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«Es geht um Leben und Tod»: Afghanische Bevölkerung von akutem Hunger bedroht

25.10.2021, 13:38

Die Hungerkrise in Afghanistan spitzt sich dramatisch zu. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung des Landes wird ab November nicht ausreichend zu essen haben, wie aus einem am Montag von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) und dem Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen veröffentlichten Bericht hervorgeht.

Das sei eine Rekordzahl von 22.8 Millionen Menschen in dem Land mit geschätzt 37 Millionen Einwohnern.

Zwei Kinder in Kabul mit Essen, das vom WFP gespendet wurde.
Zwei Kinder in Kabul mit Essen, das vom WFP gespendet wurde.Bild: keystone

Dürre, Wirtschaftskrise und steigende Lebensmittelpreise

Bereits im September und Oktober erlebten fast 19 Millionen Menschen in Afghanistan ein hohes Mass an akuter Ernährungsunsicherheit, ein Anstieg von fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, heisst es in dem Bericht weiter. Gründe für den Anstieg seien eine anhaltende Dürre, der Zusammenbruch öffentlicher Dienstleistungen, eine schwere Wirtschaftskrise und steigende Lebensmittelpreise in dem Land.

Die Vereinten Nationen riefen zu dringender Hilfe auf, da sich das Land zu einer der grössten Ernährungskrisen der Welt entwickle: Im weltweiten Vergleich sei Afghanistan sowohl in absoluten als auch in relativen Zahlen eines der Länder, in dem die meisten Menschen von Hunger bedroht seien. «Es geht um Leben und Tod. Wir können nicht warten und zusehen, wie sich humanitäre Katastrophen vor unseren Augen entfalten – das ist inakzeptabel», kommentierte der FAO-Generaldirektor Qu Dongyu den Bericht.

David Beasly, Exekutivdirektor des WFP sagte, in diesem Winter seien Millionen Afghanen dazu gezwungen, zwischen Migration und Hunger zu wählen, wenn lebensrettende Hilfe nicht verstärkt und die Wirtschaft nicht wiederbelebt werden könne. «Wir befinden uns auf einem Countdown zur Katastrophe.»

Der Bericht zeigt, dass erstmals auch die städtische Bevölkerung in ähnlichem Masse unter Hunger leidet wie ländliche Gebiete. Unter den Gefährdeten seien 3.2 Millionen Kinder unter fünf Jahren, die bis Ende des Jahres an akuter Unterernährung leiden dürften. (yam/sda/dpa)

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