Diddl ist zurück – und lockt Millennials in die Geschäfte
Millennials in der Schweiz, Deutschland und Österreich dürften derzeit auf einer Nostalgiewelle schweben, denn Diddl ist zurück. Die Kult-Maus des Hamburger Erfinders Thomas Goletz begeisterte in den 90er- und frühen 2000er-Jahren Millionen Kinder und löste einen regelrechten Sammel- und Tauschrausch aus. Die Cartoonfigur mit den grossen Ohren, den klobigen Füssen und der charakteristischen Latzhose zierte Freundschaftsbücher, Duftblätter, Plüschtiere und zahlreiche weitere Fanartikel.
Der Boom erfasste 26 Länder, endete 2014 jedoch abrupt, als der langjährige Lizenzpartner Depesche die Zusammenarbeit mit Goletz beendete. Gründe dafür waren unter anderem die Übersättigung des Marktes mit Diddl-Produkten sowie die zunehmende Verbreitung von Smartphones.
Nun feiert Diddl sein Comeback: Bereits am Samstag startete beim Spielwarenhändler Spielmix in Horn TG ein exklusiver Vorverkauf, wie der Blick berichtete. Ab heute sind die Diddl-Produkte gemäss der Warimex-Unternehmensgruppe in der Schweiz, Deutschland und Österreich wieder im Handel erhältlich. Welche Geschäfte die Produkte führen, zeigt der Storelocator auf der Diddl-Webseite.
Auf TikTok sind bereits zahlreiche Videos zum Diddl-Comeback zu sehen.
@safariklasse Diddl ist zurück! 🐭💙 Wer hätte gedacht, dass wir uns 2026 nochmal so darüber freuen? Ich bin gerade komplett im Nostalgie Modus. 🥹 Entdeckt bei @nanunana. #diddl #nostalgie #kindheit #2000er #fyp ♬ sonido original - ・゚✧
Verkaufsboom in Frankreich
In Frankreich und Belgien sind die Kultprodukte bereits seit Anfang Oktober 2025 erhältlich. Kurz nach dem Verkaufsstart waren sie vielerorts bereits ausverkauft. Auch Fnac Suisse führt in seinen Filialen in der Westschweiz Blöcke, Stifte und weitere Diddl-Artikel.
Grund für das Comeback sei die anhaltende Nachfrage der Fans, erklärte Diddl-Erfinder Thomas Goletz dem Tagesspiegel: «Die französische Firma Kontiki hat mich kontaktiert und gefragt, ob ich an einem Relaunch interessiert wäre, da sich offenbar viele Fans in Frankreich Diddl zurückwünschen. Kurz danach kamen auch Verlage aus Benelux und auch die Firma Warimex aus Deutschland auf mich zu – und haben mich nach Lizenzen für Diddl-Produkte gefragt.» Bereits 1990 zeichnete Goletz die Figur zum ersten Mal – allerdings zunächst als Känguru.
Nachgefragt werden die Spielzeuge jedoch nicht von den heutigen Kindern, sondern grösstenteils von den 90er-Kids – also den Millennials und heutigen Eltern. «Die Kinder von damals sind die Eltern von heute», schreibt Warimex in einer Medienmitteilung. Entsprechend setzt das Unternehmen auf Nostalgie.
Nostalgiewelle um die 90er-Jahre
Das Diddl-Comeback passt zur derzeitigen Nostalgiewelle um Produkte der 1990er- und frühen 2000er-Jahre. Wie eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens YouGov im Auftrag der Online-Plattform «Kleinanzeigen» ergab, sind die Preise für Diddl-Sammelblöcke im Vergleich zu 2021 um 357 Prozent gestiegen, schreibt der Stern. Demnach haben die Suchanfragen um mehr als 70 Prozent zugenommen.
Auch Produkte wie Digitalkameras und das ab Ende der 90er-Jahre boomende Elektronikspielzeug Tamagotchi werden immer beliebter.
