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Rockstar bestätigt Hack und sagt, wie es mit GTA VI weitergeht

Rockstar Games bestätigt Hack und sagt, wie es mit GTA VI weitergeht

20.09.2022, 10:3320.09.2022, 13:56
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Videospielhersteller Rockstar Games hat bestätigt, dass die Videos zu «Grand Theft Auto VI», die am Wochenende im Internet durchgesickert sind, aus ihrem Firmennetzwerk gestohlen wurden.

Auf Twitter schreibt das Unternehmen:

«Kürzlich wurde in unser Netzwerk eingebrochen, wobei eine unbefugte dritte Partei illegal auf vertrauliche Informationen zugriff und diese von unseren Systemen herunterlud, darunter auch frühes Entwicklungsmaterial für das nächste ‹Grand Theft Auto›».

Aktuell erwarte man keine Störungen der Online-Gaming-Dienste oder langfristige Effekte auf die Entwicklung laufender Projekte.

«Wir sind sehr enttäuscht, dass Details zu unserem nächsten Spiel auf diese Art und Weise mit euch allen geteilt wurden. Unsere Arbeit am nächsten ‹Grand Theft Auto›-Spiel wird wie geplant fortgesetzt».

Rockstars vollständige Stellungnahme:

Bild

Wer steckt hinter dem Hackerangriff?

Bislang gibt es kaum gesicherte Informationen darüber, wie es zu dem Netzwerkeinbruch gekommen ist. Rockstar hüllt sich in Schweigen, wie es bei solchen Vorfällen üblich ist.

Der Hacker namens «teapotuberhacker», der das Gameplay-Material in einem Forum gepostet hat, behauptet, dass er vergangene Woche auch den Angriff auf Uber durchgeführt habe.

Der Fahrdienst Uber hat am Montag eine ausführliche Stellungnahme zum Cyberangriff veröffentlicht und schreibt:

«Wir glauben, dass dieser Angreifer (oder diese Angreifer) mit einer Hackergruppe namens Lapsus$ verbunden sind, die seit etwa einem Jahr zunehmend aktiv ist. Diese Gruppe verwendet in der Regel ähnliche Techniken, um Technologieunternehmen anzugreifen, und hat allein im Jahr 2022 unter anderem Microsoft, Cisco, Samsung, Nvidia und Okta angegriffen. Am Wochenende wurde ausserdem berichtet, dass derselbe Täter in den Videospielhersteller Rockstar Games eingedrungen ist. Wir stehen in dieser Angelegenheit in enger Abstimmung mit dem FBI und dem US-Justizministerium und werden deren Bemühungen weiterhin unterstützen.»

Uber sagt, dass der Angreifer die gestohlenen Anmeldedaten eines externen Uber-Vertragspartners nutzte, um ins Unternehmensnetzwerk einzudringen. Der Angreifer bombardierte das Opfer mit Zwei-Faktor-Authentifizierungs-Anfragen, bis eine von ihnen akzeptiert wurde. Der Angreifer nervte das potenzielle Opfer über längere Zeit und gab sich danach als Support-Mitarbeiter aus, der das Problem beheben könne.

Uber schreibt hierzu:

«Es ist wahrscheinlich, dass der Angreifer das Uber-Unternehmenspasswort des Vertragspartners im Dark Web gekauft hat, nachdem das persönliche Gerät des Vertragspartners mit Malware infiziert worden war, wodurch diese Anmeldedaten offengelegt wurden. Der Angreifer versuchte dann wiederholt, sich beim Uber-Konto des Auftragnehmers anzumelden. Jedes Mal wurde der Auftragnehmer aufgefordert, die Anmeldung per Zwei-Faktor-Authentifizierungs zu bestätigen, was den Zugang zunächst blockierte. Schliesslich akzeptierte der Auftragnehmer die Anfrage, und der Angreifer loggte sich erfolgreich ein.»

Bei Uber und Rockstar scheint es sich um Social-Engineering-Angriffe zu handeln. Unter Social Engineering versteht man die Praxis, einen mit entsprechenden Rechten ausgestatteten User innerhalb eines sicheren Netzwerks dazu zu bringen, seine Anmeldedaten preiszugeben und dem Angreifer einen nicht autorisierten Zugriff zu ermöglichen.

90 Videos zu GTA VI im Netz

Am Sonntagmorgen veröffentlichte der inzwischen abgetauchte Hacker eine 3 GB grosse Datei, die 90 Videos mit frühem Gameplay-Material zu GTA VI enthält. Die auf YouTube, Reddit und anderen Plattformen geteilten Videos und Screenshots bestätigen frühere Berichte über die erste weibliche Protagonistin der Serie und einen Schauplatz in Vice City.

Der Hacker drohte ausserdem damit, «bald weitere Daten zu veröffentlichen», die den Quellcode und Testversionen von GTA V und GTA VI enthielten. Er verkaufe den Code und weitere gestohlene Daten für «nicht weniger als einen fünfstelligen Betrag». Er sei aber bereit «einen Deal mit Rockstar zu verhandeln».

Auch Rockstars Mutterunternehmen Take-Two sah sich am Montag gezwungen, eine offizielle Erklärung zum Hacking-Vorfall gegenüber den Investoren abzugeben: «Wir haben bereits Schritte unternommen, um diesen Vorfall zu isolieren und einzudämmen». Und weiter: «Die Arbeiten an dem Spiel werden wie geplant fortgesetzt.»

(oli)

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24 Kommentare
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der/die Waldpropaganda
20.09.2022 16:01registriert September 2018
Spass beiseite, für die Entwickler welche unzählige Überstunden in das Produkt steckten ist es natürlich scheisse.
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