KI-Kuscheltier Moflin soll gegen Einsamkeit helfen – für rund 400 Franken
Er sieht aus wie eine Fellkartoffel, kann sich aber bewegen und Laute von sich geben: Moflin.
Moflin ist ein 260 Gramm schweres KI-Kuscheltier des japanischen Elektronikkonzerns Casio, der bislang eher mit seinen Uhren von sich reden liess. Das Kuscheltier kommt am 19. Oktober für 399 Euro (umgerechnet etwa 371 Schweizer Franken) auf den deutschen Markt, schreibt Merkur.
Beschrieben wird Moflin auf der Website als «KI-gestützter Begleiter, der ähnliche Emotionen wie ein Lebewesen zeigt. Es wurde entwickelt, um dich zu unterstützen, dir Sicherheit zu geben und gemeinsam mit dir die alltäglichen Momente des Lebens zu erleben.» Moflin reagiert laut Casio auf Berührungen, Licht und Geräusche. Wer einmal Ruhe vor dem Fellroboter braucht, kann ihn beim Knopf am Po ausschalten.
Laut des Unternehmens kann Moflin zwar nicht sprechen oder gesprochene Sätze verstehen, in der dazugehörenden MofLife-App lassen sich jedoch angezeigte Gefühle und vergangene Interaktionen ansehen. Also eine Art Tamagotchi 2.0. Moflin soll sich so mehr und mehr an seinen Besitzer anpassen.
Etwa 20'000 der Kuscheltiere hat Casio schon weltweit verkauft. Beliebt sind sie vor allem bei Frauen mittleren Alters und bei Kindern, etwa als Spielzeug, Haustierersatz oder Alltagsbegleiter. Letzteres ist auch für Pflegeeinrichtungen und Kliniken interessant.
Das sagen Fachleute
Im Hamburger Hospital zum Heiligen Geist werden seit Ende vergangenen Jahres zehn Moflins getestet. Laut Sprecher Enno Olbrich ersetzen sie weder menschlichen Kontakt noch echte Haustiere. Auch in der Schweiz wurde Moflin in Pflegeheimen erprobt. Das Pflegepersonal beobachtete eine bessere Stimmung und mehr Wohlbefinden bei den Seniorinnen und Senioren.
Kritik gab es am nicht wechselbaren Fell und am wenig tierähnlichen Aussehen, schreibt der Stern. Eine Untersuchung des Instituts Leistung Arbeit Gesundheit (ILAG) mit 50 Moflins in fünf Pflegeheimen zeigte ebenfalls positive Ergebnisse: Mehr als die Hälfte der Bewohner zeigte ernsthaftes Interesse, fühlte sich wohler und beteiligte sich stärker am Gemeinschaftsleben. Langfristige Auswirkungen sind jedoch noch unklar.
Neben Neugier gab es auch Skepsis: Einige Senioren und Pflegekräfte befürchteten, von den KI-Robotern abgehört zu werden. Auch die Auswirkungen auf Kinder sind noch offen. Deshalb sollten Kinder mit Chatbot-Spielzeugen grundsätzlich nicht unbeaufsichtigt bleiben.
(kek)
