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Wer sind die iranischen Revolutionsgat

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Die iranische Revolutionsgarden, die am 16. Februar 2026 an einem Militärmanöver im Persischen Golf im Süden Irans teilnahmen.Image: EPA

Wer sind die iranischen Revolutionsgarden?

Am 28. Februar wurde der oberste Führer des Iran, Ali Chamenei, bei am­erikanisch‑israelischen Angriffen getötet. Er war der Chef der Revolutionsgarden, einer vom Westen als terroristisch eingestuften Organisation.
03.03.2026, 20:5303.03.2026, 20:53
Alyssa Garcia
Alyssa Garcia

Seit seinem Machtantritt 1989 war Ali Chamenei der oberste Führer des Iran bis zu seinem Tod am Samstag, dem 28. Februar. Er wurde bei amerikanisch‑israelischen Luftangriffen getötet, die die im Anschluss in den Golfstaaten eine neue Gewaltwelle auslösten.

Unter seinem Kommando stand die mächtige Revolutionsgarde, 1979 von Ajatollah Ruhollah Chomeini ins Leben gerufen, um das neue islamische Regime zu bewahren. Als «Staat im Staat» gelten die Pasdaran («Wächter» auf Farsi) als Elite‑Truppe, die betont, sie sei bereit, alles für ihren Führer zu tun; sogar mehr als für ihr eigenes Leben. Aber wer sind diese Männer wirklich?

Übersetzung

Dieser Text wurde von unseren Kolleginnen und Kollegen aus der Romandie geschrieben, wir haben ihn für euch übersetzt.

200'000 Männer

Seit Juni 2025 führt Mohammad Pakpour die Revolutionsgarde. Der 1961 im Irak geborene Geograph trat die Nachfolge von Hossein Salami an, der im 12‑Tage‑Konflikt mit Israel fiel. Am 28. Februar meldete Tsahal, Pakpour sei bei Luftschlägen zusammen mit weiteren iranischen Spitzenkräften getötet worden.

Die Revolutionsgarde zählt insgesamt rund 200'000 Mann. Mit Land-, See- und Luftstreitkräften sind sie besser ausgebildet und bezahlt als die reguläre Armee. Ihr Budget liegt bei sechs bis neun Milliarden Dollar pro Jahr – rund 40 % des offiziellen Militärhaushalts – und verschafft ihnen Kontrolle über die iranische Wirtschaft.

Doch damit nicht genug: Die Pasdaran führen auch Firmen in Irans strategischen Schlüsselbranchen – von Transport über Gas, Öl und Technologie bis hin zum Bankwesen. Das verschafft ihnen faktisch eine Monopolstellung.

Zu guter Letzt haben die Pasdaran das umfangreichste und effektivste Nachrichtennetz des iranischen Regimes etabliert. Das Resultat: Sie erkennen schnell die Führungsfiguren von Protesten und können Bewegungen binnen kürzester Zeit zerschlagen. Ihre paramilitärische Miliz rekrutiert vor allem junge Menschen – 600'000 bis 900'000 Mitglieder sind in allen Gesellschaftsschichten aktiv.

Iran, Kundgebung mit Mitgliedern der Islamischen Revolutionsgarde in Teheran IRGC Military Rally Islamic Revolutionary Guard Corps armed personnel wear masks and participate in a military rally in dow ...
Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden bei einer Kundgebung in Teheran 2025.Bild: www.imago-images.de

Starke Repression

Die als «bewaffneter Arm des Regimes» geltenden Kräfte werden beschuldigt, die tödliche Unterdrückung der grossen Protestbewegung im Januar orchestriert zu haben. Laut einer inoffiziellen Bilanz, die zwei hochrangige Beamte des Gesundheitsministeriums dem Time Magazine mitteilten, sollen 30'000 Demonstranten getötet worden sein. Die NGO Human Rights Activists News Agency gibt an, 6126 Todesfälle verifiziert zu haben. Weitere 17'091 Todesfälle werden noch überprüft.

«Die Revolutionsgarden spielen eine zentrale Rolle bei der Repression und sind heute mehr denn je die tragende Säule für das Fortbestehen und Überleben des iranischen Regimes.»
David Khalfa, Nahost-Experte an der Jean-Jaurès-Stiftung.RTBF

2019 stuften die USA die Pasdaran als Terrororganisation ein. Im Januar 2026 folgte die Europäische Union diesem Schritt.

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7 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Swiss Traveller
04.03.2026 06:23registriert Juni 2025
Die Revolutionsgarden sind keine Elite-Truppe. Es ist eine fanatische, aber korrupte Schlägertruppe, welche dem Regime treue gelobt hat, weil sie so ungestört Geschäfte im Drogen- und Waffenhandel machen und Schutzgeld erpressen können. Mehr nicht. Seestreitkräfte weg, Luftwaffe weg, Luftverteidigung weg und die Abschussanlagen und -fahrzeuge für allistische Raketen werden jeden Tag weniger. Die Revolutionsgarden sehen hilflos zu, wie sie Stück für Stück zerlegt werden und das bereits zum zweiten Mal. Da helfen alle Treuebekundungen, Racheschwüre und marzialisches Geschrei nicht.
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