Angriff auf Mädchenschule im Iran: Das ist bisher bekannt
Der Angriff
Die Grundschule in der Stadt Minab im Süden des Irans wurde am Samstag angegriffen. Das Gebäude wurde durch eine Explosion zerstört, die Opferzahl ist mittlerweile auf 165 Personen gestiegen, berichten iranische Staatsmedien. Die meisten von ihnen sind Kinder. Zahlreiche Menschen wurden zudem verletzt.
In den Trümmern fanden Helfende und verzweifelte Angehörige blutige und von Asche überzogene Schulbücher und Rucksäcke. Leichensäcke wurden in einer Reihe deponiert. Der Angriff schockierte. Nicht einmal in Gaza wurden so viele Schülerinnenn und Schüler gleichzeitig getötet, sagt Pirhossein Kolivand, Chef des iranischen Roten Halbmonds, gemäss der «New York Times».
Wer steckt hinter dem Angriff?
Das war zunächst nicht klar. Die Schule liegt in unmittelbarer Nähe des Marinestützpunktes der iranischen Revolutionsgarden. Eine Analyse der New York Times zeigt, dass das Gebäude 2013 noch Teil des Militärgeländes war, 2016 jedoch davon abgetrennt war und sich rund 600 Meter daneben befindet. Da auch der Stützpunkt beschädigt worden sein soll, dürfte der Angriff wohl ihm gegolten haben.
Doch wer griff an? Israel hat sich dazu bisher nicht geäussert. Später hiess es, dass keine israelischen oder amerikanischen Angriffe in dem Gebiet bekannt seien. Die USA wollten den Berichten nachgehen, hiess es von dieser Seite. Der Schutz der Zivilbevölkerung habe höchste Priorität.
Auch der Iran selbst wird von manchen Menschen beschuldigt, hinter dem Angriff zu stecken. Das Misstrauen in die Regierung ist gross. Das Regime wird beschuldigt, keine Warnung herausgegeben zu haben. Auch das Internet und Telefonleitungen funktionieren nicht. Präsident Masoud Pezeshkian nannte den Angriff einen «barbarischen Akt», berichtet BBC. Er gab den «Aggressoren» die Schuld.
Die Reaktionen
Die Unesco verurteilte den Angriff scharf. Das Töten von Schülern an einem Ort, der dem Lernen gewidmet ist, stellt eine schwere Verletzung des Schutzes dar, der Schulen im Rahmen des humanitären Völkerrechts gewährt wird, heisst es in einer Stellungnahme. Solche Attacken würden das Recht auf Bildung untergraben.
UNESCO is deeply alarmed by the impact of the ongoing military escalation in the Middle East on educational institutions, students, and education personnel.
— UNESCO 🏛️ #Education #Sciences #Culture 🇺🇳 (@UNESCO) March 1, 2026
Initial reports indicate that an attack on a girls' primary school in Minab, southern Iran, has resulted in the deaths of… pic.twitter.com/RGaqrUetFA
Auch das «Center for Civilians in Conflict», eine gemeinnützige Organisation aus den USA, rief zu Deeskalation und Zurückhaltung auf. Sie forderte zudem Massnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung und der zivilen Infrastruktur.
Die Hengaw Menschenrechtsorganisation ruft alle beteiligten Seiten dazu auf, den Schutz von Zivilisten, insbesondere Kindern, zu gewährleisten. Militäreinrichtungen in der Nähe von Schulen und öffentlichen Plätzen erhöhten das Risiko für Zivilisten. Gemäss humanitärem Völkerrecht sei es verboten, zivile Gebiete als Schutzschild für Militärgebäude zu benutzen. Dass Kinder als menschliche Schutzschilder benutzt werden, verstösst gegen die Prinzipien des humanitären Völkerrechts, heisst es in einer Stellungnahme. Ein solches Verhalten könne als Kriegsverbrechen angesehen werden.
