem hoch. In dieser Bildstrecke erfährst du, was dahintersteckt.

quelle: shutterstock
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Trumps «Great American State Fair» verkommt zum «Great American State Fail»
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Russland stört GPS: So gross ist das Ausmass in Europa
GPS gilt als verlässlicher Wegweiser aus dem All. Doch neue Messungen zeigen: Über riesigen Gebieten Europas und des Nahen Ostens kommt von den Satelliten-Signalen oft nur ein Bruchteil an.
Ein Testsatellit der Firma Xona Space Systems hat erstmals aus dem All vermessen, wie weit die Störung von GPS-Signalen über Europa und dem Nahen Osten reicht. Hinter der Störung stehen vor allem Sender am Boden, die Russland und Konfliktparteien im Nahen Osten einsetzen.
Zur Story