International
Iran

165 Opfer bei Angriff auf iranische Mädchenschule: Das ist bekannt

Rescue workers and residents search through the rubble in the aftermath of an Israeli-U.S. strike on a girls' elementary school in Minab, Iran, Saturday, Feb. 28, 2026. (ISNA via AP)
Iran
Das Gebäude wurde zerstört, ein paar bunt bemalte Wände erinnern noch an die Schule.Bild: keystone

Angriff auf Mädchenschule im Iran: Das ist bisher bekannt

Mindestens 165 Menschen sind beim Angriff auf eine Mädchenschule im Süden Irans getötet worden. Wer dafür verantwortlich ist, ist noch nicht sicher.
02.03.2026, 13:4602.03.2026, 15:26

Der Angriff

Die Grundschule in der Stadt Minab im Süden des Irans wurde am Samstag angegriffen. Das Gebäude wurde durch eine Explosion zerstört, die Opferzahl ist mittlerweile auf 165 Personen gestiegen, berichten iranische Staatsmedien. Die meisten von ihnen sind Kinder. Zahlreiche Menschen wurden zudem verletzt.

In den Trümmern fanden Helfende und verzweifelte Angehörige blutige und von Asche überzogene Schulbücher und Rucksäcke. Leichensäcke wurden in einer Reihe deponiert. Der Angriff schockierte. Nicht einmal in Gaza wurden so viele Schülerinnenn und Schüler gleichzeitig getötet, sagt Pirhossein Kolivand, Chef des iranischen Roten Halbmonds, gemäss der «New York Times».

260301 -- TEHRAN, March 1, 2026 -- This photo taken on Feb. 28, 2026 shows schoolbags at an attacked girls elementary school in Minab, Iran s southern province of Hormozgan. The death toll from a join ...
Rucksäcke, die in den Trümmern gefunden wurden.Bild: www.imago-images.de

Wer steckt hinter dem Angriff?

Das war zunächst nicht klar. Die Schule liegt in unmittelbarer Nähe des Marinestützpunktes der iranischen Revolutionsgarden. Eine Analyse der New York Times zeigt, dass das Gebäude 2013 noch Teil des Militärgeländes war, 2016 jedoch davon abgetrennt war und sich rund 600 Meter daneben befindet. Da auch der Stützpunkt beschädigt worden sein soll, dürfte der Angriff wohl ihm gegolten haben.

Doch wer griff an? Israel hat sich dazu bisher nicht geäussert. Später hiess es, dass keine israelischen oder amerikanischen Angriffe in dem Gebiet bekannt seien. Die USA wollten den Berichten nachgehen, hiess es von dieser Seite. Der Schutz der Zivilbevölkerung habe höchste Priorität.

Auch der Iran selbst wird von manchen Menschen beschuldigt, hinter dem Angriff zu stecken. Das Misstrauen in die Regierung ist gross. Das Regime wird beschuldigt, keine Warnung herausgegeben zu haben. Auch das Internet und Telefonleitungen funktionieren nicht. Präsident Masoud Pezeshkian nannte den Angriff einen «barbarischen Akt», berichtet BBC. Er gab den «Aggressoren» die Schuld.

Rescue workers and residents search through the rubble in the aftermath of what Iranian officials said was an Israeli-U.S. strike on a girls' elementary school in Minab, Iran, Saturday, Feb. 28,  ...
Angehörige und Helfende suchen nach Vermissten.Bild: keystone

Die Reaktionen

Die Unesco verurteilte den Angriff scharf. Das Töten von Schülern an einem Ort, der dem Lernen gewidmet ist, stellt eine schwere Verletzung des Schutzes dar, der Schulen im Rahmen des humanitären Völkerrechts gewährt wird, heisst es in einer Stellungnahme. Solche Attacken würden das Recht auf Bildung untergraben.

Auch das «Center for Civilians in Conflict», eine gemeinnützige Organisation aus den USA, rief zu Deeskalation und Zurückhaltung auf. Sie forderte zudem Massnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung und der zivilen Infrastruktur.

Die Hengaw Menschenrechtsorganisation ruft alle beteiligten Seiten dazu auf, den Schutz von Zivilisten, insbesondere Kindern, zu gewährleisten. Militäreinrichtungen in der Nähe von Schulen und öffentlichen Plätzen erhöhten das Risiko für Zivilisten. Gemäss humanitärem Völkerrecht sei es verboten, zivile Gebiete als Schutzschild für Militärgebäude zu benutzen. Dass Kinder als menschliche Schutzschilder benutzt werden, verstösst gegen die Prinzipien des humanitären Völkerrechts, heisst es in einer Stellungnahme. Ein solches Verhalten könne als Kriegsverbrechen angesehen werden.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Ein Trio soll Iran vorübergehend führen
1 / 5
Ein Trio soll Iran vorübergehend führen

Irans Präsident Massud Peseschkian

quelle: ap / vahid salemi
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Diese Karte zeigt eine Übersicht der Angriffe des Kriegs im Iran nach 48 Stunden
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Drei Festnahmen in Deutschland wegen mutmasslicher Anschlagspläne
Im Westen Deutschlands sind drei Männer wegen des Verdachts einer ideologischen Nähe zur Terrormiliz sogenannter «Islamischer Staat» (IS) festgenommen worden.
Der Verfassungsschutz des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen hatte die Männer laut Sicherheitskreisen bereits seit Anfang des Jahres im Visier. Zuletzt habe sich die Gefahr der Umsetzung von Anschlagsplänen immer mehr konkretisiert.
Zur Story