Lust auf Spielspass zu zweit? Dann ist «Orbitals» dein Game!
Wer «Orbitals» startet und in den späten 80ern oder frühen 90ern via Kabelfernsehen mit Animes in Berührung kam, wird sich sofort verklärt an eine Zeit zurückerinnern, in der Trickfilme aus Japan noch einen minimalistischen, grobkörnigen Stil besassen und uns in Welten zogen, von denen wir nie dachten, dass sie überhaupt existieren würden. Dieser Retro-Anime-Charme holt uns bei Spielbeginn sofort ab und öffnet uns die Tür für ein Abenteuer, das auch spielerisch überzeugen wird.
2 Spieler, 5 Stunden
«Orbitals» ist ein Videospiel, das von zwei Personen gleichzeitig konsumiert wird. Das geschieht entweder ganz klassisch via Splitscreen gemeinsam auf einem Sofa sitzend oder online via Gameshare-Funktion. Löblich: Das Game muss nur von einer Person gekauft werden und schon darf jemand aufspringen und mitspielen.
Wer «It Takes Two» oder «Split Fiction» bereits kennt, wird sich hier sehr schnell wohl und heimisch fühlen. Ist das Team vor dem Bildschirm bestens eingespielt und hat Erfahrung mit der Koop-Mechanik, wird es nach fünf Stunden schon den Abspann sehen. Ein passendes Videospiel also für einen launigen Game-Abend.
Ein kosmischer Zwischenfall
«Orbitals» ist im Science-Fiction-Genre beheimatet: Zu zweit übernehmen wir die Rollen von Maki und Omura, die eine heruntergekommene Raumstation retten müssen, die droht von einem kosmischen Sturm verschluckt zu werden. Nur wenn die Schilde dieser Station erneuert werden können, gibt es eine Chance, um den androhenden kosmischen Zwischenfall zu überleben.
Da dieser Ort mit zahlreichen Herz-Figuren auch als Heimatwelt fungiert, machen sich die beiden sofort auf die Suche nach Hilfe. Mit ihrem Raumschiff fliegen sie zu verlassenen Stationen, wo Rätsel und Herausforderungen nur via Teamwork gelöst und bestritten werden können.
Alles andere als oberflächlich
Wir ballern, wir fliegen, wir hüpfen, wir rätseln, wir tanzen und haben einfach nur Spass. «Orbitals» ist alles andere als langweilig. Immer wieder wird man von einer neuen Mechanik oder gar einem Minispiel überrascht, so dass sich das Spiel auf keinen Fall in irgendeine Genre-Schublade stecken lässt.
Dann hat dieses Spiel auch noch zwischen den Zeilen einiges über das Leben und den Tod zu erzählen und macht auch noch ein bisschen Sozialkritik. Wahrlich beachtlich, was da alles in der kurzen Spielzeit unter die Haube gebracht wurde. «Orbitals» ist somit weit mehr als nur ein spassiger Zeitvertreib für zwei Spielende. Die Sci-Fi-Geschichte ist stellenweise richtig düster und regt zum Nachdenken an.
Kommunikation ist wichtig
Die Grundstrukturen der Rätsel sind meistens auf den ersten Blick sehr einfach gestrickt. Doch wer sie lösen möchte, muss sich genau absprechen und jeder und jede muss seine Rolle korrekt ausführen und seine Aufgaben übernehmen.
Das mag sich zwar etwas streng anhören, doch das Spiel hat nun mal gewisse Vorstellungen und Bedürfnisse, damit es funktioniert. Der eine schiesst, die andere steuert. Der eine hüpft, die andere sorgt für Plattformen. Der eine bewegt sich, die andere dirigiert. Ohne genauste Absprache ist ein zünftiges Vorwärtskommen schwierig. Die Kommunikation vor dem Bildschirm ist damit essentiell.
Eine Portion Verklärung
«Orbitals» strotzt nur so vor lauter TV-Anime-Nostalgie. Der Zeichentrickstil scheint direkt aus der Vergangenheit zu kommen und die Zwischensequenzen mit dem unverkennbaren Humor ziehen uns noch mehr in eine nostalgisch angehauchte Welt hinein.
Dann klingt das alles auch noch fantastisch und überstülpt das Ganze mit einem Soundtrack, der nochmals für eine zusätzliche Portion Verklärung sorgt. Alleine die Titelmelodie katapultiert einen direkt zurück in die wohlige TV-Vergangenheit.
Purer Genuss für Retro-Anime-Fans
Fazit: «Orbitals» besitzt einen ganz eigenwilligen Charme, dem man sich nicht entziehen kann, sofern man sich für Retro-Anime zu begeistern weiss. Was hier in gut fünf Stunden an Inhalt und Tiefe gezeigt wird, ist beachtlich. Zudem bekommen wir ein Koop-Game serviert, das unterschiedliche Spielmechaniken präsentiert und immer wieder aufs Neue überraschen kann.
Und dann ist da auch noch dieser wahnsinnig gute Soundtrack, der direkt aus der Vergangenheit zu kommen scheint und nie mehr wieder gehen möchte. Somit ist «Orbitals» nicht nur ein Fest für Freunde von Zweispieler-Herausforderungen, sondern auch eine Zeitreise für diejenigen, die mit Trickfilmen aus Japan gross geworden sind.
«Orbitals» ist erhältlich für Nintendo Switch 2 und freigegeben ab 12 Jahren.
